| Egel | ||||||||||
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| Leech blutegel.jpg | ||||||||||
| : | Urmünder (Protostomia) |
| Überstamm: | Lophotrochozoen (Lophotrochozoa) |
| : | Ringelwürmer (Annelida) |
| Klasse: | Gürtelwürmer (Clitellata) |
| Unterklasse: | Egel (Hirudinea) |
Durch den übertriebenen Einsatz medizinischer Blutegel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Blutegelbestände vielerorts radikal dezimiert. Allein Frankreich importierte zwischen 1827 und 1838 etwa 350 Millionen Blutegel. In England und Deutschland sahen die Zahlen ähnlich aus. Mittlerweile sind medizinische Blutegel in Europa nur noch in wenigen Gebieten in ihrer natürlichen Umgebung zu finden und stehen beispielsweise in Deutschland unter Naturschutz.
Der Bedarf an medizinischen Blutegeln wird seither durch Zuchtstationen gedeckt.
Erwachsene Tiere sind ausgestreckt bis zu 15 cm lang und bei hellem Licht ist eine Rückenzeichnung zu erkennen. Der Medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) hat eine bräunliche bis olivgrüne Farbe, rötliche Streifen auf dem Rücken und schwarze Flecken auf dem Bauch. Der Ungarische Blutegel (Hirudo verbana) besitzt jedoch einen grünen Bauch.
Blutegel sind langlebig: Sie werden erst mit drei Jahren geschlechtsreif und werden über 30 Jahre alt.
Blutegel saugen sich an der Haut von Tieren fest, um dann meist schmerzfrei die Haut zu durchbeißen. Mit ihren Beißwerkzeugen durchdringen sie selbst dickes Rinderfell in wenigen Sekunden. Anschließend kann ein Egel in etwa 30 Minuten bis zum Fünffachen seines Körpergewichts an Blut zu saugen. Dabei sondert er über den Speichel etwa 20 verschiedene Substanzen in die Wunde ab, darunter die Blutgerinnungshemmer Heparin und Hirudin - aus diesen Stoffen ergibt sich auch die medizinische Heilwirkung des Blutegels - und auch Stoffe, die Entzündungen bekämpfen und Schmerzen lindern können. Allerdings ist die exakte Wirkung aller anderen Stoffe noch nicht bekannt. Nach Erreichen der Sättigung fällt der Blutegel von selbst von seinem Opfer ab.
Durch die injizierten Stoffe vermag der medizinische Blutegel bei einer Vielzahl von Krankheiten Positives zu bewirken. Vieles ist wieder in Vergessenheit geraten, so dass heutzutage teilweise auch wieder experimentell versucht wird, mit Blutegeln zu behandeln.
Für die Herstellung von Sportsalben, welche Hirudin als Wirkstoff verwenden, werden Blutegel benötigt.
Eine Behandlung ist bei folgenden Beschwerden sinnvoll: Blutgerinnsel und Blutergüssen, Krampfadern, Venenentzündungen, Gefäßverkalkungen, Rheuma und Gelenkabnutzungen (wie Arthrosen), Muskelkrämpfen, Zerrungen und Verstauchungen, Rücken- und Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden und Ohrgeräuschen. Darüberhinaus haben Forscher von der Universität Duisburg-Essen nachweisen können, dass Blutegel die mit der Gelenkentzündung Arthritis einhergehenden Schmerzen im Fingergelenk deutlich effektiver lindern, als herkömmliche Schmerzmittel. Auch Gelenkentzündungen des Knies lassen sich mit Blutegeln erfolgreich behandeln.
Auf keinen Fall sollte der Blutegel abgenommen werden, bevor er von allein loslässt, denn man riskiert sonst Infektionen durch das Erbrechen des Egels in die Bisswunde.
Siehe auch: Blutegel lindern effektiv Schmerzen bei Arthritis am Fingergelenk (www.wissenschaft.de, Mai 2006)
Leech | Sangsue | עלוקה | Iglur | Bloedzuiger (worm) | Pijawki | Sanguessuga | pijavke | Iglar
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