Robert "Bob" Beamon (* 29. August 1946 in Queens/New York) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Leichtathlet, der in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre erfolgreich war. Der Olympiasieger von 1968 hielt 23 Jahre lang den Weltrekord im Weitsprung.
Früher Werdegang
Beamon begann seine sportliche Laufbahn als
Dreispringer. An der
Jamaica High School in New York sprang er 1965 landesweiten Schulrekord. Als Student der
University of Texas in
El Paso betrieb er zusätzlich Weitsprung und gewann den
NCAA-Hallentitel im Drei- und im Weitsprung. Im Jahr 1968 ging er aus 22 von 23 Wettkämpfen als Sieger hervor und gewann auch die Ausscheidungswettkämpfe für die Olympischen Spiele.
Olympiasieg in Mexiko-Stadt 1968
Berühmt machte ihn sein Weltrekordsprung mit der sensationellen Weite von 8,90 m, der ihm bei den
Olympischen Sommerspielen 1968 in
Mexiko-Stadt im ersten Versuch gelang. Dieser als "Sprung ins 21. Jahrhundert" gefeierte Rekord bedeutete eine Verbesserung des bislang von
Ralph Boston und
Igor Ter-Owanesjan gehaltenen Weltrekords um 0,55 m, eine Steigerung, die in diesem Ausmaß noch niemals zuvor gelungen war. Mehrere Faktoren kamen Beamon bei seinem Sprung zugute: Zum einen begünstigte die dünne Höhenluft von Mexiko-Stadt (2.240 m ü. NN) Sprinter und Springer; zudem war im Stadion erstmals bei Olympischen Spielen ein der Schnelligkeit zugute kommender
Tartanbelag verlegt worden. Im Vorfeld der Spiele war deshalb mit vielen Weltrekorden in Sprint- und Sprungdisziplinen gerechnet worden. Zum anderen blies bei Beamons Anlauf Rückenwind in der höchsten, noch zulässigen Stärke von 2 m/s und er traf den Absprungbalken perfekt. Seine Konkurrenten, einschließlich der beiden bisherigen Weltrekordhalter, fanden die gleichen Bedingungen vor, blieben jedoch weit hinter seiner Leistung zurück. Der Nächstplatzierte,
Klaus Beer (DDR) erreichte mit 71 cm weniger (8,19 m) die Silbermedallie. Ralph Boston wurde mit 8,16 m Dritter.
Der Weltrekord wurde erst im Jahr 1991 durch Mike Powell gebrochen, der ihn bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Tokio auf 8,95 m verbesserte.
Nach dem Olympiasieg
Nach dem Olympiasieg trat Bob Beamon nur noch sporadisch in Erscheinung. An seine Weltrekordleistung konnte er nie mehr anknüpfen. Der Versuch eines Comebacks im Jahr 1972 scheiterte. Im Jahr 1973 wurde er für kurze Zeit Profisportler.
Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn betätigte sich der gelernte Schneider als Sozialarbeiter.
Im Jahr 1983 wurde er in die US-amerikanische Olympic Hall of Fame aufgenommen.
Erfolge
- 1967:
- Gewinn der AAU-Hallenmeisterschaft mit 26-11.5
- Sieg über den Briten Lynn Davies mit 8,04 m beim Erdteilkampf in Montreal
- 1968:
- Olympiasieg mit der Weltrekordweite von 8,90 m
- Gewinn der AAU-Meisterschaft mit 27-4 (= 8,33 m)
- Gewinn der AAU-Hallenmeisterschaft mit 26-11.5
- Sieg bei den Trials mit 26-6.5 (= 8,14 m)
- 8.39 m im Höhentrainingslager in South Lake Tahoe, wegen Rückenwindes jedoch nicht als Weltrekord anerkannt
- Sechs Siege über Weltrekordler Ralph Boston
- Hallenweltrekord mit 8,30 m (Verbesserung der bisherigen Bestmarke von Igor Ter-Owanesjan um 6 cm)
- 1969: Gewinn der AAU-Meisterschaft mit 26-11
Leistungsentwicklung
| Jahr | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968
|
| Weite (m) | 7,34 | 7,31 | 7,64 | 7,71 | 7,82 | 8,11 | 8,90
|
Als weitere Bestleistungen werden für Bob Beamon 9,5 Sek. über 100 m, 1,95 m im Hochsprung und 15,78 m im Dreisprung verzeichnet.
Weblinks
- http://www.weltrekordler.de/lj17.htm
- http://www.usatf.org/HallOfFame/TF/showBio.asp (Englisch)
- http://espn.go.com/sportscentury/features/00014092.html (Englisch)
Leichtathlet (USA) | Weitspringer | Olympiasieger (Leichtathletik) | Mann | Geboren 1946
Bob Beamon | Μπομπ Μπίμον | Bob Beamon | Bob Beamon | Bob Beamon | Bob Beamon | בוב בימון | Bob Beamon | ボブ・ビーモン | Bob Beamon | Bob Beamon | Bob Beamon | Bob Beamon | Bob Beamon