Kohn 4menbobsled 2005-11-02.jpg | bobsled.jpg | Bob.jpg | Johannes Martini Bobbahn St Moritz.jpg: Am Startplatz der Bobbahn von St. Moritz, um 1905]]
Bobfahrer Davos.jpg von ca. 1910]]
Der Bobsport ist eine Wintersportart, die Ende des 19. Jahrhunderts in der Schweiz von Engländern entwickelt wurde und Teil des olympischen Programms bei den Olympischen Winterspielen ist.
Der Bobsport ist mit dem Rodeln eng verwandt. Er kann als Königsklasse des Schlittensports bezeichnet werden. Die Technik des Sportgeräts spielt hier noch eine größere Rolle als beim Rodeln.
Der Bob
1888 entwickelte in
St. Moritz ein
Engländer den Bob, indem er zwei Schlitten hintereinander unter einem Brett montierte. Dabei war der vordere Teil über Seile steuerbar. Die daraufhin ausgetragenen Rennen wurden ausschließlich auf natürlichen Rodelbahnen ausgetragen, also auf Waldwegen, die vorwiegend zum Holztransport angelegt waren.
Heute sind die verwendeten Sportbobs komplett aerodynamisch verkleidet und über einen Seilzug sind die vorderen Kufen lenkbar. Laut Reglement der Internationalen Bobföderation (FIBT) müssen Zweierbobs ein Mindestgewicht von 170 kg, Viererbobs von 210 kg haben. Das Maximalgewicht beträgt 390 (Damen: 350) bzw. 630 kg. Die maximale Breite ist auf 67 cm festgesetzt, was auch der vorgeschriebenen Spurbreite entspricht.
Die Bahn
Die Fahrten im Bobsport finden auf einer (heute meist künstlich angelegten) 1200 bis 1600 m langen vereisten Bobbahn statt.
Die Zahl der Bobbahnen ist weltweit sehr gering. Vier davon sind in Deutschland: Winterberg, Königssee (erste Kunsteisbahn der Welt) (Olympiabahn 1936), die angeblich schwerste Bahn der Welt in Altenberg (Sachsen) sowie in Oberhof (nur Rennrodel-Bahn).
Fast alle Bobbahnen verfügen heute über Kunsteis. Die einzige Natureis-Bobbahn, auf der Weltcup-Rennen gefahren werden, befindet sich in St. Moritz. Auf dieser wurden 1928 und 1948 die Bobrennen der Olympischen Winterspiele ausgetragen.
Herkunft des Namens "Bob"
Der Begriff "Bob" kommt vom
englischen Verb
to bob (zu deutsch:
ruckartig bewegen): Zu Beginn des Bobsportes versuchten die Mannschaften nach dem Start durch Zurücklehnen und dann gemeinsames, ruckartiges Vorschnellen des Oberkörpers dem Bob mehr Schwung bzw. Geschwindigkeit zu geben. Im Deutschen wurde diese Beschleuigungs-Technik damals
bobben genannt.
Technik und körperliche Anforderungen
Bobs erreichen Geschwindigkeiten von weit über 100, teilweise 130 km/h. In den Steilkurven und Schikanen kann die Beschleunigung kurzzeitig 5g (fünffache Erdbeschleunigung) erreichen. Das stellt enorme Anforderungen an die Besatzung. Der Pilot muss über ein extrem gutes Reaktionsvermögen, ein hervorragendes "Bahngefühl" und eine ausgeprägte Feinmotorik verfügen. Kleinste Lenkbewegungen an der falschen Stelle können im schlimmsten Falle schon einen Überschlag verursachen. Die Unterschiede zwischen den Spitzenmannschaften betragen mitunter auch nach vier Läufen in Addition oft nur wenige Hundertstel- oder Tausendstelsekunden. Oft fällt die Entscheidung über die Platzierung bereits in der Anschub- und Startphase auf den ersten 50 Metern. Die Anlaufzone ist ungefähr 15 Meter lang. Um wenige Hundertstel schlechtere Startzeiten bewirken in der Regel einen Verlust von einigen Zehntelsekunden im Ziel und nur wenige Weltklassepiloten können solche Verluste auf der Strecke noch aufholen. Deshalb müssen die Anschieber sehr athletisch gebaute gute Sprinter mit explosivem Schnellkraftvermögen sein. Oft werden ehemalige Leichtathleten, meist Sprinter, Weitspringer oder Zehnkämpfer, als Hinterleute verpflichtet. Die Anschieber fast aller Spitzenmannschaften können mit 100-Meter-Bestzeiten unter 11 Sekunden aufwarten.
Statistik
Seit den 1920er Jahren wurden bereits Meisterschaften, damals noch im
5er-Bob, ausgefahren. Seit 1930 werden Weltmeisterschaften im
Zweierbob und
Viererbob gefahren. Seit 1924 ist Bobfahren fester Bestandteil des Olympischen Programms. Die ersten Europameisterschaften fanden 1935 in
Ilmenau (Thüringen) statt. Von Anfang an waren bei internationalen Wettkämpfen Deutsche auf den vorderen Plätzen zu finden. Seit 2000 gibt es auch Weltmeisterschaften im Zweierbob bei den Frauen. Mit den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City sind die Damenwettkämpfe auch Bestandteil des Olympischen Programms. Erste Weltmeisterin als Pilotin wurde die ehemalige erfolgreiche Rodlerin
Gabriele Kohlisch. Ein Jahr später gewann die Exweltmeisterin im Rodeln
Susi Erdmann Bronze, ein weiteres Jahr später ebenfalls Bronze bei den Olympischen Spielen hinter
Sandra Prokoff.
Seit 1950 (Olympia seit 1952) gewannen Mannschaften aus beiden deutschen Staaten, seit 1990 aus dem wiedervereinigten Deutschland
- 124 von 330 WM-Medaillen (37,6%)
- davon 47 von 110 Weltmeistertiteln (43%)
- 32 von 87 Olympischen Medaillen (37%)
- davon 12 von 29 Olympiasiegen (41%)
Damit ist Deutschland die stärkste Bobnation.
Erfolgreichster Pilot aller Zeiten in beiden Bobs ist
Wolfgang Hoppe mit 36 internationalen Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie Weltcups, davon 17 mal Gold. Einer seiner früheren Anschieber,
Christoph Langen, wurde seit den 1990er Jahren sein Konkurrent und Nachfolger. Nicht als Pilot, jedoch als erfolgreicher
Anschieber gilt auch
Olaf Hampel.
Bekannte Bobpiloten
Weblinks
Sportart | Eissport | Wintersportart | Schlitten
Бобслей | Bobsleigh | Bobsleigh | Bobisõit | Rattikelkkailu | Bobsleigh | Bob | ボブスレー | Bobslėjus | Bobslejs | Bobsleeën | Bobsleje | Bobsleigh | Bob | Бобслей | Bobsleigh | 有舵雪橇