Bei Boriden handelt es sich um chemische Verbindungen, die das Element Bor enthalten und bei denen der Reaktionspartner in der Regel eine niedrigere Elektronegativität als das Bor hat. Eine Ausnahme würde zum Beispiel das Arsenborid darstellen. Ein Gegenbeispiel sind Bornitrid und Borcarbid, die rein formal nicht zu den Boriden gezählt werden.
Bei den meisten Boriden handelt es sich um Verbindungen mit Metallen, von denen viele keramische Eigenschaften aufweisen und so zu den Nichtoxidkeramiken gezählt werden. Boride haben beim Beispiel von Titan und Zirkonium gegenüber den entsprechenden Metallen eine vielfach höhere elektrische und thermische Leitfähigkeit. Dieses Phänomen erklärt sich durch die Struktur, wie später näher erläutert wird.
Es gibt diverse Möglichkeiten Boride im industriellen Maßstab herzustellen. Die drei gängigsten sind die Bildung durch:
Dabei enthält die dritte Gruppe einige der am besten stromleitenden, härtesten und höchstschmelzenden Typen wie das Titanborid (TiB2). Aufgebaut ist dieser Typ durch alternierende Schichten dichtest-gepackter Metallatome und hexagonaler Bornetzwerke wie in der nachfolgenden Abbildung dargestellt. Durch den Schichtaufbau erklären sich die guten oben erwähnten Leitfähigkeiten.