Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim wurde 1885 von Albert Boehringer in Ingelheim am Rhein gegründet. Heute ist es das größte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland und weltweit das größte, das sich noch ausschließlich in Familienbesitz befindet.
Das Kerngeschäft von Boehringer Ingelheim ist das Erforschen, Entwickeln, Herstellen und Vertreiben von Arzneimitteln.
Standorte
Weltweit arbeiten 37.406 Mitarbeiter in 143 Gesellschaften für den Konzern (12/2005).
Am Standort Deutschland sind heute etwa 11.000 Mitarbeiter tätig.
Die Konzernzentrale sowie die Pharmaherstellung und Produktion befinden sich in
Ingelheim am Rhein.
Heute forscht Boehringer Ingelheim weltweit an den Standorten Biberach an der Riß, Ridgefield (Connecticut), Laval (Québec, Kanada) und Wien an innovativen Arzneimitteln für die Indikationen Erkrankung des zentralen Nervensystems, Erkrankungen der Atemwege, Stoffwechselkrankheiten, Virologie, Immunerkrankungen und Onkologie.
Geschichte
- 1895 machte Boehringer Ingelheim die bahnbrechende Entdeckung, dass Milchsäure mit Hilfe von Bakterien in großen Mengen hergestellt werden kann.
- 1924 entstand ein zweites Werk in Hamburg-Moorfleet.
- Die Hustenmittel Codyl®-Sirup und Acedicon® kamen Ende der 1920er Jahre auf den Markt.
- Die Herstellung von Lindan wird ab 1946 und 1951 in den Boehringer-Werken Ingelheim und Hamburg aufgenommen.
- 1956 kam der Produktionsstandort Thomae in Biberach an der Riß hinzu dort wird bis heute erfolgreich geforscht. Am Standort Biberach arbeiten etwa 4.500 Mitarbeiter.
- Laut einem Artikel im Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL von 1991 lieferte Boehringer 1967 eine Menge von 720 Tonnen Trichlorphenolatlauge an das in Neuseeland ansässige Unternehmen Dow Watkins, einem Tochterunternehmen von Dow Chemical. Die Chemikalie diente zur Herstellung des im Vietnamkrieg in großem Umfang eingesetzten Herbizids Agent Orange.
[Cordt Schnibben: Der Tod aus Ingelheim - Akte Boehringer. DER SPIEGEL, Hamburg 31/1991, S.102ff]
- Die statistischen Untersuchungen weisen für die ehemalige Belegschaft der Firma C. H. Boehringer-Sohn im 1984 stillgelegten Werk Hamburg-Moorfleet ein im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöhtes Krebsrisiko aus.
[ Eva Nimmert, Bernd Wagner: Morbus Hodgkin als Berufskrankheit]
- Wichtige Neueinführungen der letzten Jahre sind Spiriva® für chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (COPD), Viramune® und Aptivus® gegen HIV, Meloxicam® gegen rheumatoide Arthritis und Sifrol® gegen die Parkinson-Krankheit und das Restless-Legs-Syndrom.
Pharmazieprodukte
Mikrosystemtechnik
Am Standort
Dortmund entwickelt und produziert die
Boehringer Ingelheim microParts GmbH Inhalationssysteme und
Mikrosystemtechnik. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Systemen für die Arzneimittelzuführung über die
Atemwege.
Weblinks
Quellen
Ingelheim am Rhein | Unternehmen_(Rheinland-Pfalz) | Chemie- und Pharmazieunternehmen
Boehringer-Ingelheim | Boehringer-Ingelheim Pharmaceuticals