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Die Brünig-Napf-Reuss-Linie ist eine Schweizer Kulturgrenze.

Ihr Verlauf wird annäherungsweise durch den Brünig-Pass, den Hügelzug des Napf und den Fluss Reuss bezeichnet. Sie verläuft damit circa 50 bis 100 km östlich der romanisch-germanischen Sprachgrenze (Röstigraben).

Die Brünig-Napf-Reuss-Linie ist zum einen als Mundartgrenze innerhalb des Schweizerdeutschen, aber auch anhand etlicher Volksbräuche zu erkennen. Sehr bekannt ist der Gebrauch unterschiedlicher Blätter beim Jass: westlich der Brünig-Napf-Reuss-Linie wird mit französischen (Herz, Pik, Karo, Kreuz), östlich jedoch mit Deutschschweizer Spielkarten (Eichel, Schelle, Schilte, Rose) gejasst. Zugleich ist die Linie über weite Teile deckungsgleich mit der (traditionellen) Verbreitungsgrenze von Simmentaler Fleckvieh und dem Braunvieh.

Einige Autoren, so Historiker und Volkskundler, vertreten daher die Auffassung, die Brünig-Napf-Reuss-Linie sei die einzige wirklich einschneidende Kulturgrenze der Schweiz, viel bedeutender als die Sprachgrenze, da die „westlichen“ Bräuche allesamt sowohl für die französisch- wie auch für die deutschsprachige Westschweiz gelten.

Literatur


Walter Haas in: Die viersprachige Schweiz, herausgegeben von Hans Bickel und Robert Schläpfer, 2. Auflage Sauerländer, Aarau, 2000.

Kultur (Schweiz) | Volkskunde

 

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