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Brötchen sind kleine rundliche Brote aus Weizen- oder Roggenmehl.
Sie werden in vielen Varianten hergestellt und haben regional unterschiedliche Namen. Traditionell werden Brötchen morgens aus ungesüßtem Hefeteig mit Weizenmehl gebacken, haben eine knusprige goldfarbene Kruste und eine dichte, etwas feuchte Krume. Sie sind nicht lange haltbar und sollten am gleichen Tag verzehrt werden. In Deutschland wurde 1957 die gesetzliche Vorschrift für ein Mindestgewicht abgeschafft. Durchschnittlich wiegt ein deutsches Brötchen jedoch etwa 50 g. Das durchschnittliche Brötchen hat einen Brennwert von ca. 586 kJ (etwa 140 kcal). Ein Brötchen von 50 g entspricht 2 BE.
Technische Hilfsmittel, wie Knetmaschinen, waren nicht vorhanden. Die Teige wurden noch mit den Händen geknetet. Es gab lediglich Knethölzer, womit der Teig gequetscht wurde. Daher wurden diese Teige sehr weich geführt.
Aus Mangel an Hefe wurde ein Weizensauer gezogen, der für die erforderliche Lockerung sorgte. Der Umstand führt immer wieder zu der Annahme, dass der Teig über 20 Stunden ruhte. Dieser Hefeansatz ist aber kein Vorteig. Er musste teilweise in Stundenabständen mit Mehl und Wasser aufgefrischt werden, damit die Kulturen nicht durch die eigenen Stoffwechselprodukte verdarben. Auch wird hier nur ein geringer Teil des Mehles angesetzt, weil das Mehl bei der langen Ruhe des Weizensauers abgebaut wird und dann nicht mehr backfähig ist.
Ebenso wurden zu dieser Zeit andere Weizen angebaut, die Mehle ergaben, die nicht mit den heutigen hochwertigen Mehlen zu vergleichen sind.
Diese Faktoren - besonders die unzureichende Möglichkeit des Knetens - erforderten eine lange Teigruhe. Die einzelne Mehlpartikel haften bei diesem Verfahren eng aneinander, dass sie nur mit wenig Wasser benetzt sind. Dabei handelt es sich aber nicht um ein Aufquellen, sondern nur um ein Anlagern der Feuchtigkeit, die während des Backprozesses für die Verkleisterung der Stärke notwendig ist. Unter diesen Umständen sind mehrere Stunden Ruhezeit erforderlich.
Es ist schwer zu ermitteln, welche Qualität solche Brötchen hatten. Man kann aber davon ausgehen, dass sie durch die lange Teigruhe und dem Weizensauer hocharomatisch waren. Dies auch, weil der Weizensauer nicht mit der heute verständlichen Hygiene gezogen wurde, womit „wilde Hefen“ zur Aromabildung beitrugen.
In Öko-Bäckereien wird heute ein abgewandeltes Verfahren angewendet. Hier wird mit wenig Triebmittel und langen Ruhezeiten und Vollkornmehl gearbeitet.
Auch im Handwerk besinnt man sich wieder auf alte Verfahren. Im Kampf gegen Industrieprodukte und Billigketten wird vermehrt auf gesteigerte Qualität geachtet. Dabei werden ebenfalls Brötchen mit wenig Hefe und längeren Ruhezeiten angeboten.
Heute werden Brötchenteige gewöhnlich ohne Vorteig direkt geführt. Zutaten sind Mehl (Weizenmehl Type 550), Wasser, Salz, Hefe und eventuell ein malzhaltiges Backmittel. Oft wird auch etwas Fett zugegeben. Das Backmittel versorgt die Hefe mit Nahrung, verbessert auch die Stabilität, denn es wird für die Reifung weniger Stärke abgebaut. Es wird vorwiegend Weichweizenmehl verwendet, das sich gut für die Brotbereitung eignet. Die Hefe kann zur besseren Entwicklung im Schüttwasser aufgelöst werden.
Moderne Knetmaschinen verkürzen die notwendige Teigreifung. Dabei werden die aneinander haftenden Mehlpartikel getrennt, damit sich dort Wasser anlagern kann. Dieser Vorgang bestimmt die Qualität der Stärkeverkleisterung während des Backprozesses. In einem Mixer wird der Teig 60 Sekunden, in einem Spiralkneter etwa 7 Minuten geknetet, bei älteren Teigknetern ist eine Knetzeit von 20–30 Minuten notwendig. Dabei erwärmt sich der Teig, dessen Temperatur nun um 30 °C liegt. Die Teigausbeute entspricht etwa TA 170. Sollen die Brötchen mit der Hand aufgearbeitet werden, so wird der Teig meist etwas weicher geführt.
Bei der Teigbereitung werden nach jeder Arbeitsstufe Teigruhen eingefügt, damit der Teig sich entspannen kann. Die aufgemachten Brötchen kommen auf Dielen oder Blechen zur Gare. Nach der Gare in einem feucht-warmen Gärraum kann das Brötchen in den Ofen. Brötchen-Teiglinge haben die optimale Reife bei 2/3 der Vollreife. Der Backraum wird mit heißem Wasserdampf (Wrasen oder Schwaden genannt) befeuchtet. Die optimale Backzeit eines Schnitt- oder Spitzbrötchens dauert 18 Minuten. Kurz vor dem Ausbacken wird der so genannte Zug geöffnet, wodurch feuchte Luft aus dem Backraum abzieht und die Kruste des Brötchens knusprig (rösch) wird.
Aus einem Teigling kann man durch eine unterschiedliche Oberfläche einen anderen Geschmack erzielen. Dies kann durch Bemehlung oder Schnitte erfolgen. Klassische Beispiele sind Schnittbrötchen oder Sternsemmeln; hier wird die Oberfläche durch gezielte Schnitte vergrößert. Bei ¾-Gare wird das Brötchen (in den Ofen) geschoben. Die Schnitte sind wie Sollbruchstellen zu verstehen, die nun unter Druck im Ofen aufplatzen (springen) und einen Ausbund bilden. Mit diesem Verfahren wird die Oberfläche und damit der Krustenanteil vergrößert.
Dieses Verfahren gilt aber nicht bei fettreichen Teigen, wie beim Milchbrötchen. Diese Teige können nicht springen, da der Teig zu mürbe ist. Ebenso können bestreute Brötchen (Mohn- Sesam- Kümmelbrötchen) nicht springen. Sie werden vor dem Backen mit Wasser benetzt, damit der Schnitt sich nicht schon vor dem Backen öffnet.
Fehler: Das Brötchen ist blass und ohne Glanz, da der Mehlkörper abgebaut wird, das Gebäck arm an Zuckerstoffen ist, die ja vergoren wurden. Häufig fallen sie zusammen, sind dann unförmig und flach. In der Kruste werden nur wenig Geschmacksstoffe gebildet. Die Krume hat ein fades bis leeres Aroma, sie weist eine grobe und unruhige Porung auf.
Fehler: Das Brötchen hat wenig Volumen springt nicht oder unregelmäßig. Auch hier ist das Aroma nicht ausgebildet, das Brötchen ist oft dunkel oder verkrüppelt und stark glänzend.
Fehler: Das Backgut ist ungleichmäßig gefärbt, an den Seiten hell bis weiß. Auch hier werden weniger Geschmackstoffe gebildet und die Brötchen können nicht optimal ausbacken.
Fehler: Die Krume schmeckt und riecht unangenehm nach Hefe.
Dabei ist die Struktur der Schnittfläche stark porig. Die Poren der Krume sollen gleichmäßig verteilt und die Schnittfläche mit Brotaufstrich bestreichbar sein. Sie darf nicht zu groß oder aufgeblasen sein. Mit Samen oder Körnern bestreutes Gebäck muss gleichmäßig bestreut sein und darf keine großen Lücken aufweisen. Zugaben, wie Schinken oder Samen, müssen in der Krume gleichmäßig verteilt sein.
Die geschmackbestimmende Kruste ist nach dem Backen trocken. Sie nimmt aus Umgebung und Krume Feuchtigkeit auf. Das Brötchen wird weich und pappig. Grundsätzlich sollen Brötchen trocken und kühl (über 7°C gelagert werden).
Frische, warme Brötchen sollten sofort aus der Tüte genommen werden, da die ausdampfende Feuchtigkeit in die Kruste übergeht und sie weich macht.
Im Haus bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. In einem Steintopf (Römertopf) oder einer Keksdose bleibt das Brötchen relativ lange rösch. Es darf aber nicht mit feuchten Gut (Schinkenbrötchen etc.) aufbewahrt werden, da hier die Feuchtigkeit wandert. Auch die gute alte Brötchentüte eignet sich gut.
Gefrostete Brötchen dürfen nicht sofort aufgebacken werden. Der gefrorene Kern kann von der Hitze nur langsam durchdrungen werden, die Oberfläche wird dann trocken und bröckelt meist ab. Daher sollte man das Backwerk vorher an- oder besser auftauen.
Am einfachsten kann man Brötchen auf dem Brötchenaufsatz des Toasters aufbacken. Optimal ist jedoch das Aufbacken im Ofen mit Wasserdampf: Dazu wird der Ofen bei 180 bis 200°C vorgeheizt, wobei ein hohes Blech auf dem Boden mit zwei Tassen Wasser mit vorgeheizt wird. Das Backgut wird in der Mitte auf einem Grillrost oder Blech aufgebacken. Nach dem Bestücken ist es optimal, wenn eine große Tasse Wasser auf das heiße Bodenblech gegeben wird, damit sich kräftig Dampf Wrasen entwickelt. Der Grund hierfür ist, dass viel Feuchtigkeit benötigt wird, um die Retrogradation der Stärke zu vermindern. Nach drei bis fünf Minuten sind die Brötchen aufgebacken. Damit sie besonders rösch werden, sollte der Dampf in der letzten Phase entweichen können.
Bread roll | Brötchen | Bułka
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