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Blindenschrift-1915.jpg-Postkarte zum Int. Blindentag 1915]]
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Als Blindenschrift bezeichnet man eine Schrift, die von Blinden gelesen werden kann. Das Lesen erfolgt dabei mit dem Tastsinn der Finger. Es existieren verschiedene Schriftsysteme, z. B. das Moonalphabet. Die heute am weitesten verbreitete Blindenschrift ist die Brailleschrift. Zur Abgrenzung von Blindenschriften verwendet man häufig für die Schrift der Sehenden den Begriff Schwarzschrift.

Grundsätzliche Ausführungen


Es gibt zwei grundsätzliche Richtungen der Blindenschrift:
  • Die Reliefschrift, bei der die normalen Buchstaben tastbar gemacht werden, und die
  • Punktschrift, die die Buchstaben in einen Code übersetzt.

Viele Schriftsysteme für Blinde waren gut durchdacht, hatten aber den entscheidenden Nachteil, dass sie von Sehenden ohne Rücksicht auf die Blinden entwickelt wurden.

Punktschrift


Ein Braille-Schrift-Zeichen besteht je nach Verwendung aus bis zu 6 oder 8 Punkten. In jedem Fall sind diese Punkte in zwei Spalten angeordnet. Die engen Grenzen der so entstandenen Zeichensätze (64 bzw. 256 Zeichen) werden durch zwei Methoden erweitert:

  1. Für viele Sprachen bzw. Fachsprachen gibt es eigene Zeichensätze.
  2. Für ein Schwarzschriftzeichen wird eine ganze Kombination aus Braillezeichen verwendet. Augenfälligstes Beispiel hierfür ist, dass es im 6-Punkt-Braille keinen Unterschied zwischen Groß- und Kleinschreibung gibt. Ein Buchstabe wird durch die Voranstellung eines speziellen Zeichens zum Großbuchstaben erklärt.

Der Platzbedarf der Punktschrift ist enorm, denn die Zeichen sind größer als in der Schwarzschrift und auch das Papier muss viel dicker sein. Allein der Duden in Punktschrift umfasst 18 Bände. Um etwaige Nachteile durch das hohe Gewicht im Briefverkehr auszugleichen, transportiert die Deutsche Post Sendungen in Brailleschrift portofrei (Kennzeichnung: Blindensendung/Cécogramme).

Verkürzung der Schrift zum Zwecke der Beschleunigung

Bestrebungen, die Schrift schneller zu machen führten zu einer Verkürzung der Wortbilder und zur Entwicklung einer Blindenkurzschrift und einer Blindenstenografieschrift. Die Blindenkurzschrift wird am häufigsten zur Erstellung von Druckerzeugnissen in Blindenschrift und bei Mitschriften blinder Menschen mit der Punktschriftmaschine eingesetzt. Die Punktschriftmaschine hat sechs Tasten, von denen jede lediglich einen Punkt prägt, und oft eine Leertaste. Wenn keine Leertaste vorhanden ist, wird der Leerschritt durch leichtes Drücken einer beliebigen anderen Taste ausgelöst, so dass es zu keiner Prägung kommt. Durch Akkord-Anschlag auf mehrere Tasten werden die einzelnen Buchstaben dargestellt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Bogenmaschinen zum Schreiben auf Blindenschriftpapier und Stenografiermaschine mit Rollenstreifen. Diese Maschinen haben blinden Verhandlungsstenografen enorme Geschwindigkeiten ermöglicht. Da sechs Punkte nur eine beschränkte Anzahl von Kombinationen zulassen, wurden Stenografiesysteme mit sieben und acht Punkten geschaffen. Dadurch wurde die Zahl der Zeichen auf 128 beziehungsweise 256 erhöht.

Statische Blindenschrift wird durch Einstanzen der Punkte von der Rückseite des Papiers her erzeugt. Durch Versetzen der Zeilen lässt sich Papier beidseitig bedrucken. HelenKeller.png in Basis-Braille]] Dynamische Blindenschrift - z.B. in Form eines Braille-Displays bzw. einer Braillezeile - wird durch elektromechanisches Anheben und Versenken von Stiften erzeugt. Dieser Artikel wurde auf einem Computer mit einem solchen Display überarbeitet.

In Unicode sind 256 Braille-Zeichen im Bereich U+2800 bis U+28FF kodiert.

Siehe auch


Weblinks


Blindheit | Schrift

 

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