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Der Feuerwiderstand (auch Brandwiderstand) eines Bauteils wird an der Dauer, die ein Bauteil im Brandfall seine Funktion behält, bemessen.
Funktionen, die ein Bauteil im Brandfall erfüllen muss, können sein:
- Tragfähigkeit
- Raumabschluß
- Wärmeisolation
- Rauchdichtigkeit
Einteilung der Baustoffe
Die Baustoffe werden nach ihrer Brennbarkeit in zwei Brennbarkeitsklassen (zum Teil auch als Brandklassen oder Baustoffklassen bezeichnet) unterteilt:
- A - nicht brennbare Baustoffe
- A1 - ohne organische Bestandteile, Nachweis nicht erforderlich (Beton, Ziegel, Eisen, Glas Granit)
- A2 - mit organischen Bestandteilen, Nachweis erforderlich (Spezialschaumstoffe, Mineralwolle, Spezialträgerplatten, bituminöse Kalksteine).
- B - brennbare Baustoffe
- B1 - schwer entflammbar (Hartschäume, Hartholz, Spezialspanplatten, Agglomerat = polymergebundene Kunststeine)
- B2 - normal entflammbar (Weichholz, Textilien)
- B3 - leicht entflammbar (Stroh, Tapeten)
Hinweise:
- Verwechslungsgefahr mit der früheren Einteilung brennbarer Flüssigkeiten
- korrekt bezeichnet Brandklasse eine Klassen von Bränden die mit bestimmten Feuerlöschern (z. B. ABC-Pulverlöscher) gelöscht werden können.
- bis hin zur Baustoffklasse B1 gelten die Baustoffe als selbstverlöschend. Ab Baustoffklasse B2 unterhält der Brand sich selbst, auch wenn die Brandursache entfällt.
Einteilung der Bauteile
Übliche Feuerwiderstandsklassen (zum Teil auch als Brandschutzklassen bezeichnet) nach DIN 4102 sind:
- F0 : Das Bauteil erfüllt im Brandfall weniger als 30 Minuten seine Funktion
- F30 : Das Bauteil erfüllt im Brandfall mindestens 30 Minuten seine Funktion
- F60 : mindestens 60 Minuten
- F90 : mindestens 90 Minuten
- F120 : mindestens 120 Minuten
- F180 : mindestens 180 Minuten
Statt dem Buchstaben F kann man auch noch differenzieren:
- T : Türen
- G : Glas oder Fensterelement
- L : Lüftungskanal
- E : Installationskanal oder Installationsleitungen mit zugelassenem Normtragsystem z. B. Elektroleitung auf Kabelpritsche (Brandbeanspruchung von Aussen nach Innen, Flammeneinwirkung FE)
- I : Installationskanal für Installationsleitungen (Brandbeanspruchung von Innen nach Aussen, kein zwingender Funktionserhalt)
- K : Klappe, Brandschutzklappe
- S : Schott, Brandschott
Durch Anhängen der Brennbarkeitsklasse kann ein Baustoff weiter spezifiziert werden.
So bezeichnet zum Beispiel die Klasse F30-B einen Baustoff der Feuerwiderstandsklasse F30, der aus brennbaren Stoffen hergestellt ist.
Die DIN 4102 wird ungefähr im Jahr 2010 ihre Gültigkeit verlieren und durch die europäischen Normen DIN EN 1350-1, 13501-2, E DIN EN 1634-1 abgelöst worden sein.
Wohnungstrennwände müssen zum Beispiel in der Regel F90 erfüllen, Türen in diesen Wänden T30.
Brandwände müssen zum einen eine Feuerwiderstandsdauer von F90 besitzen und darüberhinaus mechanischen Stossprüfungen widerstehen, geregelt in DIN 4102.
Nachweis im Brandversuch
Der Nachweis der Zuordnung eines Bauteils in eine Feuerwiderstandsklasse erfolgt in Brandversuchen. In Abhängigigkeit von der Art des Bauteils (Innenwand, Außenwand, Stütze, Decke, Fußboden, Tür, Fenster) sind die Brandversuche leicht abgewandelt.
Brandschutz