Der Brückenkopf im rheinischen Jülich wurde in den Jahren 1799 bis 1808 erbaut und sicherte die Straßenbrücke über die Rur westlich der Stadt. Das linke Ufer des Niederrheines gehört damals zu Frankreich, deshalb ging seine Errichtung auf eine Initiative von Napoleon zurück. Zu dieser Zeit wurde die bereits seit dem 16. Jahrhundert immer weiter ausgebaute Festung Jülich nach Jahrzehnten der Vernachlässigung gewaltig erweitert, sie sollte den Franzosen als wichtige Etappenfestung zwischen der Rheingrenze und dem französischen Mutterland dienen und obendrein den strategisch bedeutsamen Rurübergang sichern. Kurz vor der Fertigstellung besuchte Kaiser Napoleon die Baustelle und fand das Werk nicht besonders gelungen - es war überdimensioniert und wegen seiner Nähe zu den Höhen um Aldenhoven auch verwundbar, aber für eine Umdisponierung war es zu spät. Man beschränkte sich darauf, die Südbastion (heute Bauhofbastion) mittels eines aufgeschütteten Oberwalls (Kavalliers) zu verstärken. Ein entsprechender Ausbau der anderen beiden Bastionen war ebenfalls vorgesehen, unterblieb aber aus Kostengründen.
Der Brückenkopf ist als Kronwerk ausgeprägt und weist eine Breite von etwa 800 Metern, eine Tiefe von etwa 300 Metern und eine Höhe von etwa 10 Metern auf. Er besteht im Wesentlichen aus mit Mauern abgestütztem Erdreich. Auf dem Wall befinden sich tonnengewölbte Hohltraversen zur Aufstellung von Geschützen sowie für die Verteidigung mit Kleinwaffen, sie dienen auch der Abschnittsverteidigung, sollte ein Gegner einen Wallabschnitt erobert haben. Nach Westen hin wird die Breite des Brückenkopfes durch zwei Halbbastionen und eine Vollbastion gegliedert. Die inoffiziellen Namen der Bastionen lauten:
Der Name "Zoobastion" leitet sich von der jahrzehntelangen Nutzung des Vorgeländes als Vogelpark ab. In der "Bauhofbastion" befand sich lange Zeit das Lager für Baumaterial der Stadt Jülich. Vor der Escarpe des Brückenkopfes liegt ein breiter, wassergefüllter Graben. Hinter der Escarpe befindet sich eine durchgehende Galerie mit zahlreichen Scharten für die infanteristische Verteidigung.
Als einziges freistehendes Gebäude findet sich auf dem Gelände der "Bauhofbastion" ein 1806 erbautes Kriegspulvermagazin ähnlich dem auf der Jülicher Zitadelle.
Der Brückenkopf ist von großer bau- und kunsthistorischer Bedeutung, da er das einzige in Deutschland erhaltene Beispiel der Festungsbautechnik des französischen Empire zu Anfang des 19. Jahrhunderts ist.
Nach schweren Kriegsschäden und jahrzehntelangem Verfall wurde das Gelände 1998 in die Landesgartenschau integriert. Der Brückenkopf wurde dabei einer umfangreichen, wenn auch nicht ganz vollständigen, Restaurierung unterzogen. Heute befindet sich dort der Brückenkopfpark Jülich. Der Festungspark wurde 2005 als herausragendes Beispiel in die Straße der Gartenkunst an Rhein und Maas aufgenommen. Die Facen der Mittelbastion sind noch unrestauriert, was den Gesamteindruck allerdings glücklicherweise kaum schmälert.
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