Bov (deutsch Bau) ist eine Kirchspielsgemeinde in Sønderjyllands Amt in Dänemark. Die Gemeinde befindet sich an der Grenze zu Deutschland. Sie vereinigte sich 1970 mit Holebüll zur Kommune Bau, die ihrerseits 2007 in einer 60.000-Einwohner-Kommune mit Zentrum im 25 Kilometer entfernten Apenrade aufgehen wird.
Bis 1920 bestand das Kirchspiel Bau aus folgenden Landgemeinden:
Als die Holsteiner im 14. Jahrhundert die Pfandherrschaft über Schleswig erreichten, errichteten sie zum Schutz Flensburgs im Südteil des Kirchspiels die Burg Niehuus, welche aber im folgenden Jahrhundert wieder zerstört wurde. Während der Zeit der Landesteilungen in Schleswig und Holstein blieb Bau mit dem Amt Flensburg immer bei der königlichen Linie. Im 17. Jahrhundert gründete König Christian IV. östlich von Bau die Krusauer Kupfermühle, einen der frühesten und lange Zeit wichtigsten Industriebetriebe in der dänischen Monarchie. Im Gasthaus des im Norden des Kirchspiels belegenen kleinen Dorfes Bommerlund wurde der berühmte Bommerlunder erfunden, der aber bald in Flensburg produziert wurde.
Am 9. April 1848 kam es bei Bau zur ersten großen Schlacht des Schleswig-Holsteinischen Krieges von 1848-1851, bei welcher die dänischen Regierungstruppen die Oberhand über die aufständischen Schleswig-Holsteiner behielten. Allerdings gelang den meisten der Unterlegenen die Flucht nach Rendsburg, wo sie durch neue Bündnistruppen unterstützt wurden. Die Schlacht verlief weitgehend im Bereich des "Krummen Weges" südlich von Bau und zog sich bis in die Flensburger Neustadt hin. Nach dieser Schlacht ist in manchen Städten (z.B. Kiel) eine Baustraße benannt.
Nachdem Schleswig 1864 an Preußen gefallen war, wurde das Kirchspiel Bau in neun Gemeinden aufgeteilt. Beim in der Gemeinde Bau gelegenen Gasthaus Pattburg entwickelte sich ein Bahnknotenpunkt zwischen der Hauptstrecke Hamburg-Fredericia und einer Nebenbahn von Flensburg nach Sonderburg, wodurch eine größere Siedlung entstand. Kollund am Nordufer der Flensburger Förde wurde zu einem beliebten Erholungsort.
Bei der deutsch-dänischen Grenzziehung 1920 wurde das Kirchspiel Bau geteilt: Die beiden südlichen Gemeinden Niehuus und Kupfermühle (mit Wassersleben) blieben bei Deutschland und im Kreis Flensburg und gehörten fortan zum neuen Kirchspiel Flensburg St. Petri (heute gehören sie zur Gemeinde Harrislee). Die übrigen Gemeinden bildeten fortan die dänische Kirchspielslandgemeinde Bau, die durch das vom Nachbarkirchspiel Handewitt abgetrennte Fröslee erweitert wurde und zum Amt Apenrade gelegt wurde. Neben Pattburg entwickelte sich vor allem Krusau zu einem bis heute wichtigen Grenzhandelsplatz, während die kleineren Wege über die neue Grenze (auch der legendäre Krumme Weg) bald geschlossen und erst 2001 mit dem Schengener Abkommen wieder geöffnet wurden.
1970 wurde Bau mit dem Nachbarkirchspiel Holebüll zu einer Primärkommune vereinigt und der neuen Sønderjyllands Amtskommune unterstellt. 2007 geht die Grenzkommune in der Großkommune Apenrade auf.
Ort in Dänemark | Nordschleswig
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