Blumenstein ist eine Gemeinde im Bezirk Thun des Kantons Bern in der Schweiz.
Geographie
Die Gemeinde ist die westlichste Gemeinde des Amtsbezirks Thun. Sie liegt an der Nordseite der Stockhornkette im obersten Teil des
Gürbetals und im
Stockental. An ihrem Nordrand fliesst die
Gürbe durch. Die Gemeinde besteht aus zwei Teilen. Einerseits aus Inner-Blumenstein mit dem Dorf Blumenstein und den Weilern
Eschli,
Gassen,
Rüdeli und
Wäsemli. Andererseits aus den Weilern
Bodenzingen,
Lochmannsbühl und
Reckenbühl (zusammen Ausser-Blumenstein genannt) - sowie der ehemals selbständigen Gemeinde
Tannenbühl. Daneben gibt es zahlreiche Häusergruppen und Einzelgehöfte. Vom Gemeindegebiet von 1552 ha wird die Hälfte, 49,6%, landwirtschaftlich genutzt. Weitere 38,0% sind Wald und Gehölz und 8,5 % unproduktiv Fläche (wie Felsen) - vor allem im Berggebiet Richtung Stockhornkette. Und nur 3,9 % des Gemeindeareals sind überbaut.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung
Die Einwohnerzahl stieg zwischen
1764 und
1850 stark an (1764-1850:+143,1%). Dann ging sie bis
1900 als Folge der Abwanderung in die Industriegebiete (in und um Thun) stark zurück (1850-1900:-24,4%). Zwischen
1910 und
1930 sowie zwischen
1941 und
1960 gab es zwei grosse Wachstumsschübe, so dass die Einwohnerzahl einen neuen Höhepunkt erlebte (1910-1960:+37,7%). Bis
1980 sank die Zahl der Bewohner ein wenig - stieg dann aber bis ins Jahr
2000 auf einen neuen Höchststand von 1'192 Einwohnern an. Seither ist die Bevölkerungszahl einigermassen stabil.
Sprachen
Die Bevölkerung spricht im Alltag eine hochalemannische Mundart, die zu den Dialekten des
Berndeutsch gehört. Bei der letzten Volkszählung im Jahr
2000 gaben 97,15% Deutsch, 1,76% Albanisch und 0,34% Französisch als Hauptsprache an.
Religionen – Konfessionen
In früheren Zeiten waren alle Bewohner Mitglied der evangelisch-reformierten Landeskirche. Durch Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland sowie Kirchenaustritten hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) gibt es 83,89% evangelisch-reformierte- und 5,03% römisch-katholische Christen. Daneben findet man 3,10% Muslime und 2,43% Konfessionslose. 5,45% gaben keine Auskunft zu ihrem Glaubensbekenntnis. Die Muslime sind fast ausschliesslich albanischer Herkunft.
Herkunft – Nationalität
Der Anteil der ausländischen Zuwanderung ist gering. So waren im Jahr 2000 bloss 53 (=4,46%) der Einwohner Ausländer. Von den 1'139 Schweizer Staatsangehörigen hatten zehn Personen mehr als eine Staatszugehörigkeit. Die wenigen Zuwanderer kommen aus Serbien-Montenegro, Mazedonien (in beiden Fällen meist Albaner), Deutschland, Italien, Spanien, Sri Lanka und den Niederlanden.
Politik
Gemeinderat
Gemeindepräsident von Blumenstein ist derzeit
Konrad Wenger.
Wirtschaft
Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war das Dorf von der Landwirtschaft geprägt. Daneben spielte der Kurbetrieb im Luftkurort
Blumenstein-Bad eine bedeutende Rolle. Bis ins 19. Jahrhundert dominierte der Getreide- und Kartoffelanbau die Landwirtschaft, ehe man im grossen Stil mit der Viehwirtschaft begann. Heute (Stand 2000) arbeiten in den 32 Landwirtschaftsbetrieben noch 87 Beschäftigte. Industrie und Kleingewerbe bieten 153 Personen eine Arbeitsmöglichkeit, während in den 27 Dienstleistungsbetrieben 119 Personen ein Auskommen finden. Zahlreiche Blumensteiner sind heute Wegpendler. Vor allem in die Stadt Thun.
Tourismus
In früheren Zeiten lockte vor allem Blumenstein-Bad Fremde an. Heute kommen vorwiegend Wanderer und Fahrradfahrer nach Blumenstein.
Verkehr
Blumenstein liegt an keiner Bahnlinie, ist aber per Bus gut ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Von und nach
Thun verkehren die Linien 3, 50 und 51 der
STI. Von und nach
Seftigen-Bahnhof tagsüber die Linie 53.
Blumenstein liegt an der Strasse von Wimmis nach Seftigen, hat aber auch Richtung Thun gute Strassenverbindungen. Die nächst gelegenen Autobahnanschlüsse sind Thun-Süd und Thun-Nord an der A6.
Geschichte
Die Gemeinde wurde erst relativ spät besiedelt. Die Herrschaft
Bluomenstein verkaufte
Peter von Raron 1348 an die Stadt
Bern. Die niedere Gerichtsbarkeit hatten verschiedene Familien. Zuerst die
Herren von Blumenstein, zuletzt die
von Wattenwyl. Ein Mitglied der letzteren Familie verkaufte
1642 seine Herrschaftsrechte an Bern. Vorerst gehörte der Ort zum
Landgericht Seftigen, von
1658 bis
1798 zum
Amt Thun. Von 1798 bis
1803 war Blumenstein Teil des helvetischen
Distrikts Oberseftigen. Seither gehört die Gemeinde zum
Bezirk Thun. Der Weiler
Tannenbühl war bis zu seiner Eingemeindung im Jahr
1859 eine eigenständige Gemeinde (1850:385 Einwohner).
Sehenswürdigkeiten
Sehenswert sind die am Fallbach gelegene Gebäudegruppe mit der Kirche (ehemals St. Nikolaus), dem Pfarrhaus, dem Küherhaus und der Pfrundscheune. Diese Baugruppe gehört zu den Bauwerken mit nationaler Bedeutung. Auch verschiedene alte Bauernhäuser sind wegen ihres eigenen Stils sehenswert.
Literatur
W. Rothacher. Chronik von Kirche und Dorfschaft Blumenstein. 1981
Weblinks
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