Borussia VfB e.V. Neunkirchen/Saar ist ein Fußballverein aus Neunkirchen im Saarland.
Der Verein wurde am 24. Juli 1905 als FC Borussia Neunkirchen gegründet. 1907 fusionierte die Borussia mit dem SC Neunkirchen zum SC Borussia Neunkirchen. Ein Jahr darauf bekam der Verein seinen heutigen Namen.
Nach der Zwangsauflösung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein zunächst als VfB Neunkirchen neu gegründet. Den alten Namen bekam er am 26. Juli 1951 zurück.
Nach vier Jahren in der B-Klasse Saargau stiegen die Neunkircher 1912 in die Erstklassigkeit auf. Bereits 1911 waren sie Saargau-Meister, scheiterten aber in der Aufstiegsrunde. Zwei Mal wurde die Borussia Vorletzter dieser Liga, dann musste der Spielbetrieb wegen des Ersten Weltkriegs eingestellt werden.
In der unmittelbaren Nachkriegszeit zählte die Borussia zu den Spitzenvereinen des Saarkreises. Von 1920/21 bis 1923/24 wurde sie vier Mal hintereinander Meister der regionalen Liga, 1922 sogar süddeutscher Vizemeister. Im Endspiel unterlagen die Neunkircher Wacker München mit 1:2 nach Verlängerung.
Ab 1924 fielen die Borussen ins Tabellenmittelfeld zurück, ehe sie 1927 Vizemeister hinter dem FV Saarbrücken und 1928 erneut Bezirksligameister wurden. In der anschließenden süddeutschen Meisterschaftsrunde waren die Neunkircher chancenlos und wurden Letzter mit 3:25 Punkten. In den verbleibenden Bezirksligajahren hatten sie keinen Kontakt mehr zur Tabellenspitze.
1933 gehörten die Neunkircher zu den Gründungsmitgliedern der Gauliga Südwest, wo sie nach mehreren Mittelfeldplatzierungen in der Saison 1937/38 Vizemeister hinter Eintracht Frankfurtwurden, aber im folgenden Jahr an diesen Erfolg nicht anschließen konnten. Bis zur erneuten Einstellung des Spielbetriebs zu Beginn der Saison 1944/45 blieben die Saarländer erstklassig.
Im ersten Jahr nach der Wiederaufnahme des organisierten deutschen Fußballs zeigten die Borussen sich in guter Frühform und wurden Dritter der Oberliga Südwest. 1948 mussten sie diese Liga verlassen, um mit den anderen Saar-Vereinen eine eigene zweitklassige Liga unter französischer Flagge auszuspielen. Die Neunkircher wurden direkt Meister, durften aber nicht in die Ligue 1 aufsteigen. 1950 wurden sie Vizemeister, im folgenden Jahr führten sie das Vertragsspielertum ein und mussten deswegen die Liga verlassen.
1951 wurden die Saar-Vereine wieder in das deutsche Ligasystem eingegliedert. Borussia Neunkirchen bekam einen Platz in der Oberliga, wo der Verein erst ab den späten 50ern gute Tabellenplätze erreichte. Dem dritten Rang 1957/58 folgten drei Vizemeisterschaften, eine Meisterschaft und ein weiterer zweiter Platz.
Fünf Mal nahm die Borussia dadurch an der Playoff-Runde zur Deutschen Meisterschaft teil, wo sie jedoch jedes Mal bei der ersten Möglichkeit ausschied: 1959 und 1961 in den Qualifikationsspielen, 1960, 1962 und 1963 in der Vorrunde.
Trotz der guten Platzierungen in den fünf vorausgegangen Jahren wurden die Neunkircher 1963 nicht in die neu gegründete Bundesliga aufgenommen, da dem Südwesten nur zwei Plätze zustanden, die an den 1. FC Kaiserslautern und den 1. FC Saarbrücken gingen.
1964 wurden die Neunkircher knapp vor dem FK Pirmasens Meister der Regionalliga Südwest. In die folgenden Aufstiegsrunde startete die Borussia sehr schlecht, schaffte aber durch ein 1:0 gegen gegen den Spitzenreiter Tasmania Berlin am letzten Spieltag vor 38.000 Zuschauern den Sprung in die Bundesliga. Dort galten die Neunkircher als erster Abstiegskandidat, erreichten aber dank ihrer Heimstärke und ihrer erstklassigen Defensive im ersten Jahr den zehnten Platz. Im zweiten stieg die Borussia als Vorletzter ab.
1967 schaffte Borussia Neunkirchen als erster Verein den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga, diesmal sehr viel souveräner als drei Jahre zuvor. In der folgenden Bundesligasaison war die Mannschaft völlig überfordert. Auswärts gelang nur ein Punkt, und die 93 Gegentore waren mit deutlichem Vorsprung Spitzenwert der Liga. Damit begann der jahrzehntelange Niedergang der Borussen.
1971, 1972 und 1974 wurden die Neunkircher nochmals Südwestmeister, scheiterten aber jedes Mal in der Aufstiegsrunde, wo sie erst Zweiter, dann Dritter, dann Vierter ihrer Gruppe wurden. Immerhin: Bis zum Ende der Regionalliga nach der Saison 1973/74 blieb Borussia Neunkirchen der einzige Südwestverein, der den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hatte.
In der neuen Zweiten Bundesliga blieben die Borussen nur ein Jahr. Als 18. der Tabelle mussten sie in die sehr niveauarme Amateurliga Saar, wo sie drei Mal mühelos Meister wurden und 1978 dem Wiederaufstieg in die Zweitklassigkeit schafften. Als Tabellenletzter stiegen die Neunkircher umgehend wieder ab. Zwei Spiele jener Saison mussten wiederholt werden: Beim Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers (4:3) hatte der Schiedsrichter irrtümlich auf Tor für die Borussia entschieden, obwohl der Schuss von Jürgen Kobel das Tor verfehlt hatte. Aufgrund der eindeutigen Fernsehaufnahmen wurde das Spiel neu angesetzt. Die Stuttgarter gewannen 1:0. Auch das Derby gegen den 1. FC Saarbrücken (2:1) wurde annulliert, weil ein FCS-Akteur von einem Hund gebissen wurde und verletzt ausscheiden musste. Das Wiederholungsspiel endete 1:0 für die Borussia.
Ein Jahr nach dem Abstieg in die 1978 eingeführte Amateur-Oberliga stiegen die Neunkircher 1980 wieder auf, und als Vorletzter 1981 wieder ab.
Bis 1994 gehörten die Neunkircher fortan der Oberliga an, wo sie erst ab 1989/90 zur Spitzengruppe gehörten. 1991 wurde die Borussia Südwestmeister, wurde aber sieglos Letzter der Aufstiegsrunde. 1994 bekam der Verein einen Platz in der neu eingeführten Regionalliga Südwest, aus der er im zweiten Jahr wieder in die Oberliga abstieg. Nach der nächsten Oberligameisterschaft 2000 blieben die Neunkircher in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga ohne Tor und Punkt. Zwei Jahre später stiegen sie doch noch auf, mussten aber die Regionalliga wieder als abgeschlagener Tabellenletzter verlassen und die Insolvenz überstehen. Als Konsequenz daraus verzichteten die Neunkircher 2005 trotz der Meisterschaft auf den Aufstieg in die Regionalliga.
Seit 1912 spielt Borussia Neunkirchen im einst 32.000, heute knapp 20.000 Zuschauer fassenden Ellenfeldstadion. Zuvor wurden die Heimspiele auf verschiedenen kleinen Sportplätzen ausgetragen.
Die Borussen-Spieler Karl Ringel und Kurt Welsch absolvierten jeweils ein A-Länderspiel für den DFB. Ringel und elf weitere Spieler traten für die Saarländische Fußballnationalmannschaft an.
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