Die Bomarc war eine US-amerikanische, ferngesteuerte Flugabwehrrakete der 1960er Jahre, die mit einem nuklearen Sprengkopf bestückt war. Durch Ramjet-Triebwerke und Tragflächen erzielte sie eine hohe Reichweite von zuletzt 700 km.
Der Name war zusammengesetzt aus den Herstellern Boeing und dem Michigan Aeronautical Research Center (MARC). Es wurden etwa 700 Bomarc-Flugkörper produziert. Als später die Bedeutung strategischer Bomber zugunsten der Interkontinentalraketen abnahm, verschwand die Bomarc, die letzte Einheit wurde 1972 aufgelöst.
Es wurden insgesamt 14 Bomarc-Stellungen in den USA und zwei in Kanada aufgebaut, womit ein sowjetischer Angriff über den Nordpol abgefangen werden sollte. Das Programm führte in Kanada zwischen 1960 und 1971 jedoch zu heftigen politischen Kontroversen, nachdem die nukleare Bestückung der Flugkörper bekannt geworden war.
Das erste Modell, die 'Bomarc IM-99A' (IM für Interceptor Missile), flog mit Mach 2,8 bei einer Reiseflughöhe von 18 km. Es war 14,2 m lang, wog 7.020 kg und hatte eine Reichweite von 320 km. In der Startstufe wurde ein Raketenmotor mit Flüssigtreibstoff verwendet. Die Bomarc B verwendete dann einen Feststoffantrieb, denn der flüssige Treibstoff hatte den Nachteile, dass erst unmittelbar vor dem Start aufgetankt werden konnte und die verwendeten Treibstoffe gefährlich in der Handhabung waren. Die Ramjet-Treibwerke beider Varianten unterschieden sich dagegen nur marginal.