| Bon Jovi | |
|---|---|
| Bon Jovi live.jpg Bon Jovi live auf dem Cannstatter Wasen (2001) | |
| Gründung: | 1984 |
| Genre: | Rock |
| Website: | Island Records |
| Gründungsmitglieder | |
| Gesang / Rhythmusgitarre: | Jon Bon Jovi |
| Gitarre: | Richie Sambora |
| Bass: | Alec John Such (bis 1994) |
| Schlagzeug: | Tico Torres |
| Keyboard: | David Bryan |
| Aktuelle Besetzung | |
| Gesang / Rhythmusgitarre: | Jon Bon Jovi |
| Gitarre: | Richie Sambora |
| Bass: | Hugh McDonald (seit 1994) |
| Schlagzeug: | Tico Torres |
| Keyboard: | David Bryan |
Bei einem Auftritt als Vorgruppe für Scandal wurden Bon Jovi von Derek Shulman entdeckt. Jon wurde ein Plattenvertrag von PolyGram angeboten. Er ist der einzige, der einen Plattenvertrag besitzt, der Rest der Band sind praktisch seine „Angestellten“. Allerdings musste die Band dafür einiges ändern, so wurden etwa Namen geändert (Bongiovi wurde zu Bon Jovi) oder Schlagzeuger und Bassist um zwei Jahre jünger dargestellt.
Das Debütalbum Bon Jovi erschien am 21. Januar 1984. Es wurde mehr als 500.000 mal verkauft und erschien in den USA und Großbritannien. Schon bald trat die junge Band als Vorgruppe für ZZ Top im Madison Square Garden auf, ebenso für die Scorpions, mit denen sie bis heute in enger Freundschaft stehen, und KISS.
Nach dem eher mäßigen Erfolg des zweiten Albums 7800° Fahrenheit (den Namen bekam das Album, weil Jon Bon Jovi der Ansicht war, dies sei die Temperatur, bei der Stein - also Rock - schmilzt), brachte ihr drittes Album Slippery When Wet 1986 der Band mit Hits wie Living On A Prayer, You Give Love A Bad Name und Wanted Dead Or Alive den weltweiten Erfolg und 13 Mio. verkaufte Alben allein in den USA. Bis heute wurden weltweit etwa 25 Millionen Exemplare des Albums verkauft.
Auf der darauf folgenden Tour bekam Jon Bon Jovi das erste Mal ernsthafte Schwierigkeiten mit seiner Stimme. Die extrem hohen Noten (unter anderem bei Runaway) und der knappe Tourplan drohten, seine Stimme dauerhaft zu schädigen. Mit Hilfe eines Stimmtrainers hielt er die Tour durch, doch seit dieser Zeit singt er in einer tieferen Stimmlage.
Im September 1988 erschien das vierte Album der Band: New Jersey, benannt nach ihrem Heimatstaat. Obwohl es den unglaublichen Erfolg des Vorgängers nicht erreichen konnte, kletterte es auf beiden Seiten des Atlantiks auf die Spitzenposition der Charts und wurde bis zum heutigen Tage 15 Millionen Mal verkauft. Die im Oktober 1988 beginnende Jersey Syndicate Tour dauerte bis Februar 1990 und hätte fast das Ende der Band bedeutet: Nach fast anderthalb Jahren Tourleben hatte man sich gegenseitig satt. Besonders Richie Sambora und Jon Bon Jovi stritten sich immer häufiger, weil Richie Sambora und Jon Bon Jovi nahezu alle Songs gemeinsam schrieben/schreiben, Richie Sambora aber doch immer im Schatten Jon Bon Jovis steht. Die Konsequenz waren der Rausschmiss des Managers Doc McGhee und eine Bandpause. Das geplante Live-Doppelalbum zur Tour wurde nicht realisiert.
Bon Jovi gelten als die Erfinder des MTV unplugged. Alles fing damit an, dass Jon Bon Jovi und Richie Sambora mit nur zwei Akustikgitarren Wanted Dead Or Alive und Living On A Prayer auf den MTV Video Music Awards 1989 spielten. Dieser etwas anderen Art von Konzert folgten in den Neunzigern auch Nirvana, Bryan Adams, Eric Clapton und andere Künstler.
Auch Gitarrist Richie Sambora versuchte sich als Solist und veröffentlichte 1991 sein erstes, blueslastiges Soloalbum Stranger in this Town. Bon-Jovi-Keyboarder David Bryan und Schlagzeuger Tico Torres hatten daran mitgewirkt. Als besonderen Gast konnte Richie sein Idol Eric Clapton für ein Lied gewinnen. Das Album verkaufte sich jedoch nur mäßig und Teile der Tour mussten abgesagt werden.
1994 erschien das Best-Of-Album Cross Road. Außer den größten Hits der Band fanden sich zwei neue Songs auf dem Album: Someday I'll be Saturday Night und Always. Das Album verkaufte sich mit über 17 Mio. Exemplaren gut, was an den Erfolg von Slippery When Wet anno 1986 erinnerte.
Alec John Such verließ die Band 1994. Gerüchten zufolge soll er von Jon Bon Jovi gefeuert worden sein, weil er seine Aufgaben nicht mehr zuverlässig erledigte. Dies wurde jedoch so nie offiziell bestätigt. Obwohl er nicht offiziell ersetzt wurde, hat Hugh McDonald seit dieser Zeit seine Aufgaben übernommen. Es gibt das Gerücht, dass er von Anfang an auf allen Studioalben außer 7800° Fahrenheit als Bassist mitgewirkt hat und Such nur live spielte, im Studio aber nicht gut genug war. Auf der offiziellen Website Hugh McDonalds werden die Bon-Jovi-Alben in der Diskografie geführt. Außerdem war er der Bassist der Demoaufnahme zu Runaway und sagte in einem Interview, das anlässlich des Viva-Bon-Jovi-Tages 2000 geführt wurde, dass er schon von Anfang an dabei sei.
Im Juni 1995 erschien das sechste Studioalbum — These Days. Obwohl die Band eine extrem gute Zeit verbrachte und den Erfolg ihres Best-Of-Albums im Rücken hatte, bekam das Album einen melancholischen Unterton, der viele Fans verwirrte. Besonders in Amerika ging zu dieser Zeit die Popularität der Band zurück. In Europa jedoch war die Band präsent wie eh und je. Das bewiesen unter anderem drei ausverkaufte Konzerte im Londoner Wembley-Stadion im Sommer 1995.
Im Sommer 1996 entschloss sich die Band zu einer Japan- und Europa-Tournee, danach war wieder eine Pause angesagt. Die Bandmitglieder wollten sich ihren eigenen Hobbys widmen: Jon Bon Jovi nahm sein zweites Soloalbum Destination Anywhere (1997) auf und versuchte sich als Schauspieler. Richie Sambora wurde Vater und veröffentlichte ebenfalls sein zweites Soloalbum, Undiscovered Soul (1998). Tico Torres widmete sich seinem Talent als Maler und Skulpteur. 1999 plante die Band ihr Comeback.
Dieses musste allerdings noch auf sich warten lassen. Zumindest konnte die Single Real Life aus dem Soundtrack des Films Ed TV im Frühjahr 1999 die Trennungsbefürchtungen zerstreuen, das nächste Studioalbum ließ aber bis Mai 2000 auf sich warten.
Zwei Bon-Jovi-Konzerte im legendären Wembley-Stadion im Jahr 2000 waren die letzten Konzerte dort überhaupt, da das Stadion am nächsten Tag abgerissen wurde. Das erste Konzert im Neubau sollte ursprünglich auch von Bon Jovi gespielt werden. Aufgrund mehrfacher Probleme bei der Fertigstellung des Stadions mussten die geplanten Konzerte für den 10. und 11. Juni 2006 jedoch abgesagt werden; es fand sich schnell ein Ausweichort: der National Bowl in Milton Keynes.
2001 erschien das erste Live-Album mit dem irreführenden Titel One Wild Night. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Liveaufnahmen von 1985 bis 2000. Das erst als Doppelalbum geplante Projekt wurde von der Plattenfirma auf eine CD zusammengestaucht, dementsprechend unbefriedigt waren die Fans von dem Album.
Im Herbst 2002 erschien das nächste Studioalbum, Bounce. Teile des Albums waren direkt (Undivided) und indirekt (Everyday, Bounce) von den Ereignissen des 11. Septembers 2001 beeinflusst. Das Resultat war ein streckenweise düsteres Album, ohne jedoch auf den für Bon Jovi typischen Optimismus zu verzichten. Trotz weltweiter Charteinstiege auf Platz 1, konnte das Album nicht mit Crush mithalten und liegt heute bei fünf Millionen verkauften Platten, was für die heutige Zeit jedoch noch immer einen großen Erfolg darstellt.
Auf der Bounce Tour erinnerte sich die Band an ihre Liebe zu Unplugged-Auftritten. Zunächst sollte das dreistündige Unplugged-Konzert vom 19. Januar 2003 in Yokohama, Japan, veröffentlicht werden. Doch die Band war unzufrieden mit den Aufnahmen und ging während der Tour zur Nachbearbeitung in Amsterdam ins Studio. Doch Jon Bon Jovi fand, diese Nachbearbeitung sei Betrug an den Fans und so begann ein neues Projekt. Nach Ende der Bounce-Tour ging die Band im August 2003 für drei Wochen ins heimatliche Studio, um halbakustische und völlig neu arrangierte Versionen ihrer Hits aufzunehmen, so unter anderem It's my Life als Klavierballade. Das Resultat erschien im November 2003 unter dem Titel This Left Feels Right.
Zum 20-jährigen Bandjubiläum erschien 2004 die 4-CD-Box 100,000,000 Bon Jovi Fans Can't Be Wrong mit einer DVD. Titel und Cover waren eine Anspielung auf Elvis Presleys Album 50,000,000 Elvis Fans Can't Be Wrong - Elvis' Gold Records Vol. 2. Auf der Compilation finden sich zwölf Raritäten und 32 bisher unveröffentlichte Stücke aus den Archiven der Band.
Am 2. Juli 2005 spielten Bon Jovi auf dem Live-8-Konzert in Philadelphia, wo sie ihre wohl bekanntesten Songs Living On A Prayer und It's My Life präsentierten. Dort spielten sie auch zum ersten Mal Have A Nice Day, die neue Single und Titeltrack des gleichnamigen Albums, das am 19. September 2005 erschien. Die Single Have A Nice Day basierte vor allem auf den vergangenen US-Präsidentschaftswahlen. Jon Bon Jovi hatte sich im Wahlkampf intensiv für den demokratischen Herausforderer John Kerry eingesetzt und verarbeitete in dem Song seine Enttäuschung über die Niederlage.
Das Album wurde im Oktober und November 2004 aufgenommen, was im Vergleich zu den vorhergehenden Alben der Band als sehr schnell bezeichnet werden kann. Dies führte dazu, dass Jon Bon Jovi sehr lange an der Qualität des Materials zweifelte und noch vier neue Songs schrieb. Von diesen vier Songs schaffte es jedoch nur Dirty Little Secret als Bonus-Song auf das Album. Have A Nice Day schaffte es auf Anhieb auf Platz 1 der weltweiten Album Charts, und verkaufte sich 2,7 Millionen Mal in zwölf Wochen. Damit liegen Bon Jovi heute bei 110 Millionen verkauften Alben weltweit (ohne Soloalben und Singles). Bereits am 2. November 2005 startete die Have-A-Nice-Day-World-Tour in den USA. Die Tour ist so erfolgreich wie schon lange nicht mehr. Auch wenn Bon-Jovi-Touren, vom kommerziellen Standpunkt aus betrachtet, immer recht erfolgreich waren, so ist es diese doch besonders. Alle 56 Shows der USA-/Kanada-Tour waren restlos ausverkauft. Weitere Auftritte im Rahmen der Tour gab es in Japan und Europa.