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HausLangendreer01.jpg Langendreer ist ein Stadtteil von Bochum.

Geschichte


Anfänge

Der Name Langendreer leitet sich aus der Bezeichnung Threiri (Dreer) ab und wird in dieser Form erstmals um 880 im ältesten Urbar des Kloster Werden genannt. Der Name beruht auf der Siedlungsstruktur des mittelalterlichen Langendreer, in dem es drei Siedlungsschwerpunkte gab. 1436 wurde Dreer erstmals Langendreer genannt. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gehört Langendreer zur preußischen Grafschaft Mark, 1809 wurde Langendreer im Zuge einer Neuordnung der Gebietsgrenzen durch französische Besatzungstruppen Teil der so genannte Mairie Witten. Nach dem vollständigen Abzug der Truppen Napoleons 1815, übernahmen die nunmehr preußischen Machthaber viele der von den Franzosen geschaffenen Verwaltungseinheiten. Daher blieb Langendreer zunächst in einem Amt mit Witten und anderen Dörfern aus der Umgebung vereint. Aufgrund der Verleihung der Stadtrechte an Witten 1823 wurde der genaue Status von Langendreer vakant, denn einerseits gehörte Langendreer nun zu Witten, andererseits stellte Langendreer aufgrund seiner Größe eine eigene Verwaltungseinheit dar. 1850 wurde schließlich das Amt Langendreer gegründet.

siehe auch: Haus Langendreer

Eingemeindung zu Bochum 1929

Im Zuge der Gemeindereform von 1929 wurde Langendreer ein Stadtteil Bochums. Einige Teile Langendreers aber, zum Beispiel Crengeldanz und Papenholz, wurden der Stadt Witten zugeordnet, während sich das Gebiet Langendreers gen Westen ausbreitete, da das Dorf Somborn in geteilt wurde. Eine Hälfte erhielt Langendreer (also Bochum), die andere Hälfte ging an Dortmund. Seit 1929 wird Langendreer als der Osten von Bochum betrachtet. Grund für die Eingemeindung war u.a. der Güterbahnhof in Langendreer, denn Bochum verfügte über keinen vergleichbarer Kapazität. Mithin zweigen hier die Bahnstrecken nach Witten-Hbf (heute leider ohne Halt) und Löttringhausen ab; letztere wurde zwischen Witten-Ost und Löttringhausen demontiert. Im Rahmen der Verlegung des IC-Knotenpunktes von Hamm nach Dortmund wurde das Oberdorf von Langendreer untertunnelt. Heute hält nur noch die S-Bahn der Linie S1 in Langendreer und Langendreer-West. Letzteres liegt in dem als "Alter Bahnhof" benannten Ortsteil von Langendreer, von wo früher die Bahnstrecke durch den Park und den Wiebuschweg lang nach Witten ging. Südlich fast peripher an Langendreer vorbei fährt die Straßenbahnlinie 310 von Bochum nach Witten; eine Verlegung durch das Stadtzentrum von Langendreer ist geplant und soll ab 2010 eingerichtet werden, um die Märkische Straßenbahn teilweise wiederaufzurichten.

Gebäude von überregionaler Bedeutung


Zu den ältesten Gebäuden gehört das Haus Langendreer, heute Teil der Schule für Behinderte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Das frühere Bahnhofgebäude wurde als Bahnhof Langendreer in den 80er Jahren zu einem Kulturzentrum gemacht, wo auch alternative und lesbische Diskotheksveranstaltungen stattfinden. Die Disco "Matrix", der vorherige "Rockpalast" befindet sich in der Müser-Brauerei. Auf dem Rest des Geländes wurde das Divi errichtet und inzwischen in real umbenannt. Sie ist im gesamten Bundesgebiet bekannt und Anlaufstelle der Gothic- und Hardcore- Metalcore Szene. Ebenso ist die Diskothek Zwischenfall, früher bekannt als "Appel", am Alten Bahnhof ein bekannter Treff der Gothic-Szene, früher bekannt als Gruftis. Als vierte Diskothek ist das "Kolosseum" zu nennen.

Bildung


Gymnasium

Langendreer verfügt über ein eigenes Gymnasium (Lessing-Gymnasium), angrenzend an die Zweigstelle der Stadtbücherei. Im Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts befindet sich heute eine Musikschule.

Uni-Klinik

Das Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer genießt als Unfallkrankenhaus überregional einen guten Ruf und ist eine Universitätsklinik (siehe Ruhr-Universität Bochum und Bochumer Modell).

Wirtschaft


Wirtschaftlich wichtigster Faktor auch für das räumlich kaum noch von Langendreer trennbare Bochum-Werne sind Bochums Opel-Werke II und III. Langendreer verfügt über eine reiche Industriegeschichte, in Langendreer gab es mehrere Zechen. Auch wurde im Stadtteil 1699 erstmals im Zuge einer Grubenentwässerung eine Dampfmaschine auf dem europäischen Kontinent eingesetzt.

Roman


Ein literarisches Werk, welches schwerpunktmäßig in Langendreer spielt, ist "Peggy Sue" von Wolfgang Welt.

Sehenswürdigkeiten & Naherholung


fruehnebel.jpg Der Langendreerer Bach mündet am Ümminger See in den Ölbach, der Ümminger See gilt inzwischen als beliebtes Ausflusgziel.

Siehe auch: Kaltehardt

Literatur


  • Herbert Dierkes: Langendreer im 19. Jahrhundert, Bochum: Franken, 1997, ISBN 3-92834101-4
  • Herbert Dierkes: Langendreer 1850 - 1929 : das Amt, die Amtmänner ; ein Beitrag zur Heimatgeschichte. Bochum: Franken, 1994, ISBN 3-928341-00-6
  • H. Hungerige: Langendreer-Werne wie es früher war Verlag Wartberg
  • O. H. Huettemann; Die Geschichte von Langendreer; Witten: Druck von C. L. Krüger, 1887
  • Clemens Kreuzer (Hrsg.); Bauernzeit und Bergmannszeit in Bochum-Ost: Geschichte und Geschichten, Berichte und Dokumente, Erinnerungen und Erzählungen von Langendreer und Werne, Laer, Ümmingen und Havkenscheid; Bochum: Pöppinghaus, 1990
  • Clemens Kreuzer; Langendreer-Werne zwischen Steinzeit und Gegenwart; Bochum: Pöppinghaus, 1999, ISBN 3-00-004663-1

Weblinks


  • http://www.langendreer.net
  • http://www.bochum.de/zeitpunkte/langendreer.htm
  • http://langendreer.dyndns.biz

Stadtteil (Bochum)

Langendreer

 

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