R54e.jpg 787-8 in der endgültigen Form (Boeing House Colours / Foto: Boeing)]]
Die Boeing 787 (ehemals Boeing 7E7) ist ein in der Entwicklung befindliches mittelgroßes Langstrecken-Großraumflugzeug des US-Flugzeugherstellers Boeing, welches besonders effizient sein und 200-300 Passagiere befördern können soll. Sie steht in unmittelbaren Wettbewerb zum Airbus A350.
Im Zuge einer Marketingkampagne bekam es (noch vor der Umbenennung in Boeing 787) den Beinamen Dreamliner (Traumschiff).
Seit Ende der 90er verfolgte Boeing unterschiedliche Strategien, um auf die Herausforderung durch Airbus und der Entwicklung des weltgrößten Passagierflugzeuges A380 zu reagieren: Zunächst wollte Boeing, welche mit der in den 60er Jahren entwickelten 747 das bisher größte Passagierflugzeug herstellte, durch eine extragroße Variante des "Jumbo-Jet" 747-X dem A380 direkt Konkurrenz machen. Dieser Plan wurde jedoch mangels Nachfrage der Fluggesellschaften bald wieder aufgegeben und durch die Ankündigung ersetzt, ein fast schallschnelles Großflugzeug "Sonic Cruiser" zu entwickeln. Man dachte, maximale Zeitersparnis sei der bestimmende Faktor im Fluggeschäft.
Durch die Krise im Luftverkehr u.a. in Folge der Anschläge vom 11. September 2001 und die steigenden Ölpreise war aber keine Fluggesellschaft mehr bereit, den zwar schnellen, aber relativ unökonomischen Sonic Cruiser zu bestellen. Aufgrund dieser Reaktionen machte sich Boeing daran, aus dem zunächst nur als Referenz gedachten Entwurf eines "Super Efficient Airplane" ein neues Flugzeug zu machen - eben die Boeing 787. Zunächst firmierte das Flugzeug als "7E7", mit einem "E" für "efficient"; erst nach dem Programmstart wurde es offiziell in 787 umbenannt, um besser ins Ziffernschema der Firma zu passen und eine im asiatischen Raum Glück verheißende "8" im Namen zu haben.
Die Entscheidung zum Bau der 787 fällte die Boeing-Geschäftsführung im Dezember 2003, womit im Vorfeld bereits gerechnet worden war: Allgemein herrschte die Auffassung vor, dass Boeing es sich nicht leisten könne, zum dritten Mal in Folge ein angekündigtes Modell nicht zu bauen.
Boeing sieht nun die Zukunft eher in mittelgroßen Modellen als in Jumbos, mit denen auch von weniger großen Flughäfen abseits der Luftfahrt-Drehkreuze direkt, ohne Zwischenstopp Lang- und Ultra-Langstrecken geflogen werden können (Point-to-Point).
Sensoren und intelligente Elektronik sollen den Flug der Maschine bei Turbulenzen ruhiger machen, weil in jedem Moment automatisch gegengesteuert wird; Boeing geht davon aus, dass sich dadurch das Risiko von Reisekrankheiten erheblich reduzieren lasse.
Der Kabinendruck in der Boeing 787 wird dem Luftdruck in einer Höhe von 1830 Metern über dem Meer entsprechen (600 Meter weniger als in herkömmlichen Flugzeugen). Passagiere sollen dies angenehmer empfinden, da Höhenluft manchmal Unwohlsein, Müdigkeit und Kopfschmerzen verursacht. Aus dem selben vorbeugenden Grunde soll die Luftfeuchtigkeit im Dreamliner 15 Prozent betragen, um dem Austrocknen von Mund und Nase des Passagiers zu begegnen (bisherige Luftfeuchtigkeit in Flugzeugen max. fünf Prozent).
- bgcolor="#FFDEAD" | Kenngröße | Boeing 787-3 | Boeing 787-8 | Boeing 787-9 | Boeing 787-10 |
|---|---|---|---|---|
| Einsatzbereich | Mittelstrecke | Langstrecke | Langstrecke | Langstrecke |
| Länge | 57 m | 63 m | 68,9 m | |
| Spannweite | 52 m | 58,8 m | 60 m | |
| Rumpfdurchmesser | 5,74 m | |||
| Sitzplätze ca. | 290-330 | 210-250 | 250-290 | 300-350 |
| max. Startgewicht | 163.440 kg | 216.100 kg | 244.940 kg | |
| Antrieb | General Electric GEnx oder Rolls-Royce Trent 1000 | |||
| Reisegeschwindigkeit | Mach 0,85 | |||
| Reichweite ca. | 3.500 nm ~ 6.500 km | 8.477 nm ~ 15.700 km | 8.800 nm ~ 16.300 km | 8.477 nm ~ 15.700 km |
| Erste Kundenauslieferung | 2010 | Jun. 2008 | Dez. 2010 | 4Q. 2012 |
| Fluggesellschaft | EIS | Typ | Triebwerk | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 787-3 | 787-8 | 787-9 | Offen | Optionen | Rechte | GE | RR | ||
| 2008 | 30 | 20 | 50 | ||||||
| 2010 | 4 | 16 | |||||||
| 2009 | 6 | 6 | |||||||
| 2009 | 4 | 2 | |||||||
| 2008 | 20 | 15 | |||||||
| 2008 | 13 | 17 | 20 | ||||||
| 2009 | 20 | ||||||||
| 2010 | 4 | 11 | |||||||
| 2008 | 15 | ||||||||
| 2008 | 15 | ||||||||
| 2008 | 10 | ||||||||
| 2008 | 8 | ||||||||
| 2008 | 9 | ||||||||
| 2008 | 3 | ||||||||
| 2008 | 5 | 5 | |||||||
| 2010 | 2 | 5 | |||||||
| 2010 | 10 | 10 | |||||||
| 2010 | 14 | 46 | |||||||
| ? | 20 | 7 | |||||||
| 2008 | 18 | 50 | |||||||
| 2009 | 6 | ||||||||
| 2008 | 5** | -5 | |||||||
| 2008 | 4 | 1 | |||||||
| 2008 | 7 | 2 | 5 | ||||||
| 2011 | 10 | ||||||||
| 2010 | 20 | 4 | |||||||
| 2008 | 2 | ||||||||
| 2008 | 15 | 30 | 20 | 50 | |||||
| 2008 | 10 | ||||||||
| ? | 7** | -7 | |||||||
| 2009 | 8 | ||||||||
| Unbekannt | ? | 1 | |||||||
| 2010 | 6 | 6 | |||||||
| 2012 | 2** | -2 | |||||||
| 2011 | 5 | 3 | |||||||
| 2010 | -4 | 4 | |||||||
| 2009 | 10 | ||||||||
| 2011 | 20 | 20 | |||||||
| Gesamt der Typen | 43 | 302 | 62 | 10 | 259 | 61 | 121 | 89 | |
| Gesamt | 403 Bestellungen (363 fest, 40 schwebend) | 320 | |||||||
Die rosa unterlegten Einträge sind angekündigt, aber noch nicht vertraglich geregelt.
Ein Jahr nach Programmstart lag das beste Verkaufsergebnis eines Großraumflugzeugs bis dahin vor.
Boeing verhandelt derzeit über 600 weitere Maschinen.
Eine Besonderheit der 787 ist die stark verstreute Fertigung der Baugruppen, die komplett von Zulieferern ausgerüstet werden.
Die Endmontage findet dann bei Boeing statt, wo das Flugzeug in wenigen Tagen endmontiert werden soll.
Damit versteht sich Boeing nur noch als Systemintegrator. Damit sollen u.a. die Risiken und Kosten gestreut werden.
Da Boeing vor der Entwicklung der 787 nur sehr wenig der bei der 787 exzessiv verwendeten Faserverbundbauteilen einsetzte, sind Probleme insbesondere beim Fertigungsprozess abzusehen. Die zuvor entwickelte B777 verwendete im Vergleich zu damaligen Airbus-Maschinen (A340/A330/A320) relativ wenige Faserverbundbauteile. Erste Anzeichen dafür geben Artikel über Probleme bei der Rumpffertigung durch Blasenbildung im Faserlaminat. Diese Probleme sollen nach Angaben von Boeing allerdings nicht zur Verzögerung des Programms führen. Bericht des Handelsblattes zu den Problemen bei dem Rumpf der 787
Neuere Berichte spekulieren bereits, dass der Zeitplan der B787 nicht eingehalten werden kann, nachdem angeblich zusätzlich zu den bestätigten Problemen bei der Produktion von Rumpfsegmenten, Probleme mit den Flügeln (bezüglich Produktion und zu hohem Gewicht) und der Integration der Elektronik aufgetreten seien. Außerdem soll es Probleme bei der Kommunikation mit den programmbedingt vielen Zulieferern und der Zulieferer untereinander geben. Bericht zu den Problemen bei den Zuliefereren der 787 (englisch)
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