article

R: 62-63-36/37/38
S: 22-36/37/39-45
Borax
Chemismus Na2B4O5(OH)4 · 8H2O
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse ___
Farbe weiß, farblos
Strichfarbe weiß
Molmasse 381,37 g/mol
Härte 2 bis 2,5
Dichte 1,72 g/cm3
Löslichkeit in Wasser: 60 g/l (bei 20 °C), 160 g/l (bei 100 °C)
Glanz glasig, fettig, Seidenglanz
Opazität durchsichtig bis durchscheinend
Bruch muschelig spröd
Spaltbarkeit vollkommen
Habitus gedrungen
häufige Kristallflächen ___
Zwillingsbildung ___
Kristalloptik
Brechungsindices ___
Doppelbrechung ___
Pleochroismus ___
optische Orientierung ___
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~ ___
weitere Eigenschaften
chemisches Verhalten ___
ähnliche Minerale Kernit, Colemanit, Sassolin, Soda, Trona
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
R- und S-Sätze
besondere Kennzeichen ___
Borax, auch Tinkal, Natriumborat oder Natriumtetraborat genannt, ist mit der chemischen Zusammensetzung Na2B4O5(OH)4 · 8H2O das bedeutendste Borat-Mineral und eine wichtige Bor-Verbindung. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, hat eine relativ geringe Härte zwischen 2 und 2,5 und eine weiße Farbe und Strichfarbe. Gelegentlich ist es auch farblos. Die Kristalle haben meist einen säuligen Habitus. Es bildet in der Natur große, meist weiße Kristalle. Es ist gut in Wasser und in Glycerin löslich. Beim Erhitzen verliert es bei ca. 100 °C einen Teil seines Kristallwassers und bildet ein Pentahydrat. Oberhalb von 400 °C erhält man wasserfreies Natriumtetraborat, das bei 878 °C schmilzt. In dieser Schmelze lösen sich zahlreiche Metalloxide unter der Bildung charakteristischer Färbungen und bilden nach dem Abkühlen eine glasartige Perle ("Boraxperle"). Mit Säuren wird Borax zu Borsäure zersetzt.

Vorkommen


Borax kommt in der Natur in kristalliner oder massiver Form ähnlich wie Anhydrit oder Gips als Evaporit vor, entsteht also durch die Austrocknung von Salzseen, die dann auch Boraxseen genannt werden und tritt daher als Sediment auf. Daneben findet man es auch in vulkanischen Schloten. Ein natürliches Vorkommen gibt es in Boron in Kalifornien, wo es im Tagebau abgebaut wird. Borax wird heute nahezu ausschließlich aus dem kristallwasserärmeren Boraxmineral Kernit gewonnen.

Verwendung


Borax wurde schon in der Antike in China für Glasuren und in Ägypten zum Einbalsamieren benutzt. Heute wird es immer noch für Glasuren auf Steingut, Keramik, Porzellan, Glas und bei der Emailproduktion verwendet. Seine Verwendung als Flussmittel beim Hartlöten beruht auf seiner oxidablösenden Wirkung.

Es ist ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung von Borsäure und Perboraten. Anwendung findet Borax auch in Seife, in Wasserenthärtern, und als Perborat in Waschmitteln, daneben auch als Antioxydationsmittel beim Feuerschweißen und Hartlöten von Edelmetallen, in der chemischen Industrie und der Nahrungsmittelindustrie. Als Lebensmittelzusatzstoff hat es die Bezeichnung E 285.

Im Analysenlabor dienen die durch Erhitzen hergestellten Boraxperlen aufgrund ihrer charkteristischen Färbungen zum qualitativen Nachweis von Metallen (Kobalt, Chrom etc.).

Die bei der Verbrennung von Methanol mit Borax auftrendende Flammenfärbung (grün), die durch Borsäuremethylester hervorgerufen wird, ist ein einfacher Nachweis für Methanol.

Im Haushalt findet Borax als Desinfektions-, Putz- und Bleichmittel und als Insektizid (bei Ameisenfallen) Verwendung.

Vorsichtsmaßnahmen


Hazard_X.svg Borax kann bei Haut- oder Augenkontakt sowie beim Einatmen des feinen Pulvers Entzündungen hervorrufen. Bei Verschlucken kann es zu Reizungen des Magen-Darm-Trakts kommen, größere Mengen wirken tödlich.

Akute Vergiftung

Schon die Aufnahme von einem Gramm Borax erzeugt Erbrechen und Durchfall mit Schmerzen in der Magengegend. Bei höheren Dosen kommt es außerdem noch zum „roten Kollaps“ und möglicherweise auch zu Schleimhautblutungen.

Schwere Vergiftungen können zu Krämpfen, zu weitergehender Vasomotorenlähmung (Gefäßlähmung), Koma oder Tod führen.

Chronische Vergiftungen

Chronische Borax-Vergiftungen führen zu Durchfällen, Abmagerung und mit der Zeit auch zu Anämie, Kachexie, Benommenheit und Verwirrungszuständen. Außerdem ergeben sich Nierenreizungen mit Hämaturie und hartnäckigen Hautausschlägen: „Psoriasis borica“. Dazu kann es auch zu Alopezie und Magengeschwüren kommen.

Pathologische Anatomie

Bei der Autopsie findet man eine Rötung und Entzündung der Magen-Darm-Schleimhaut, ferner toxische degenerative Veränderungen in der Leber, den Nieren und ein Hirnödem.

Geschichte


Borax wurde zuerst 1748 durch den schwedischen Mineralogen Johan Gottschalk Wallerius beschrieben. Der Name leitet sich von dem arabischen Wort bauraq für „weiß“ ab.

Siehe auch: Liste von Mineralen

Weblinks


Mineral | Chemische Verbindung

بورق | Borax | Bórax | Borax | Borace | ホウ砂 | Borax | Boraks | Bórax

 

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