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HirnversorgendeArterien.jpg Das Gehirn des Menschen und der meisten übrigen Säugetiere wird von vier großen Schlagadern (Arterien) mit Blut versorgt, zwei auf jeder Seite des Halses.

Den Hauptbeitrag zur Blutversorgung des Gehirns tragen die rechte und linke innere Halsschlagader (Arteria carotis interna dextra und sinistra), die aus der gemeinsamen Halsschlagader (Arteria carotis communis dextra und sinistra) jeder Halsseite kommt, welche wiederum aus der Aorta entspringt. Der Puls in der Halsschlagader kann leicht vor dem Kopfwendermuskel (Musculus sternocleidomastoideus) getastet werden.

Bei den Paarhufern (häufig auch bei Katzen) verschließt sich der außerhalb der Schädelhöhle liegende Abschnitt der Arteria carotis interna nach der Geburt, nur der innerhalb liegende Teil bleibt übrig. Dieser bekommt dann sekundär seine Blutzufuhr aus der Oberkieferarterie (Arteria maxillaris). Im Mündungsbereich dieser zuführenden Äste bildet sich ein Wundernetz (Rete mirabile) aus.

Etwas geringer im Durchmesser sind die rechte und linke Wirbelarterie (Arteria vertebralis dextra und sinistra), die aus den Schlüsselbein-Schlagadern (Arteria subclavia) entspringen und in einem Längskanal der Halswirbelsäule verlaufen. Diese Gefäße können mit bildgebenden Verfahren, insbesondere der Sonografie und Angiografie dargestellt werden. Die beiden Wirbelarterien vereinigen sich an der Medulla oblongata mit einer vor dem Rückenmark längsverlaufenden Arterie Arteria basilaris.

Nach Eintritt in den Schädel zweigt aus der Arteria carotis interna jeder Seite ein Gefäß zum Auge ab, aus der Arteria basilaris gehen Äste zum Hirnstamm und Kleinhirn.

Äste der beiden inneren Halsschlagadern und der Arteria basilaris bilden eine ringförmige Verbindung unter dem Gehirn (Circulus arteriosus Willisii). Dieser Circulus arteriosus bildet eine Anastomosensystem, das die Stromgebiete der Aa. carotides internae und basilaris anatomisch, aber funktionell nicht immer ausreichend miteinander verbindet. Hirnarterien.jpg Aus der A. carotis interna geht die

  • Arteria cerebri anterior (bei Tieren als Arteria cerebri rostralis bezeichnet) und die
  • Arteria cerebri media hervor.
Die A. basilaris zweigt sich auf in die beiden
  • Arteriae cerebri posteriores (bei Tieren als Arteria cerebri caudalis bezeichnet)

Diesen Hirnarterien kann man recht gut umschriebene Versorgungsgebiete im Gehirn zuordnen. Ein plötzlicher Verschluss eines der Gefäße führt in aller Regel zum Absterben von Gehirngewebe im jeweiligen Gebiet (Schlaganfall). Wegen der Verbindungen im Circulus arteriosus kann ein langsamer Gefäßverschluss manchmal durch kompensatorische Erweiterung der drei anderen Gefäße ausgeglichen werden und ist dann symptomlos.

Fällt die gesamte Blutzufuhr für 10 Sekunden aus, so kommt es zur Bewusstlosigkeit. Nach 2-3 minütigem Ausfall stirbt Gehirngewebe ab, nach ca. 5 Minuten tritt der Hirntod ein.

Kreislaufsystem | Zentralnervensystem

 

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