Ein Blasenkatheter ist ein Kunststoffschlauch, der entweder über die Harnröhre (transurethral) oder die Bauchdecken (suprapubisch oder Bauchdeckenkatheter) in die Harnblase eingebracht wird. Er dient der Harnableitung oder Harngewinnung. Die Länge wird in Zentimeter und die Dicke in Charrière (1 Ch = 1/3 mm) angegeben.
Der 2-Wege Katheter hat einen Kanal zur Harnableitung und einen Kanal zum Füllen des Ballons. Dieser Katheter wird vor allem zur dauerhaften Harnableitung eingesetzt.
Der 3-Wege Katheter hat neben den oben genannten Kanälen noch einen dritten Kanal, der zur Einbringung von Spüllösungen benutzt wird. Dieser Katheter kommt in der Urologie vor allem nach transurethralen Operationen und bei starken Blutungen in der Blase zum Einsatz. Sinn hierbei ist es, über die Spülung eine Gerinnung des Blutes in der Harnblase zu verhindern. Diese Katheter können mit verstärkter Wand ausgeführt sein, damit eine aktive Blasenspülung (z.B. Abziehen von Blutgerinnseln mit einer Blasenspritze) nicht zu einem Kollabieren des Lumens führt.
Der Füllungskanal des Ballons ist mit einem Ventil ausgestattet, um ein Entweichen des Blockmediums zu verhindern. Als Füllmedium für den Ballon kommen steriles destilliertes Wasser, oder eine spezielle 10 % Glycerinlösung zur Anwendung.
Suprapubische Blasenkatheter sind entweder 1-Weg Katheter, die durch eine Naht, oder 2-Wege Katheter, die über einen blockbaren Ballon fixiert werden.
Diese Katheterart kann auch zur urodynamischen Untersuchung eingesetzt werde, da hier der Schließmuskel nicht beeinträchtigt wird.
Nelaton
Dieser Katheter besitzt eine geschlossene Hohlspitze mit zwei gegenüberliegenden Augen bzw. vier versetzte Augen. Dieser Kathetertyp kann sowohl für weibliche als auch für männliche Patienten verwendet werden. Dieser Typ stellt wohl die häufigst angewandte Bauart sowohl für transurethrale als auch suprapubische Anwendungen dar.
Thiemann
Der Thiemannkatheter besitzt eine gebogene konisch zulaufende Hohlspitze, die am Ende leicht verdickt ist. Der Thiemannkatheter besitzt in der Regel nur ein Auge. Durch seine Form eignet er sich besonders zur Katheterisierung der männlichen Harnblase, da die Spitze den Katheter besser durch die Harnröhre führt. Für weibliche Patienten ist er weniger geeignet.
Mercier Der Katheter nach Mercier ist in der Form fast wie der Thiemannkatheter aufgebaut, nur dass seine Hohlspitze nicht konisch zuläuft und er zwei versetzte Augen besitzt.
Couvelaire
Der Katheter nach Couvelaire besitzt eine vorne offene Flötenspitze mit zwei seitlichen Augen. Wegen seiner großen Öffnung an der Spitze wird er häufig für Blasenspülungen verwendet.
Dufour
Der Katheter nach Dufouer ist fast so geformt wie ein Thiemannkatheter, nur dass er zwei versetzte Augen und eine vorne offene Flötenspitze besitzt.
Frohmüller
Er besitzt eine geschlossene Hohlspitze mit drei seitlich versetzten Augen. Die Spitze ist wie beim Thiemannkatheter etwas gebogen, verjüngt sich aber nicht im Durchmesser.
Foley
Der Katheter nach Foley ist eigentlich ein Katheter mit Nelatonspitze, nur dass er einen Ballon zur Fixierung des Katheters in der Blase besitzt. Es werden aber auch andere Katheterformen (z.B. Tiemann) als Foleykatheter verwendet.
Pezzer
Der Katheter nach Pezzer verfügt zur Fixierung des Katheters in der Blase am Ende eine pilzförmige Erweiterung. Die Hohlspitze ist vorne verschlossen, die pilzförmige Verdickung besitzt auf der Vorderseite zwei Augen. Dieser Katheter wird heute praktisch nicht mehr verwendet, da er nur mithilfe eines Stabes eingeführt werden konnte, der den pilzförmigen Teil spannte.
Malecot
Der Katheter nach Malecot hat eine ähnliche Kopfform wie der Katheter nach Casper. Er verfügt vorne über zwei Flügel, die nur mit einem Stab gespannt werden konnten. Dieser Katheter findet heute praktisch keine Verwendung mehr.
Casper
Der Katheter nach Casper hat eine Kopfform ähnlich einem vierflügeligen Quirl und wird dadurch in der Blase fixiert. Dieser Katheter findet heute praktisch keine Anwendung mehr, da er nur mithilfe eines Stabes eingeführt werden konnte, der den Vorderteil des Katheters spannte.
Stöhrer
Ein relativ neuer Katheter ist der Stöhrer-Katheter. Die Besonderheit dieses Katheters liegt in seiner flexiblen Spitze, die konisch zuläuft und am Ende eine kleine kugelförmige Verdickung besitzt. Durch diese Spitze lässt sich der Katheter besonders leicht in die Harnröhre einführen, da ein geringerer Druck an der Spitze auf die Harnröhrenschleimhaut ausgeübt wird. Neu an diesem Katheter sind auch die speziell geformten Augen, die eine Verletzung der Schleimhaut auf ein Minimum begrenzen.
Grundsätzlich soll ein Katheter nur steril angewendet werden, um eine Keimverschleppung in die Harnblase zu vermeiden. Diese Gefahr besteht allerdings grundsätzlich immer bei Harnröhrenkathetern, da in der Harnröhre immer Keime angesiedelt sind, die dann in die Blase geschoben oder mitgenommen werden.
Bei transurethralen Dauerkathetern wird zunächst ein Gleitgel in die Harnröhre eingebracht. Anschließend wird der Blasenkatheter eingeführt. Wenn der Katheter sicher in der Harnblase platziert ist, wird der Ballon mit einer Kochsalzlösung, Wasser oder einem Spezialmedium gefüllt. Bei Einmalkathetern geht man analog vor, hier gibt es jedoch auch speziell beschichtete Katheter, bei denen ein Gleitgel nicht separat eingebracht werden muss. Diese sind vor allem für den intermittierenden Selbstkatheterismus gedacht.
Suprapubische Blasenkatheter werden mit örtlicher Betäubung eingebracht. Zunächst muss die Harnblase aufgefüllt werden. Anschließend wird oberhalb des Schambeines die örtliche Betäubung gesetzt. Dabei wird die Nadel stetig vorgeschoben, bis Urin aspiriert werden kann. Nun wird der Katheter über eine Hohlnadel gestochen. Anschließend erfolgt die Fixierung über eine Naht oder den Ballon mit anschließendem sterilen Verband der Einstichstelle.
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