Der Begriff Blitzableiter bezeichnet eine historische Einrichtung zum Schutz von Gebäuden vor den negativen Folgen eines Blitzeinschlags. Er wird umgangssprachlich auch für Fangeinrichtungen und Ableitungen eines modernen Blitzschutzsystems benutzt.
Dringt ein Blitz in ein Haus ein, entsteht meist erheblicher Sachschaden, da nahezu alle elektrischen Geräte und Anlagen zerstört werden. Durch die hohe Temperatur (mehrere 1000 °C) steigt die Gefahr eines Brandes.
Ein Blitzableiter war ein bis an eine exponierte Stelle geführter, geerdeter elektrischer Leiter, der dank seines großzügig bemessenen Querschnitts über eine hohen elektrischen Leitwert verfügte. Er sollte den Blitzstrom an der Außenseite des zu schützenden Objekts entlang sicher zum Erdboden ableiten.
In den Anfangszeiten der Blitzableiter war man der Meinung, dass Blitzableiter nicht nur am höchsten Punkt des zu schützenden Objektes angebracht, sondern auch besonders spitz sein müssen. Die Form des höchsten Punktes hat jedoch keinerlei Einfluss auf die Funktion.
Als Erfinder des Blitzableiters gilt Benjamin Franklin im Jahre 1752. Allerdings wird heute davon ausgegangen, dass der ägyptische Pharao Ramses III. bereits 1170 v. Chr. Blitzableiter an Gebäuden installieren ließ.
Der erste Blitzableiter in Deutschland wurde auf der Hamburger Hauptkirche St.Jacobi installiert.
Ein radioaktiver Blitzableiter war eine besondere Form des Blitzableiters, bei dem eine radioaktive Substanz durch ihre Strahlung die Luft um die Blitzableiterspitze ionisieren und dadurch den Blitz auf die Spitze lenken sollte. Als radioaktive Substanz enthielten sie einen Alpha-Strahler (Radium 226 oder Americium 241) mit einer spezifischen Radioaktivität von 30 bis 70 MBq. Es konnte allerdings nie nachgewiesen werden, dass die Radioaktivität die Wirksamkeit verbessert. Radioaktive Blitzableiter wurden unter anderem in der Westschweiz, in Spanien und in Serbien eingesetzt. Sie werden heute aus Umweltschutzgründen demontiert.
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