Bleichen ist ein textilchemisches Verfahren, um die vorhandenen natürlichen Färbungen der Naturfaser zu beseitigen und den Weißgrad zu erhöhen. Moderne Kunstfasern werden im allegemeinen nicht mehr gebleicht. Hier achtet man, wenn gewünscht, schon bei der Herstellung der Faser auf den entsprechenden Weißgrad. Bei der Baumwolle (CO) ist das Bleichen als Vorbehandlung zum Färben allgemein üblich.
Dieser Bleichprozess wird meistens mit Wasserstoffperoxid, Natronlauge und Tensiden (und anderen Hilfschemikalien wie z.B. den Bleichstabilisatoren) durchgeführt. Je nach Herkunft der Faser (cellulosisch z.B. Baumwolle oder tierisch z.B. Schafwolle), wird die Bleiche bei unterschiedlichen ph-Werten durchgeführt. Baumwolle wird z.B. alkalisch und Wolle dagegen wird im sauren ph Bereich gebleicht. Die chemischen Komponenten reagieren miteinander und durch den Einfluß der Bleichstabilisatoren (Salze) wird der Sauerstoff aus dem Wasserstoffperoxid kontrolliert und langsam abgespalten. Bei einer spontanen, unkontrollierten Zersetzung würde die Molekülkettenlänge der Cellulose verringert, was sich durch verminderte Reissfestigkeiten bemerkbar macht. Mit der Bleiche werden mehrere Ziele verfolgt: a) Entfärben durch die Oxidation des Grundfarbstoffes b) Entfernen von pflanzlichen Verunreinigungen, z.B. Blattresten u.ä. aus der Ernte c) Entfernen von Fetten d) Erhöhung und Vergleichmässigung der Saugfähigkeit für nachfolgende Prozesse
Man unterscheidet zwischen kontinuierlichen und diskontinuierlichen Bleichverfahren. Bei den kontinuierlichen Verfahren wird die Bleichflotte (Mischung aus Wasserstoffperoxid, Natronlauge, Stabilisator und Wasser) aufgetragen und in einem Durchlaufdämpfer nahe der 100°C Marke der Zerfall des Wasserstoffperoxids aktiviert. Vorteil ist ein schnelles Verfahren bei allerdings hohen Energiekosten. Im diskontinuierlichen Verfahren wird die Bleichflotte auf das Gewebe aufgetragen und meistens auf grossen Rollen (Kaulen oder Docken) für bis zu 24h drehend gelagert. Vorteil ist hier die hohe Energieeinsparung, da keine zusätzliche Prozesswärme benötigt wird. Zu den diskontinuierlichen Verfahren zählt auch das Bleichen von Garnen auf Spulen oder Kettbäumen. Hier wird der Bleichprozess in grossen Kesseln unter Druck und hohen Temperaturen in der Bleichflotte durchgeführt. Je nach Art des Verfahrens, werden die einzelnen Bestandteile der Flotte in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen der Bleichflotte zugesetzt.
Nach jedem Bleichprozess müssen die auf dem Gewebe verbliebenen Bleichchemikalien durch eine Wäsche wieder entfernt werden, damit nachfolgende Prozesse in der Druckerei oder Färberei nicht gestört werden, da evtl. übrig gebliebenes Wasserstoffperoxid die Farbstoffe zerstört.
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