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Die Bojana (albanisch: Buna und Bunë) ist der kurze Ausfluss aus dem Shkodrasee ins Adriatische Meer. Auf rund zwei Drittel ihrer Länge von 44 km bildet die Bojana die Grenze zwischen Montenegro und Albanien.
Die Bojana ist der zweitgrößte Zufluss zur Adria. Dieses Wasser stammt zum Großteil vom aus den Albanischen Alpen kommenden Drin, der zu den 320 m³/s der Bojana noch rund 352 m³/s hinzufügt. Das Einzugsgebiet der Bojana ohne Drin umfasst mit 5.187 km² ein Gebiet rund um den Shkodrasee, der im Westen vom Gebirgszug des Lovcen und im Osten von den Albanischen Alpen umgeben ist.
Der Drin ist erst seit Bodensenkungen im Jahr 1858 ein Zufluss der Bojana. Die Terrainveränderungen führten dazu, dass der Drin sich teilte und die Mehrheit der Wassermassen sich einen neuen Weg Richtung Westen zur Bojana suchte. Anderthalb Kilometer unterhalb des Shkodrasees vereinigen sich die beiden Flüsse, nachdem der Drin soeben noch den kleinen Fluss Kir aus den Albanischen Alpen aufgenommen hatte.
Der Lauf der Bojana im Niemandsland zwischen Albanien und Montenegro ist noch stark naturbelassen und oft versumpft. Das Mündungsgebiet ist teilweise geschützt, mit seinen langen Sandstränden aber auch von touristischem Interesse. Das kleine Delta ist ein Vogelschutzgebiet von internationaler Bedeutung. Die kleine Insel Ada zwischen den Mündungsarmen (in Albanien noch heute als Ishulli i Franc Jozefit bezeichnet) ist ein beliebter Badestrand für FKK-Touristen. Die Insel liegt gänzlich in Montenegro, da der östliche Mündungsarm die Grenze bildet.
Mit einer durchschnittlichen Breite von 150 Metern und einer Tiefe von 3 Metern ist die Bojana schiffbar, auch wenn heute kaum Schiffe verkehren. Vor dem Zweiten Weltkrieg diente sie als wichtiger Transportweg vor allem für Waren von den Meerhäfen in Ulcinj nach Shkodra. Heute wird der Fluss lediglich kurz nach dem Austritt aus dem Shkodrasee von einer Brücke überquert.