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Eine Bohrinsel ist eine künstliche Plattform im Meer, die zum Niederbringen von Bohrungen dient, meistens auf der Suche nach Erdöl oder Erdgas.
Es können drei Bauarten unterschieden werden:
- Die Plattform steht mit einem festen Sockel aus Stahl oder Beton auf dem Meeresboden. Sie wird von Schleppern zum Zielgebiet gezogen und dort abgesenkt.
- Die Halbtaucherbohrinsel schwimmt auf Pontons und besitzt einen eigenen Antrieb. Gefüllte Ballasttanks und Anker stabilisieren die Bohrinsel über dem Bohrloch. Sie wird bis zu einer Wassertiefe von 350m eingesetzt.
- Die Plattform der Hubbohrinsel steht auf Gerüstbeinen und ist vertikal beweglich. Sie wird von einem speziellen Lastschiff transportiert und ist bis zu einer Wassertiefe von 100m mobil einsetzbar.
Häufig wird die Bohrinsel nach Fertigstellung der Bohrung entfernt und durch eine
Förderplattform ersetzt.
Die größte jemals gebaute Bohrinsel ist die norwegische
Sea Troll der Erdölgesellschaft
Statoil mit einer Million Tonnen Wasserverdrängung. Sie misst vom Sockelboden bis zur Spitze des Gasfackelmastes 472 m Höhe und steht auf dem Meeresboden in 303 Meter Meerestiefe. Im Vergleich zum Eifelturm von Paris, würde die Sea Troll den Eifelturm um 172 Meter übertreffen.
Einsatzmöglichkeiten
Eine besondere Form von Bohrinseln sind die am Rand der
Antarktis in geringer Zahl verwendeten Forschungsbohrinseln, die sowohl untermeerisch als auch „untereisisch“ Bohrungen niederbringen, meistens um
geologische Forschung zu betreiben, zum Beispiel geologische
Klimaforschung und
paläontologische Geologie oder um
Seismographen zur
Erdbebenvorsorge und -erforschung anzubringen.
Auch dienen Bohrinseln meistens als Wetterstationen und unterstützen mit ihren Messwerten die über den Ozeanen meistens nur spärlich vorhandenen Daten für die Wetterberechnungen.
Entsorgung
Nachdem zum Beispiel die Ölfelder ausgeschöpft sind, besteht zumindest theoretisch die Möglichkeit, die Förderplattform zu versenken und auf diese Weise ein künstliches
Riff zu schaffen, um das Überleben bedrohter Arten zu sichern. Aufgrund der starken Verschmutzung einer solchen
Industrieanlage, ist dieser Weg der Entsorgung aber kaum umsetzbar, ohne die meistens schon belastete Umwelt weiter zu schädigen. Deswegen beschlossen die 15 Teilnehmerstaaten der
OSPAR-Konferenz
1998 ein Versenkungsverbot für Ölplattformen im
Nordatlantik.
Siehe auch
Weblinks
- www.geo.de Ölförderung: High Tech in der Tiefsee
- http://northsea-guide.com/arten.htm Bohrinseln in der Nordsee
- www.ndrtv.de Norwegen: Die Frau auf der Bohrinsel
- http://www.quarks.de/dyn/17486.phtml Die Mittelplate - Ölförderung in Deutschland
- www.vistaverde.de WWF: Öl-Bohrinsel gefährdet Grauwale
- www.northsea-guide.com/seatroll.htm Sea Troll: größte Bohrinsel der Welt
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