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Bodenart.jpg Die Bodenkunde (auch Pedologie v. gr. pedon = Boden oder Edaphologie v. gr. edaphos = Erdboden) ist die Wissenschaft, die sich mit der Entstehung, der Entwicklung, den Bestandteilen, den Eigenschaften und der Klassifizierung von Böden befasst.

Geschichte


Soil sci.jpg]] Als Begründer der Bodenkunde kann der Russe Wassili Wassiljewitsch Dokutschajew genannt werden.

Interdisziplinarität


Die Bodenkunde ist eine interdisziplinäre Forschungsrichtung, die Erkenntnisse und Methoden verschiedener Fachbereiche verwendet. Hierzu zählen die grundlegenden Naturwissenschaften Physik und Chemie, die Biowissenschaften Botanik, Zoologie und Mikrobiologie, die Geowissenschaften Geologie, Mineralogie, Geographie, Hydrogeologie und Hydrologie, sowie die Agrarwissenschaften Pflanzenbau, Pflanzenernährung und Kulturtechnik. Im Zuge moderner Auswerte- und Analyseverfahren spielt auch die Geoinformatik eine wachsende Rolle.

Die Erkenntnisse der Bodenkunde sind in der Ökologie, der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft von grundlegender Bedeutung. Letztere befassen sich mit dem Kulturboden, der seit den Anfängen des Ackerbaus in der Jungsteinzeit das Fundament menschlichen Überlebens bildet.

Auf Basis der traditionellen Bodenklassifizierung hat sich in der Forstwissenschaft eine Sicht des Bodens als Ökosystem entwickelt. Die Prognosen über die Auswirkungen anthropogen bedingter Elementeinträge auf den Bioelement-Haushalt von Böden sind durch Langzeituntersuchungen bestätigt worden.

Die Bodenkunde liefert – im Rahmen der Materialwissenschaften – auch bodenmechanische, erdstatische und hydrometrische Grundlagen für die Geotechnik und Baustatik, wie sie im Grundbau benötigt werden.

Bedeutung


Die nachhaltige Bewahrung der Funktionalität des Boden, sie vor allem durch „gute fachliche Praxis“ zu sichern oder wiederherzustellen, ist unter anderem im Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) verankert. Hierzu sind schädliche Bodenveränderungen möglichst zu vermeiden oder anhaltend negative Funktionalität gegebenenfalls zu sanieren. Zu den negativen Veränderungen werden neben der mechanischen Bodenverdichtung auch chemische Verunreinigungen durch Altlasten und hierdurch verursachte Gewässerverunreinigungen gezählt. Eine zu starke anthropogene Beanspruchung führt zu diesen Degradationen, die sich zunehmend durch Bodenerosion (siehe auch Dust-Bowl), Versiegelung oder nachlassende Bodenfruchtbarkeit messen lassen. Bei Einwirkungen auf den Boden sollen Beeinträchtigungen seiner natürlichen Funktionen sowie seiner Rolle als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte so weit wie möglich vermieden werden.

Siehe auch: Bodenschutz, Zeigerpflanzen, Bodenhorizont, Bodenuntersuchung

Literatur


  • F. Scheffer, P. Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde. Spektrum Akademischer Verlag. 15. Auflage. 2002. ISBN 3827413249
  • D. L. Rowell: Bodenkunde. Untersuchungsmethoden und ihre Anwendungen. Springer, Berlin. 1997. ISBN 3540618252
  • H.-P. Blume, P. Felix-Henningsen, W. R. Fischer: Handbuch der Bodenkunde. Ecomed Verlag, Landsberg. 2002. ISBN 3609722320
  • H. Kuntze, G. Roeschmann, G. Schwerdtfeger: Bodenkunde. UTB, Stuttgart. 5. Auflage. 1994. ISBN 3825280764
  • D. Schroeder, W. E. H. Blum: Bodenkunde in Stichworten. (Hirts Stichwortbücher) Borntraeger, Berlin/Stuttgart. 1992. ISBN 344303103X

Weblinks


Naturwissenschaft | Geowissenschaft | Bodenkunde

Pedology (soil study) | Pedología | Pédologie | פדולוגיה | Pedologia | Bodemkunde | Gleboznawstwo | Pedologia | 土壤学

 

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