Bote.jpg Der Ausdruck Bote (v. althochdt.: boto bieten) bezeichnet den Überbringer einer Botschaft auf Veranlassung eines Senders an einen Empfänger.
Formal gesehen gleicht ein Bote zunächst und grundsätzlich einem Medium, das eine Information einem Adressaten vermittelt.
Im Unterschied zum abstrakten Medium jedoch tritt der Bote konkret und leibhaftig als Person in Erscheinung.
Ein Bote ist abgesandt. Er handelt im Auftrag und an Stelle eines Absenders. Mit seinem Auftreten ist eine bestimmte Absicht Intention verbunden. Meist ist die Botschaft für den Adressaten relevant.
Die griechische Mythologie kennt den Götterboten Hermes. Der mit Flügelschuhen und Heroldstab ausgestattete Gott wirkt als Verbindungsglied zwischen Olymp und Erde und löst zeitweise größere Unruhe aus (siehe: Pan). Seine weibliches Pendant ist Iris, deren Attribut des Regenbogens die Brückenfunktion des Boten veranschaulicht.
Mit dem Botensymbol der Flügel ausgestattet treten die Engel (angeloi) in zahlreichen Kulturen in Erscheinung. Ihr Erscheinen und ihre Botschaft löst zum einen Freude aus (eu-angelion als gute frohmachende Botschaft), zum anderen durchaus auch Furcht und Entsetzen.
Die griechische Sprache nennt jedoch neben dem himmlischen Hofstaat auch die irdischen menschlichen Boten Engel (angeloi).
Sprichwörtlich ist die von Boten überbrachte Hiobsbotschaft (Ijob 2) geworden, als Synonym für Unglücks- oder Katastrophenbotschaften.
Ebenso trifft dieses Merkmal zu im Bereich der Religion etwa auf den Missionar, in der Ideologie auf den Propagandisten, in der Politik auf den Agitator und Demagogen, in Handel und Ökonomie auf den Vertreter bzw. die Werbung.
Im zwischennationalen Verkehr hat sich das besondere Amt des Botschafters gebildet. Der Diplomat fungiert analog dem Boten als Mund der jeweiligen Regierung, aber auch als ihr Ohr und Auge.
Eine weitere Stufe bildete der Herold, der eine vom Herrscher verfasste Order vor den Untertanen oder Angehörigen fremder Mächte verlas und ihr damit Gültigkeit verschaffte.
Auf der anderen Seite spielen die durch das bedruckte Papier der Zeitungen vermittelten Boten eine wesentlichere Rolle.
Postjungbote Azubi bis 1990
Einerseits sind die Medien "Medium" genug, da sie die Repräsentanz des Herrschers leibhafter, direkter und ohne jede Symbolik zu vermitteln vermögen.
Andererseits aber bedarf das Zeitalter der Massenmedien der massenmedialen Boten in ihrer Vermittlerrolle zwischen Gebieter (Sender) und Zuschauer (Untertan). Das sind die Sprecher. Aber nicht nur die der Nachrichten, News- und Informationssendungen. Die Körperlichkeit ("Telegenität) dieser Ansager, Showmaster und Sprecher spielt eine nicht zu überschätzende Rolle. Ihr Wirken reicht hinein unverhüllt-direkt von der Werbung bis zum subtilen Kommentar oder der Unterhaltung.
Das Internet mit seinen Möglichkeiten bildet einen vorläufigen Gipfelpunkt im Wandel des Botenbildes. Boten und Botschaften erreichen einen Grad höchstmöglicher Diversifikation. Die Geschwindigkeit und Allgegenwart wird einerseits mit dem Verlust der leibhaften Körperlichkeit erkauft. Andererseits wird - zumindest virtuell - ein leibhafter Bereich weltweiter Kommunikation gewonnen. Ein jeder vermag jedermanns Sender, Empfänger oder Bote zu sein.
Siehe BGB.