Bombardier Transportation ist ein zum kanadischen Bombardier-Konzern gehörendes Unternehmen, das Lokomotiven, Triebwagen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Reisezugwagen produziert.
Bombardier Transportation wurde 1974 gegründet, nachdem Bombardier einen Großauftrag über 423 U-Bahnzüge für die Stadt Montreal bekommen hatte. In 1975 kaufte Bombardier die American Locomotive Company/Montreal_Locomotive_Works, die bis 1985 im Lokomotiven-Bereich tätig war. Im Jahr 1995 kehrte Bombardier Transportation, der Eisenbahn-Sektor des Unternehmens, ins Transportgeschäft zurück. Unter anderem wurde dort der Turbostar 170 gebaut, der in großen Teilen Großbritanniens in Verwendung ist.
In Deutschland übernahm Bombardier 1995 die Waggonfabrik Talbot, 1998 die Deutsche Waggonbau AG (DWA) mit Betrieben in Berlin, Halle (Saale), Görlitz, Bautzen und Niesky. Die erst 1997 von der DWA übernommene Vevey Technologies (ehemals Ateliers de constructions mécaniques de Vevey (ACMV)) in Villeneuve in der Schweiz wechselte damit ebenfalls zu Bombardier.
2001 erfolgte die Übernahme von ABB Daimler Benz Transportation (Adtranz) mit Sitz in Hennigsdorf und Kassel. In der Schweiz von der Übernahme betroffen waren die Standorte Zürich und Turgi sowie Pratteln, welcher entgegen der damaligen Planungen von Adtranz von Bombardier vorerst beibehalten wurde.
Der Bereich Bombardier Transportation wurde daraufhin neu strukturiert, wobei vor allem in Deutschland auch kartellrechtliche Einwände berücksichtigt werden mussten. Das erst 2000 zwischen Stadler und Adtranz gegründete Joint-Venture Stadler Pankow GmbH, wechselte 2001 vollständig in den Besitz der Stadler Rail Group und damit auch die Lizenzen einiger Fahrzeuge wie zum Beispiel Regio-Shuttle und Variobahn.
Bereits bis Ende 2004 erfolgte die Schließung des traditionsreichen Standortes Nürnberg, der einzigen Produktionsstätte in Portugal und zweier Produktionsstätten in Großbritannien. Bis zum 31. Dezember 2005 werden ein weiteres Werk in Großbritannien und ein Werk in Schweden geschlossen. Auf dasselbe Datum hin werden auch das Werk Ammendorf in Halle (Saale) mit über 700 Beschäftigten und das Werk Pratteln im Kanton Basel-Landschaft mit 520 Beschäftigten geschlossen, wobei letzteres bereits seit dem 28. April 2005 weitgehend stillgelegt ist. Die Werkstilllegungen machen nur einen Teil des Stellenabbaus aus, in Deutschland werden weitere 1200 Stellen (von insgesamt 10'100), in der Schweiz weitere 70 Stellen (von insgesamt 1350) abgebaut.
Auch nach Abschluss der Restrukturierung wird Deutschland mit acht Produktionsstandorten und etwa 8600 Beschäftigten der grösste Standort von Bombardier Transportation bleiben, gefolgt von Großbritannien mit sechs Werken und knapp 4300 Beschäftigten. In der Schweiz bleiben noch knapp 760 Angestellte verteilt auf den Produktionsstandort Villeneuve (Kleinserien, knapp 160 Beschäftigte) und die Entwicklungsstandorte Zürich Oerlikon und Turgi.
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