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Brachse
Blei_brachse.jpg
: Strahlenflosser (Actinopterygii)
: Echte Knochenfische (Teleostei)
: Karpfenartige (Cypriniformes)
: Karpfenfische (Cyprinidae)
: Brassen (Abramis)
: Brachse
Wissenschaftlicher Name Abramis brama Linnaeus, 1758 en
  • Abramis brama brama
  • Abramis brama danubii
  • Abramis brama orientalis

Die Brachse, oder auch der Brachsen, Blei oder Brasse genannt, (Abramis brama) ist eine Fischart aus der der Karpfenfische (Cyprinidae).

Merkmale


Die 30 bis 50 cm (Ausnahmefische bis 75 cm) langen und durchschnittlich 7 kg schweren Brachsen sind seitlich sehr stark abgeflacht und hochrückig, das stumpfe Maul ist leicht unterständig, die Augen verhältnismäßig klein. Auffällig ist die grünlich glänzende, schwarze bis bleigraue oder bleiblaue Färbung auf dem Rücken, der die Fische den Namen Blei verdanken. Die Seiten glänzen metallisch, der Bauch ist weißlich mit Perlmuttglanz. Bei älteren Brachsen kommt ein lichter Bronze- oder goldgrüner Ton durch.
Die Rückenflosse ist 12-, die Afterflosse 26- bis 31-strahlig. Bis auf die Brustflossen sind die Flossen dunkelgrau, die mittelgrauen Brustflossen der Brachsen sind lang und reichen angelegt bis an den Ansatz der Bauchflossen heran. Dadurch unterscheiden sie sich vom Güster (Blicca bjoerkna), mit dem sie manchmal verwechselt werden.
Durch gleichzeitige Laichzeiten vermischen sich Eier und Samen von Blei und Güster (und anderen Weißfischen), dadurch entstehen sogenannte Bastardfische, die sich aber anhand der Anzahl und Verteilung der Schlundzähne unterscheiden lassen.
Die Brachsen können ein Alter von etwa 16 Jahren erreichen.

Vorkommen


Die Brachsen sind in Europa nördlich der Alpen und Pyrenäen sowie auf dem Balkan verbreitet, im Osten findet man sie bis zum Kaspischen Meer, dem Schwarzen Meer sowie dem Aralsee. Die Abramis brama danubii lebt im Donaudelta und A. b. orientalis im Gebiet des Kaspischen Meeres und des Aralsees.
Die Brachsen leben in der Regel in der sogenannten Brachsenregion, sehr langsam fließenden Flüssen (vor allem in Unterläufen) und in Seen mit einem hohen Nährstoffanteil und schlammigem Grund. Sie leben in kleinen Schwärmen bodennah im Uferbereich.

Ernährung


Ihr Maul ist vorstülpbar und hilft den Brachsen bei der Suche nach Zuckmückenlarven, Schlammröhrenwürmern, Muscheln und Schnecken im weichen Schlamm. Ihnen dienen aber auch Wasserpflanzen oder Plankton als pflanzliche Nahrung. Bei schlechter Ernährung kommt es bei den Brachsen zum so genannten Messerrücken, der Bildung einer sehr scharfen Rückenkante.

Fortpflanzung


Die Laichzeit der Brachsen liegt im April bis Juli und dauert etwa zwei Wochen. Bei plötzlichem Wetterumschwung wird das Laichen unterbrochen und später fortgesetzt. Während der Laichzeit fällt beim Männchen an Körper und Kopf deutlich ein Laichausschlag auf. Bei mitunter heftigen Laichspielen legen die Weibchen ihre 150.000 bis 300.000 klebrige Eier von 1,6 bis 2 mm Durchmesser an Wasserpflanzen ab, in Gebieten ohne Wasserpflanzen werden sie auch an Steine oder Wurzeln geklebt. Die Larven schlüpfen nach drei bis zwölf Tagen und heften sich mit speziellen Klebedrüsen ebenfalls an Wasserpflanzen fest, bis ihr Dotter verbraucht ist. Nach drei bis vier Jahren sind die Tiere geschlechtsreif.
Besonders in flachen und nährstoffreichen Seen Norddeutschlands führt das enorme Vermehrungspotential der Brachsen zu Massenentwicklungen, die dann oftmals mit stagnierendem Individualwachstum verbunden sind, das nennt man Verbuttung.

Gefährdung und Schutz


Eine Gefährdung der Brachsen ist noch nicht absehbar, da sie sich gut an anthropogene Gewässerbeeinflussungen und deren Folgen anpassen können. Wiederholt fallen regelmäßig ganze Jahrgänge der Brachsen aus, die Jungfische überstehen den ersten Winter vermutlich aus Nahrungsmangel (Ursachen unbekannt) nicht. Man kann dies als natürliche Populationsregulation der Art sehen, es gefährdet ihren Fortbestand nicht.

Ökonomie


Im Vergleich mit historischen Angaben ist vor allem ein Verlust des wirtschaftlichen Absatzes zu verzeichnen. Wegen des grätenreichen Fleisches nimmt die früher als Brotfisch verkaufte Brachse kaum noch Einzug auf unseren Speiseteller.

Literatur


  • Sidineia Aparecida Amadio: The ecology of bream (Abramis brama) and rudd (Scardinius erythrophthalmus) in small eutrophic lakes. Colchester 1995.
  • Tadeusz Backiel & Janusz Zawisza: Synopsis of biological data on the bream. in no. 36 FAO fisheries synopsis. Rom 1968.
  • Wilhelm Busch & Heinrich Kreymann: Brassen und Güster. 1993.
  • Erwin Fechner: Wachstum und Ernährung des Brachsen (Abramis brama) im Federsee. 1978.
  • Fritz Geyer: Alter und Wachstum der wichtigsten Cypriniden ostholsteinischer Seen. in Bd. 34 Archiv für Hydrobiologie. Kiel 1938/39.
  • Herbert Löffler: Zur Ökologie des Brachsen (Abramis brama (L.)) im Bodensee. Tübingen 1982.

Weblinks


Karpfenartige

Carp bream | Brema (pez) | Bramo (fiŝo) | Brème commune | Karšis | Brasem | Leszcz | Ploščič | Lahna | Braxen

 

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