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Bouaké ist eine Stadt im Zentrum der Elfenbeinküste und nach Yopougon und Abobo die drittgrößte Stadt des Landes.

Geographische Lage


Die Stadt liegt im zentralen Teil des Landes rund 50 km nordöstlich des Kossousees, dem größten See der Elfenbeinküste, rund 350 Kilometer nördlich Abidjans und etwa 100 km nordöstlich der Landeshauptstadt Yamoussoukro. Die Distanzen von Bouaké zur Wirtschaftsmetropole Abidjan ist etwa gleich wie zu den Nachbarländern Burkina Faso, Mali, Ghana, Guinea und Liberia. Sie ist die Hauptstadt des gleichnamigen Departements im Bandama-Tal und des historischen Boualé-Landes.

Geschichte


Sagen und Erzählungen

Mitte 19. Jahrhundert gab es ein kleines Dorf namens Gebekekro im Herzen der Baoulé-Savanne. Es unterstand dem Dorfchef Gossankwa Gbeke vom Stamm der Assabou, einer Akan-Ethnie. Gossankwa Gbeke war der Königin Pokou und ihrer Schwester Akwa Boni in ihrem Epos quer durch die Baoulé-Savanne gefolgt, bis sich die klöngigliche Familie in der Region von Ouarebo niederliess. Gossankwa Gbeke, welcher in der ganzen Region für seine Autorität und Weisheit bekannt war, hatte als Repräsentant des Volks der Baoulé den Nichtangriffspakt mit Almamy Samory Touré mit abgeschlossen und war bei der Mediation der Touré in Marabadiassa dabei.

Beginn der Kolonialisierung

Nachfolger des legendären Gossankwa Gbeke wurde Kouassi Blé. 1898 errichteten die Franzosen in Sichtweite des Dorfes Gebekekro ein Militärcamp unter der Leitung des Hauptmanns Benoit. Als die französische Armee von den beiden entscheidenden Schlachten gegen Samory Touré im Französisch-Sudan zurückkehrten, gab es Scharmützel mit den Einheimischen. Geschlagen, musste Kouassi Blé das Dorf Gbekekro verlassen. Zwölf Kilometer weiter östlich gründete er 1900 eine neue Siedlung namens Kouassi Blékro, wo sich heute noch der Sitz des Stammesfürstentum Gossan von Bouaké befindet.

Französische Zivilverwaltung

Die französischen Truppen organisieren das Dorf nach europäischen Regeln unter dem Namen Bouaké und 1904 wird das erste Postbüro errichtet, 1907 folgt der Telegraph. Drei Jahre später wird das Gebiet parzelliert und unter der Leitung des Generalgouverneurs von Französisch Westafrika (AOF), Hauptmann Colomb, mit der Überbauung begonnen. Deshalb gilt das Jahr 1910 als Gründungsjahr der Stadt Bouaké. Bereits 1912 wurde die Eisenbahn von Dimbokro nach Bouaké verlängert.

Bevölkerung


Bouaké hat rund 570.000 Einwohner. Zusammen mit den umliegenden Gemeinden zählt die Agglomeration von Bouaké rund anderthalb Millionen Einwohner und ist somit nach der Agglomerationen von Abidjan un Yamoussoukro die drittegrösste im Land. Seit ihrer Gründung imJahre 1910 ist die Stadt rasch gewachsen, wie aus der untenstehenden Tabelle entneommen werden kann.


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Jahr Bevölkerung
1921 3600
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1945 22 000
-
1960 60 000
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1970 120 000
-
1975 175 000
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1988 333 000
-
1998 1 200 000
Diese Bevölkerungszahlen aus der französischen Wikipedia beziehen sich zumindest in neuerer Zeit nicht auf die Stadt, sondern auf die Agglomeration.

Wirtschaft und Verkehr


Bedeutendster Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft; insbesondere der Anbau von Baumwolle. Zumindest bis 2002 war Bouaké ein wichtiges Wirtschaftszentrum mit einem Grosshandelsmarkt. Seit 1967 gibt es hier einen Lions-Club. Die Stadt befindet sich an der Eisenbahnlinie von Treicheville nach Wagadugu (Burkina Faso). Ebenso an den Nord-Süd- und Ost-West-Hauptachsen der Strassen. Dadurch hat Bouaké eine privilegierte wirtschaftliche Lage, was zur Ansiedlung von vielfältigen Unternehmen geführt hat. Neben dem Bahnhof und der Überlandbus-Station verfügt die Stadt auch über einen Flughafen.

Bildung und Gesundheit


Bouaké verfügt über 316 Primarschulen, 27 Sekundarschulen, eine Universität und das Institut National de Formation des Agents de Santé (französisch für Nationales Ausbildungsinstitut für Gesundheitsagenten). Bouaké ist ebenfalls Sitz eines Forchungsintituts für Baumwolle und tropische Textilfasern. Neben dem Universitätsspital gibt es eine grössere Anzahl Gesundheitszentren und privater Kliniken. Seit 2002 arbeitet ein medizinisches Team im Universitätsspital von Bouaké mit.

Die 'École Baptiste oder International Christian Academy war eine amerikanische Internatsschule, vornehmlich für Kinder von Missionaren. Sie startete im Schuljahr 1961/1962 mit 73 Kindern. Im September 2002 geriet die Schule im wahrsten Sinne des Wortes zwischen die Fronten, und über 160 Kinder waren mit ihren Betreuern während einer Woche von den Forces Nouvelles und den Regierungstruppen eigekesselt. Darauf wurde die Schule evakuiert und von den Franzosen als Militärbasis bezogen. Da keine Aussicht auf Rückgabe des Geländes besteht, wurde die Schule 2005 formell geschlossen.

Kultur


Bouaké ist bekannt für seine Fasnacht und den Markt der St. Michaels-Kathedrale. Bouaké ist Bischofssitz des gleichnamigen Bistums. Als einzige im Landesinnern verfügt Bouaké über regionale Fernseh- und Radiostudios.

Politische Lage


Rebellion der Forces Nouvelles

Bouaké ist in der Gewalt von Rebellen, den Forces Nouvelles und deren Quasi-Hauptstadt. Am 19. September 2002 nutzten Teile der Armee einen Italien-Besuch von Staatspräsident Laurent Gbagbo zu einem Staatsstreich, bei dem sie die Nordregion der Elfenbeinküste unter ihre Kontrolle brachten und die MPCI - die "Patriotische Bewegung der Elfenbeinküste" gründeten. Rund 900 von den rund 750 aufständischen Soldaten eingeschlossene Europäer gerieten wenige Tage später zwischen die Fronten, als regierungstreue Truppen eine Gegenoffensive gegen die Rebellen starteten. Bei einem weiteren Angriff auf die Aufständigen am 6. November 2004 wurden nahe Bouaké französische Militärstellungen von ukrainischen Kampfflugzeugen der ivorischen Regierung angegriffen und neun französische Soldaten getötet.

Unischere Datenlage

Während gemäss einem Bericht der deutschen Tageszeitung TAZ die Stadt stark unter der Rebellion leide, ausser der städtischen Sparkasse seien alle Banken geschlossen, ebenso viele Läden und Unternehmen; manche Lehrer seien geflohen und der Unterricht nicht mehr garantiert, berichtet die französische Humanité das Leben nehme wieder seinen normalen Lauf. Die Stadt - eine Geisterstadt (TAZ) oder stark belebt (Jeune Afrique). Berichte sind meist widersprüchlich und wenig aussagekräftig.

Söhne und Töchter der Stadt


  • Amara Essy, Politiker der Elfenbeinküste, Präsident der 49. UN-Generalversammlung

Externe Seiten


  • * Eisenbahn Treicheville - Bouaké - Wagadugu (SITARAIL)
  • * Lions-Club Bouaké

Ort der Elfenbeinküste

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