| Wappen | Karte | |||
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| CoA civ ITA bolzano.png | Karte_Gemeinde_Bozen.png | |||
| Basisdaten | ||||
| Gemeinde: | Bozen (ital.: Bolzano, lad: Bulsan) | |||
| Bezirksgemeinschaft | Bozen | |||
| Provinz: | Bozen (Südtirol) | |||
| Region: | Trentino-Südtirol | |||
| Staat: | Italien | |||
| Einwohner (VZ 2001 / 31. März 2006) | 94.989 / 99.229 | |||
| Sprachgruppen (laut Volkszählung 2001) | 26,3% deutsch 73,0% italienisch 0,7% ladinisch | |||
| Fläche / Dauersiedlungsraum: | 52,3 / 28,0 km² | |||
| Koordinaten: | ||||
| Meereshöhe (NN): | 232 - 1.616 (Zentrum 262 m) | |||
| Stadtviertel: | Zentrum - Bozner Boden - Rentsch (Centro - piani - Rencio), Oberau-Haslach (Oltrisarco - Aslago), Europa-Neustift (Europa - Novacella), Don Bosco, Gries-Quirein | |||
| Nachbargemeinden: | Deutschnofen, Eppan an der Weinstraße, Jenesien, Karneid, Leifers, Pfatten, Ritten, Sarntal, Terlan | |||
| Partnerschaft mit: | Ödenburg (Sopron) | |||
| Postleitzahl: | 39100 | |||
| Vorwahl: | 0471 | |||
| ISTAT-Nummer: | 021008 | |||
| Autokennzeichen: | BZ | |||
| Steuernummer: | A952 | - style="border-bottom:3px solid; background:#efefef;" | Politik | |
| Bürgermeister: | Luigi Spagnolli | |||
Bozen * (italienisch Bolzano, ladinisch Bulsan, lateinisch Bauzanum) ist die Landeshauptstadt Südtirols, einer autonomen Provinz in Italien, und als solche Sitz der Südtiroler Landesregierung und des Südtiroler Landtags.
Bozen ist seit seiner Gründung und Erhebung zur Stadt vor mehr als 800 Jahren eine Handelsstadt, die günstig zwischen den ehemals bedeutenden Handelsdrehkreuzen Venedig und Augsburg liegt. Zu den viermal im Jahr veranstalteten Messen kamen Handelsleute aus Nord und Süd. Deshalb wurde 1635 der Merkantilmagistrat (Handelsgericht) gegründet, der in Marktzeiten aus je 2 deutschen und italienischen Räten (von den Kaufleuten aus ihren Kreisen bestimmt) gebildet wurde.
Merkantilgebäude.JPGgebäude der Stadt und Sitz des ehemaligen Merkantilmagistrates]] Das Bozner Becken fasziniert mit seinem einzigartigen Burgenreichtum. Rund 40 Burganlagen auf engstem Raum bilden die größte Burgendichte Europas. Seit dem 12. Jahrhundert wurden im Bozner Becken von adeliger Hand Burgen errichtet, meist an exponierten Punkten, um den Reichtum und die weltliche Macht dieser Familien sichtbar zu machen. Sie wurden an strategisch günstig gelegenen Stellen erbaut. Sie vereinten den Anspruch politischer Macht mit Funktionen der Rechtsprechung und Steuererhebung. Steuern wurden großteils in Naturalabgaben geleistet, weshalb im Burgbereich auch Ställe und Lager für Getreide und Wein vorhanden waren. Im Spätmittelalter wurde die Macht in die Städte Bozen, Meran und Brixen und an den landesfürstlichen Hof nach Schloss Tirol (ab ca. 1420 nach Innsbruck) verlagert. Gleichzeitig etablierten sich die Märkte und die beginnende Geldwirtschaft. Das 14. und 15. Jahrhundert bedeutete somit einen Wandel für die Burgen im Bozner Raum. Viele von ihnen wurden dem Verfall preisgegeben. Dieses Schicksal traf beispielsweise die Burg am Johanneskofel und Walbenstein. Andere Burgen, wie Schloss Runkelstein, Haselburg oder Schloss Maretsch wurden im Stil der Gotik und Renaissance zu Schlössern umgebaut.
Die wohlhabenden Bürger jener Zeit haben sich selbst auch einige Denkmäler gesetzt, so haben in der Pfarrkirche (seit 1964 Conkathedrale) mehr Leute Platz als in jeder anderen Kirche zwischen Verona und München. Die Kaufmannsfamilie Vintler hat 1388 mit dem Ankauf von Schloss Runkelstein den Adelsrang erlangt.
Gleichzeitig mit der Stadt etablierten sich um Bozen zwei Landgemeinden (Zwölfmalgreien und Gries), die im 19. bzw. 20. Jahrhundert eingemeindet wurden.
Um den Italienern Arbeit zu geben und die Italienisierung Südtirols voranzutreiben, wurde in Bozen ein bedeutendes Industriegebiet errichtet. Die Einwohnerzahl wuchs sprunghaft an. Für die italienischen Einwanderer wurden auch Siedlungen im ländlichen Stil errichtet, die häufig über einen Garten verfügten. Diese Majorisierungspolitik wurde auch von der Republik Italien nach dem Krieg bis zur Gewährung eines Autonomiestatuts fortgesetzt, sodass heute fast 75% der etwa 100.000 Einwohner italienischer Muttersprache sind.
Das Leben zwischen den Sprach- bzw. Volksgruppen verläuft auch heute noch nicht immer problemlos und ist manchmal spannungsgeladen. Eine der jüngeren Auseinandersetzungen ist die Benennung des sogenannten ”Siegesplatzes”. Er wurde von der Bozner Gemeindeverwaltung zunächst in ”Friedensplatz” umbenannt, um damit einen Stein des Anstoßes zu beseitigen. Daraufhin initiierten einige italienische Parteien, mit an vorderster Front die postfaschistische Alleanza Nazionale, eine Volksbefragung – mit dem Ergebnis, dass aufgrund des Abstimmungsverhaltens der italienischen Mehrheitsbevölkerung der Friedensplatz 2003 wieder in Siegesplatz zurückbenannt werden musste.
1964 wurden die Grenzen der Kirchendiözese Brixen so abgeändert, dass sie für ganz Südtirol zuständig ist. Bozen wurde dadurch Bischofssitz der Diözese Bozen-Brixen.
International ist Bozen besonders durch die Entdeckung des Ötzi in den Südtiroler Alpen bekannt geworden, der im Südtiroler Archäologiemuseum aufbewahrt wird.
Seit 1998 ist Bozen Sitz der Freien Universität Bozen (FUB) und somit Universitätsstadt. Die "Freie Universität Bozen" bietet dreisprachige Studiengänge in den Sprachen Deutsch, Italienisch und Englisch an. Erwähnenswert ist auch die Europäische Akademie EURAC, eine parauniversitäre Forschungseinrichtung mit Schwerpunkt Sprachminderheiten und Umwelt.
Neben der Universität beherbergt Bozen auch die nach Claudia de Medici benannte Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana.
Auch in Bozen leben immer mehr Einwanderer. Die Integration dieser Menschen ist nicht immer leicht, da sie sich oft auch zwischen den Fronten (zwischen Deutschen und Italienern) wiederfinden. 2004 wurde der erste Ausländerbeirat gegründet, der dem Gemeinderat unterstützend zu Seite steht.
2004 wurde der Versuch, vor den Toren der Stadt ein Einkaufszentrum zu errichten, endgültig abgewehrt. Auch die Bemühungen in Bahnhofsnähe ein größeres Einkaufszentrum zu errichten scheiterten bis jetzt. Die Südtiroler Raumordnung hemmt die Zersiedlung, die Ansiedelung von großen Märkten auf der grünen Wiese und fördert dafür den Einzelhandel.
Seit 2004 wird an zwei Multiplexkinos gebaut. Ein altes Kino (das Concordia) wurde 2005 geschlossen. Somit hat Bozen zur Zeit nur 4 Kinosäle und einige Multifunktionssäle wo ab und an Filme gezeigt werden. Das größte Kino Bozens ist bis September 2006 das renommierte Programmkino "Filmclub" mit 3 Sälen, das alljährlich im April die „Bozner Filmtage“ veranstaltet.
Im Januar 2005 wurde Bozen zur Guggenmusik-Hauptstadt Europas. 34 Guggenmusiken aus der Schweiz und aus Deutschland haben am 39. Europäischen Guggenmusikfestival teilgenommen.
Im Mai 2005 ergab sich bei den Gemeinderatswahlen ein Patt zwischen dem gewählten Bürgermeister Giovanni Ivan Benussi, der von der Casa delle Libertà unterstützt wurde, und dem Gemeinderat, in dem die Parteien des Ulivobündnisses zusammen mit der SVP die Mehrheit stellten. Der amtierende Bürgermeister Giovanni Salghetti Drioli unterlag in der Stichwahl seinem Kontrahenten um nur 7 Stimmen. Nachdem Bürgermeister Benussi die notwendige Mehrheit im Gemeinderat nicht aufbringen konnte, wurde er im Juni 2005 abgesetzt. Bei der Wahl am 6. November 2005 setzte sich Mittelinkskandidat Luigi Spagnolli mit 50,36 % der Stimmen im ersten Wahlgang durch. Die stärkste Partei wurde überraschend die Südtiroler Volkspartei, die 11 der 50 Mandate erlangte (+3).
Die zweisprachige ungarische Stadt Sopron/Ödenburg ist Bozens Partnerstadt.
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