Wilhelm Bauer Portrait.gif | Bundeswehrmuseum Dresden 7.jpg | Bundeswehrmuseum Dresden 8.jpg
Sebastian Wilhelm Valentin Bauer (* 23. Dezember 1822 in Dillingen an der Donau; † 20. Juni 1875 in München) baute die ersten modernen Unterseeboote.
Wilhelm Bauer erlernte zunächst das Drechslerhandwerk, trat dann in ein Reiterregiment ein. Dort erfand er einen Hebezug zum Transport von Kanonen, wurde prompt zur Artillerie versetzt und marschierte 1848 nach Schleswig-Holstein. Dort plante er erstmals, ein unter Wasser fahrendes Schiff zum Küstenschutz einzusetzen.
1850 wurde das erste Unterseeboot mit dem Namen Brandtaucher (wegen seiner außergewöhnlichen Form auch "Eiserner Seehund" genannt) bei der Maschinenfabrik und Eisengießerei Schweffel & Howaldt in Kiel durch August Howaldt gebaut und zu Wasser gelassen. Bauer hatte den Bau gegen die massiven Einsprüche der zeitgenössischen Experten durchgesetzt. Nach der Entscheidung zum Bau wurden jedoch die Pläne Bauers drastisch geändert: die Wandstärke wurde deutlich verringert, die Trimmung durch verschiebbare Gewichte gestrichen, das Ballastwasser wurde in den Rumpf anstatt in Ballasttanks geleitet. Nach wenigen Testfahrten schlug das Boot leck. Die Mannschaft konnte sich aus eigener Kraft retten.
1856 wurde das U-Boot Seeteufel in Sankt Petersburg in Dienst gestellt. Das Boot hatte eine Länge von 52 Fuß. Die Mannschaft aus 12 Matrosen war in der Handhabung von Taucheranzügen geschult, da das Boot über eine Taucherkammer verfügte, die den Ein- und Ausstieg aus dem getauchten Boot ermöglichte. Der Seeteufel unternahm 133 erfolgreiche Tauchfahrten; dann sank es aufgrund eines Bedienungsfehlers. Die Crew konnte sich retten. Das Boot wurde zwar gehoben, der weitere Verbleib ist jedoch unbekannt.
Bauer wurde zum kaiserlichen Submarine-Ingenieur ernannt und erhielt den Auftrag, ein untergegangenes Linienschiff zu heben. Daraufhin konstruierte er eine Taucherkammer und Hebeballons. 1858 ging er nach Lindau, wo er seine Geräte für Schiffsbergungen und für Kabellegung weiter entwickelte. 1863 gelang es, den zwei Jahre vorher gesunkenen Dampfer Ludwig zu heben. Dabei unterstützte ihn der damalige Geschäftsführer des Deutschen Nationalvereins, Feodor Streit, mit einem persönlichen Vorschuss von 6000 Talern. Ein Ausflug in preußische Dienste war von kurzer Dauer, da er nicht die erforderliche Unterstützung erhielt. Zurück in Konstanz entwickelte er weiter Geräte zur Verlegung von Kabeln und stellte erfolgreiche unterseeische Schießversuche an.
Seine letzten Lebensjahre verbrachte er als Pensionär in München. Sein Grab befindet sich auf dem Alten Nördlichen Friedhof in München.
Alle heutigen Untersee-Boote folgen den Prinzipien, die Bauer entwickelt hat.
Der später gehobene Brandtaucher befindet sich heute im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. Ein Funktionsmodell eines Tauchbootes von Wilhelm Bauer aus dem Jahr 1852 befindet sich im Deutschen Museum in München.
Die Geschichte Wilhelm Bauers lieferte den Stoff zu dem Roman „Der Eiserne Seehund“ von Hans Arthur Thies u. 1941 sogar zu einem berühmten Historien-Spielfilm der Bavaria-Film unter Regie von Herbert Selpin, mit dem Titel „Geheimakte W.B.1“. Wilhelm Bauer wird darin von dem bekannten Schauspieler Alexander Golling (1905-1989) dargestellt.
Mann Deutscher U-Boot | Schiffbauer | Erfinder | Deutsch-Dänischer Krieg (Person) | Geboren 1822 | Gestorben 1875
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Wilhelm Bauer (Ingenieur)".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world