| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen von Brühl.png | Lage der Stadt Brühl in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Köln |
| Kreis: | Rhein-Erft-Kreis |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 65 m ü. NN |
| Fläche: | 36,12 km² |
| Einwohner: | 46.412 (31. Dezember 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.218 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 50321 |
| Vorwahlen: | 02232 |
| Kfz-Kennzeichen: | BM |
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 62 012 |
| Stadtgliederung: | 8 Stadtteile |
| Website: | www.bruehl.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Michael Kreuzberg (CDU) |
| Stärkste Fraktion: | CDU (Stand Oktober 2005) |
Brühl besteht aus dem eigentlichen Ort Brühl (Innenstadt) mit 23.580 Einwohnern sowie den Stadtteilen
Da die Kölner Erzbischöfe und Kurfürsten (die Kölner Erzbischöfe waren damals wie die in Mainz und Trier auch Kurfürsten) in dieser Zeit nicht gern in Köln gesehen waren, wurde Brühl ihr bevorzugter Aufenthaltsplatz. 1285 verlieh der Erzbischof Siegfried von Westerburg Brühl Stadtrechte und übertrug gleichzeitig dem Schöffenrat nach Stadtrecht Selbstverwaltung und Rechtsprechung. Die Stadt wurde zu einer der stärksten Landesfestungen ausgebaut.
1371 wird erstmals der jüdische Friedhof erwähnt.
1469 erhob Kurfürst Ruprecht Brühl auch offiziell zur Landeshauptstadt von Kurköln. 1530 wurde Brühl fast vollständig von einem Brand zerstört.
Ab 1567 war Bonn Sitz der Regierung. Der Kurfürst residierte aber während der Sommermonate weiterhin in Brühl.
Im Dreißigjährigen Krieg traf sich der Kölner Kurfürst-Erzbischof Ferdinand von Bayern mit Verbündeten der Katholischen Liga auf der Brühler Burg. 1647 plünderten hessische Truppen die Stadt, bevor im folgenden Jahr der Frieden von Münster den Krieg beendete. 1666/67 wurde Brühl von der Pest heimgesucht. Im folgenden Jahr errichteten die Franziskaner an der Uhlstraße ein erstes Krankenhaus. Die Stadt musste schließlich für die kurfürstliche Parteinahme für Frankreich und gegen den Kaiser bezahlen. Sowohl kaiserliche als auch französische Truppen besetzten die Stadt und hinterließen Verwüstungen. So wurde 1689 auch die Burg gesprengt. Eine Kriegsfolge war, dass angesichts der geschwächten Reichsgewalt die deutschen Fürsten weiter an Macht gewannen. Diese wollten nun entsprechend dem Vorbild des absolutistischen französischen Sonnenkönigs glanzvoll repräsentieren. So legt 1725 Kurfürst Clemens August I. von Bayern den Grundstein für den Bau von Schloss Augustusburg anstelle der zerstörten Burg. 1735 wurde auch die Kirche des benachbarten Franziskanerklosters von 1493 im barocken Stil umgestaltet und mit einer Orangerie an das Schloß angebunden. 1763 spielte hier das siebenjährige Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart auf der Orgel. Mit seinem Vater und seiner Schwester machte er im Rahmen seiner ersten großen Tournee in Brühl kurz Station. 1794 floh der letzte Kölner Kurfürst Maximilian Franz von Österreich vor den französischen Revolutionstruppen und die Zeit der Kurfürsten und Erzbischöfe in Brühl war beendet.
Von 1798 bis 1814 bildete Brühl einen Kanton im Arrondissement Köln / Cologne des französischen Roerdepartements. 1798 wurde in Brühl als Reaktion auf die französische Revolution ein Freiheitsfest gefeiert, ein Freiheitsbaum aufgerichtet und auf der Schlossterasse wurden kurfürstliche Insignien verbrandt. Der Code Civil galt nun auch in Brühl. Am 19. September 1804 empfing die Stadt Napoléon Bonaparte frühmorgens zu einem kurzen Besuch.
Nach dem Wiener Kongress 1815 gelangte das Rheinland zu Preußen. In den folgenden Jahrzehnten wandelte die Industrialisierung das Bild der barocken Residenzstadt. Geradezu sinnbildlich passierte am 15. Februar 1844 der erste Eisenbahnzug der neueröffneten Strecke der Bonn-Cölner Eisenbahn das Brühler Barockschloss.
1876 beginnt in Brühl die Gewerkschaft Roddergrube als erste im Rheinischen Braunkohlerevier mit der Braunkohleförderung und Brikettfabrikation. Die Tagebauflächen sind mittlerweile längst rekultiviert und dienen als Naherholungsgebiet Kottenforst-Ville im Naturpark Rheinland. 1877 wurde der Kaiserbahnhof in Kierberg an der Eifelbahn Köln-Kalscheuren-Euskirchen fertiggestellt.
Seit 1897 verband als weitere Bahnverbindung die Vorgebirgsbahn Brühl zunächst mit Bonn und im folgenden Jahr auch mit dem Kölner Barbarossaplatz. Die von einer Dampflokomotive gezogene Bahn wurde im Volksmund "Feuriger Elias" genannt. Sie führte ursprünglich mitten durch die Stadt.
Am 18. Juli des gleichen Jahres übernachtete Kaiser Wilhelm II. nebst Gemahlin Kaiserin Auguste Viktoria im Brühler Schloss.
Am 10. November 1938 wurden im Rahmen der Novemberpogrome jüdische Geschäfte geplündert und die Synagoge an der Friedrichstraße von SA-Trupps in Brand gesteckt. 1941 mussten Juden ihre Wohnungen räumen und wurden in drei Häusern in der Wallstraße und Kempishofstraße eingewiesen. Ab Juni 1942 begann deren Deportation. Insgesamt 65 Brühler Juden fielen dem Holocaust zum Opfer.
Bereits 1942 kam es im Zweiten Weltkrieg zu einem ersten Luftangriff. 1943 begannen größere Evakuierungsmaßnahmen. Am 28. November 1944 verwüstete ein Luftangriff vor allem den südlichen Stadtbereich und hinterließ 180 Tote. Am 7. März 1945 beendete der Einmarsch von US-Truppen die nationalsozialistische Herrschaft.
In der Sekundarstufe gibt es ein erzbischöfliches und ein städtisches Gymnasium, eine erzbischöfliche und eine städtische Realschule, eine Gemeinschaftshauptschule, eine Gesamtschule sowie ein Wirtschaftsgymnasium.
Bis zum Umzug der Bundesregierung und des Bundespräsidenten von Bonn nach Berlin im Jahre 1999 war die Stadt hauptsächlich bekannt durch die Schlösser Augustusburg und Falkenlust, in deren Räumen bis 1994 der Bundespräsident Empfänge für Staatsgäste abhielt. Die Schlösser wurden in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Der Bahnhof Brühl liegt an der zweigleisigen, elektrifizierten linken Rheinstrecke (DB-Kursbuchstrecke 470), auf der im Schienenpersonennahverkehr neben dem Schienenpersonenfernverkehr und dem Güterverkehr
Darüber hinaus ist Brühl mit dem Bahnhof Kierberg an die Eifelbahn angeschlossen,(DB-Kursbuchstrecke 474) Köln - Euskirchen – Gerolstein – Trier, die täglich im Stundentakt von der „Eifel-Bahn“ (RB 24) von Köln über Euskirchen nach Kall befahren wird.
Auf der Strecke der Vorgebirgsbahn verkehrt mit mehreren Haltepunkten im Stadtgebiet in dichtem Takt eine Stadtbahn nach Köln und Bonn (Linie 18 der Kölner Verkehrs-Betriebe und der Stadtwerke Bonn Verkehrs GmbH).
Am 6. Februar 2000 um 0:13 Uhr ereignete sich im Bahnhof Brühl ein schweres Zugunglück, bei dem neun Fahrgäste eines Schnellzuges ums Leben kamen. Im Bahnhof wurden danach die das Unglück auslösenden Weichen und Gleise entfernt. Insgesamt wurden von den Feuerwehren, den Hilfsorganisationen und dem THW 847 Kräfte sowie etwa 300 Beamte der Polizei und des Bundesgrenzschutzes vor Ort eingesetzt.
Für den Nahverkehr dient das Stadtbusnetz der Brühler Stadtwerke, das durch Anrufsammeltaxen ergänzt wird. Drei Regionalbuslinien verbinden Brühl mit Köln-Mechenich und Kalscheuren (Regionalverkehr Köln), Wesseling und Lechenich sowie Weilerswist (REVG).
Die Stadt Brühl ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.
Die 1883 gegründete Zuckerfabrik in Brühl Ost musste über 100 Jahre später den Betrieb einstellen. Auf der großen Industriebrache zwischen Franzstraße und Bergerstraße ist mittlerweile ein neues Wohngebiet entstanden.
1874 übernahm Friedrich Giesler eine Brauerei an der Uhlstraße. Im Jahr 2000 wurde der Familienbesitz von der Kölner DOM-Brauerei übernommen. Seitdem wird "Giesler-Kölsch" in Köln gebraut. Seit 1976 brennt die in Köln gegründete Flimm KG u.a. den Magenhalbbitter "Kabänes" in Brühl.
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"Brühl (Rheinland)".
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