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Bornholm
 

Flagge
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Basisdaten
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Verwaltungssitz: Rønne
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Geografische Lage:
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Fläche: 588,40 km²
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Einwohner: 43.245 (1. Januar 2006)
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Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²

Bornholm ist mit seiner Nebeninsel Christiansø die östlichste Insel Dänemarks. Die Ostseeinsel liegt zwischen Schonen und Hinterpommern, etwa 150 km südöstlich von Kopenhagen, aber nur etwa 40 km von der Südküste Schwedens entfernt. Erdgeschichtlich ist sie anders als der Hauptteil Dänemarks entstanden. Die Insel hat überwiegend Urgestein als Untergrund. Somit bildet sie eine geologische Einheit mit Südschweden. Einwohner: 43.245 (Bornholm) und 92 (Christiansø) (1.Januar 2006).

Gemeinden und Verwaltung


Das Amt Bornholm hat seit dem 1. Januar 2003 den Status einer kreisfreien Gemeinde und steht somit auf einer Stufe mit Kopenhagen und Frederiksberg. Die früher selbständigen Gemeinden Aakirkeby, Allinge-Gudhjem, Hasle, Nexø und Rønne sind Teilgemeinden von Bornholm geworden. Diese Gebietsreform war Ergebnis einer Volksabstimmung vom 29. Mai 2001. Verwaltungssitz ist nach wie vor Rønne.

Bevölkerungsziffer


Geschichte


Vor- und Frühgeschichte

Bornholm wurde landschaftlich von der Eiszeit geprägt. In der Gletscherschmelzphase bildete sich östlich Rönnes ein großes Flussdelta. Durch Aufschwemmen erheblicher Sandmengen entstand eine größere Ebene. Auf Bornholm breitete sich nach dem Abschmelzen der letzten Gletscher zunächst Tundra aus, auf der Rentiere lebten. Erste Jägergruppen erreichten ungefähr 8.000 v. Chr. die heutige Insel. Die Wohnplätze der Jäger- und Fischergruppen fand man am Hammer im Norden, in Melsted bei Gudhjem und in Grisby südlich von Svaneke — an der Ostküste der Insel. Aus dem Inselinnern kennt man Wohnplätze an den Flüsschen Baga (Baggea) und Blykobbea. Aus dem Moor von Vallensgard, das damals noch ein See war, konnte man Jagdgerät und Fischspeere aus WiIdknochen bergen. Sogar eine Flöte aus Knochen, Dänemarks ältestes Musikinstrument, fand man in dieser Gegend. Das Rengeweih von Klemensker ist im Museum in Rönne zu besichtigen. Das Klima erwärmte sich weiter. Nun kamen Elche, Kronhirsche und Wildschweine ins Land. Etwa ab 7.500 v. Chr. (im Präboreal) konnten Kiefer, Birke und Hasel Einzug halten. Fischer holten aus 40 m Tiefe Kiefernstubben aus der Ostsee, die als Beweis für die Landverbindung mit Rügen angesehen werden. Diese riss vermutlich vor 7.000 Jahren ab. Mit dem Rückzug der Gletscher war das Land angestiegen. Gleichzeitig stieg auch der Meeresspiegel, dieser aber schneller als das Land, so dass etwa 5.000 v. Chr. große Teile des alten Landes mit Wasser bedeckt waren und die heutige Insel entstand. Laubwälder hauptsächlich aus Linden und Eichen breiteten sich aus. Die Auerochsen wurden selten, während Hirsche und Wildschweine sich auf die veränderten Klimabedingungen umstellen konnten. Der letzte Kronhirsch wurde 1770 auf Bornholm geschossen. Die Jäger lebten jetzt in Küstennähe an Bodden und Buchten, im Landesinnern in Waldnähe, an Bächen und Flüssen und bedeckten Sumpflandschaften. Dann erreichten Ackerbauern die Insel. Vor etwa 5.000 Jahren begann man die Wälder zu roden, Äcker zu bestellen und sesshaft zu werden. Aus der Zeit stammen die Hünengräber (14 Ganggräber und 11 Dolmen), von denen keins weiter als 2,5 km vom Meer entfernt ist. Spuren, die die Bronzezeit (1700–500 v. Chr.) hinterließ, sind Felsritzungen und zahlreiche Röser sowie Bautasteine, Runensteine, Steinkisten, Steinkreise und Schiffssetzungen.

Funde von Luxusgegenständen zeugen von intensiven Handelskontakten in der Eisen- und Wikingerzeit (ca. 500 v. Chr. – 800 n. Chr.). Es muss eine ausgeprägte soziale Hierarchie gegeben haben, wahrscheinlich sogar einen lokalen König. Charakteristisch für diese Zeit waren Burgen und Bauta- und Runensteine. Die Landwirtschaft entwickelte sich mit den noch heute anzutreffenden Nutztieren und der Struktur der Bauernhöfe weiter.

Mittelalter

Die ersten schriftlichen Quellen um 890 berichten von Bornholm als Königreich, das allerdings schon um 961/985 vom dänischen König Harald Blauzahn erobert wurde. Zahlreiche Runensteine markieren den Beginn der Schrift auf der Insel. Von der Gamleborg („alten Burg“) aus wurde Bornholm verwaltet, allerdings wurde die Insel schon bald zum Spielball zwischen Staat und Kirche, da der König Svend Grathe 1149 große Teile der Insel dem Erzbischof von Lund vermachte. Der dänische Staat verwaltete seinen Inselteil danach von der Lilleborg (Kleinen Burg) aus, die Kirche ihre von der um 1250 errichteten Hammershus. Streitigkeiten zwischen beiden führten 1259 zur Gefangennahme des klerikalen Inselverwalters und im Gegenzug zur Zerstörung der Lilleborg. Die Anfeindungen gingen mit einer Übereinkunft 1362 zu Ende, 1522 endete die kirchliche Herrschaft endgültig.

Heute wachsen auf Bornholm vor allem Buchen und Eschen, aber auch Ebereschen und Wildkirschen. Im Süden der Insel findet man an den Flussläufen schmale Waldstreifen, größtenteils unberührt und nicht immer einfach zu begehen. Im Süden der Insel, von Dueodde über Rönne bis hinauf nach Hasle an der Westküste, findet man auf sandigem Boden Kiefern, Birken und Fichten. Hier kann man sich vorstellen, wie es auf Bornholm aussah, als es erstmals von Kiefern- und Birkenwald bestanden war.

Ny Kirke Bornholm.jpg
Westkueste Bornholms.jpg

Frühe Neuzeit

1525 verpfändete der König die Insel an die Hansestadt Lübeck, um Schulden zu begleichen. Die Bornholmer Bevölkerung hatte unter Steuern, Abgaben und Zwangsarbeit schwer zu leiden. 1535 scheiterte ein Aufstand, die Insel kam wieder als Lehen zu Dänemark und wurde von einen Lehnsmann verwaltet. Zwischen 1643 und 1658 wurde die Insel im Krieg mehrmals von den Schweden besetzt. Die Bevölkerung setzte der schwedischen Herrschaft 1658 jedoch selbst ein Ende. Bornholm kam, mit zahlreichen Privilegien ausgestattet, endgültig zu Dänemark.

Für Bornholm begann eine lange Friedensperiode. Die Festung Hammershus wurde unwichtig und schließlich geschleift, dafür wurden im späten 17. Jahrhundert auf den Erbseninseln (Ertholmene) Festungsanlagen errichtet. Ihren einzigen Einsatz hatten sie beim Bombardement durch die Briten in den Koalitionskriegen 1808. Sie werden allerdings auch heute noch militärisch genutzt, sind zwar frei zugänglich, stehen aber unter Verwaltung des Verteidigungsministeriums.

Die Wirtschaft der Insel blühte auf, die noch heute typischen Zweige Keramikindustrie, Fischerei und Räucherei entstanden. Landschaftlich erhielt die Insel durch die Anlage des Waldes Almindingen durch den Forstmeister Hans Rømer 1805 sein heutiges Aussehen.

Zeitgeschichte

Im April 1940 wurde Bornholm wie ganz Dänemark von deutschen Truppen besetzt. Anders als im übrigen Land, wo sich die Wehrmacht am 4. Mai 1945 ergab, weigerte sich der Inselkommandant und die Bornholmer gegenüber der Roten Armee zu kapitulieren. Daraufhin wurden Rønne und Nexø bombardiert. Die erheblichen Sachschäden wurden in den Folgejahren auch mit schwedischer Hilfe beseitigt. Im April 1946 zogen die sowjetischen Truppen ab.

Kultur und Tourismus


Aufgrund seiner Randlage entwickelte sich Bornholm in den Nachkriegsjahren nur langsam. Ein gewisser Aufschwung für die knapp 50.000 Inselbewohner setzte mit dem Tourismus ein. Die Natur der Granitinsel und ihre Strände lockten Besucher ebenso an wie das besondere Klima und die vielen Vorzeitdenkmäler (dän. Fortidsminder). Bei Ausgrabungen wurden 1986 an die tausend "Goldmännchen", kleine Goldstücke mit eingravierten menschlichen Figuren aus der Zeit um 800 v. Chr. gefunden. Eine Besonderheit stellen auch Bornholms vier Rundkirchen dar. Seit Ende des Kalten Krieges profiliert sich die Insel wirtschaftlich als Sprungbrett nach Osteuropa. Nach dem Beschluss einer Volksabstimmung wurden 2003 die bisherigen Gemeinden zum Amt Bornholm zusammengefasst.

Verkehr


Mit Køge (ca. 30 km südlich von Kopenhagen) besteht Fährverbindung, außerdem gibt es eine Schnellfährverbindung nach Ystad in Schweden, wo Anschluss an einen InterCity über die Öresundbrücke nach Kopenhagen besteht. Ferner bestehen Fährverbindungen mit Mukran (Rügen) und Swinemünde (Swinoujscie, Polen). Nach Kopenhagen existiert eine Fluglinie. Der Regionalflughafen befindet sich südlich des Hauptortes Rönne, ein weiterer Flugplatz bei dem Orte im mittleren Nordosten der Insel. Hauptfährhafen ist der Hauptort Rönne. Von den östlichen Hafenstädten Svaneke, Nexö, Gudhjem, und Allinge-Sandvig besteht eine saisonale Fährbootverbindung zu den Erbseninseln (Ertholmene), welche außerdem täglich vom Postboot angesteuert werden.

Siehe auch: Liste dänischer Inseln, Dänische Inseln

Literatur


  • Bent Rying: Bornholm. Gestalt, Geschichte, Kultur, Neumünster 1981
  • Den Store Danske Encyklopædi.Gyldendal.1994.ISBN 87-7789-045-0.CD-ROM.2004.ISBN 87-02-03105-1

Weblinks


Insel (Dänemark) | Amt (Dänemark) | Bornholm

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