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Als Bollenhut wird eine Kopfbedeckung bezeichnet, die seit etwa 1750 zur Tracht der Frauen in den drei benachbarten Schwarzwald-Dörfern Gutach, Wolfach-Kirnbach und Hornberg-Reichenbach gehört. Der breitkrempige, weißgekalkte Strohhut trägt 14 auffallende, kreuzförmig angeordnete Bollen aus Wolle; bei unverheirateten jungen Mädchen sind diese rot, bei verheirateten Frauen schwarz. Der Bollenhut kann bis zu zwei Kilogramm schwer sein und wird noch immer von Hutmacherinnen in mühevoller Handarbeit gefertigt. Den roten Bollenhut dürfen die Mädchen erstmalig bei der Konfirmation tragen. Die Bedeutung der Zahl 14 bleibt unklar.
Unter dem Bollenhut wird eine seidene Haube getragen, die unter dem Kinn gebunden wird. Kleine Mädchen vor ihrer Konfirmation (Gutach und einige Nachbargemeinden gehörten bis 1804 zu Württemberg und waren daher im Unterschied zum großen Teil des Schwarzwaldes evangelisch) sowie alte Frauen tragen nur diese Haube.
Aufgrund des malerischen Aussehens wurde der Bollenhut - insbesondere vermutlich durch Heimatfilme (beispielsweise "Schwarzwaldmädel" mit Sonja Ziemann) der fünfziger und sechziger Jahre - fälschlicherweise als allgemein Schwarzwald-typisch bekannt.
Heute wird der Bollenhut und die zugehörige Tracht noch an Festtagen und bei Prozessionen oder Brauchtumsveranstaltungen getragen.
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