Blaise Compaoré (* 3. Februar 1951 in Ziniaré) ist seit 1987 Präsident von Burkina Faso.
Als Weggefährte und Freund von Thomas Sankara gehörte er zu der Gruppe von Offizieren, die diesen durch einen Staatsstreich am 4. August 1983 an die Macht brachte.
Mit der Begründung, er habe den Sankarismus vor Sankara schützen müssen, der immer öfter einsame, schwer zu durchschauende Entscheidungen getroffen habe, organisierte er vier Jahre später den Putsch gegen Thomas Sankara, im Laufe dessen dieser ermordet wurde.
Am 15. Oktober 1987 wurde Blaise Compaoré sechster Präsident von Burkina Faso. 1991 ließ er sich durch Wahlen bestätigen. Die Opposition boykottierte diese Wahlen, die Wahlbeteiligung lag bei 27%. Im Jahr 2005 wurde Compaoré für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Er tritt damit die erste von insgesamt zwei möglichen Amtszeiten gemäss der Verfassungsänderung aus dem Jahre 2000 an. In dieser wurde die Amtszeit des Präsidenten von sieben auf fünf Jahre heruntergesetzt und auf maximal zwei Perioden pro Amtsinhaber begrenzt.
Der Skandal um seinen Bruder Francois Compaoré machte die Korruption in der Regierungselite deutlich: Im Dezember 1998 wurde der oppositionelle Journalist Norbert Zongo mit drei Begleitern in seinem ausgebrannten Auto erschossen aufgefunden. Da offenbar nichts für einen Unfall spricht, geht die Opposition von einem Mord aus. Tausende von Demonstranten gingen auf die Straße, bei der Niederschlagung von Unruhen kamen mehrere Menschen um. Verschiedene Oppositions- und Menschenrechtsgruppen schlossen sich zum "Collectif" zusammen und forderten eine gründliche, gerichtliche Aufklärung des Falls. Der Journalist hatte gerade an einer brisanten Geschichte recherchiert: Es ging um den Chauffeur von Francois Compaoré, David Ouédraogo, der vermutlich von Mitgliedern der Präsidentengarde zu Tode gefoltert wurde, da er seinem Arbeitgeber angeblich 19,8 Millionen Franc CFA gestohlen hatte (ca. 50.000 Euro). Ein unabhängige Untersuchungskommission kam im Mai 1999 zu dem Schluss, dass Norbert Zongo aus politischen Gründen ermordet worden sei und dass dabei auch seine Recherchen nach der Todesursache des Chauffeurs eine Rolle gespielt hätten. Im Juni 1999 wurden zunächst drei der Leibwächter des Präsidenten verhaftet. Nach langwierigen Ermittlungen wurden im August 2000 sechs Angehörige der Präsidentengarde wegen Folterung angeklagt. Drei der Angeklagten wurden wegen Mordes an David Ouédraogo zu Freiheitsstrafen zwischen zehn und zwanzig Jahren verurteilt. Zwei weitere wurden frei gesprochen, dem sechsten wurde als Mörder von Norbert Zongo zu 20 Jahren Haft verurteilt. Anfang 2001 wurde auch der ehemalige Leiter der Präsidentengarde wegen seiner Beteiligung an der Ermordung Norbert Zongos und vorsätzlicher Brandstiftung angeklagt.
Die Opposition kritisiert aber weiterhin, dass vermieden wurde, die Rolle des Bruders des Präsidenten selbst genauer zu beleuchten. Damit seien die eigentlichen Verantwortlichen ungeschoren davon gekommen.
Präsident Compaoré sah sich aufgrund der anhaltenden Proteste gezwungen, eine "Regierung der nationalen Einheit" zu bilden und Beschneidungen der eigenen Machtfülle in Kauf zu nehmen. Die innenpolitische Lage hat sich seither beruhigt. Bei den Parlamentswahlen im Mai 2002, die ordnungsgemäß abliefen, verlor die Regierungspartei erheblich an Stimmen, blieb aber mit 58 von 111 Parlamentssitzen stärkste Partei.
Bei den Präsidentschaftswahlen am 13. November 2005 erreichte er nach Angaben der Wahlkommission im ersten Wahlgang rund 80% der Stimmen, während keiner seiner elf Konkurrenten mehr als 5% erreicht haben soll. Die Wahlbeteiligung wurde mit 57,5% angegeben. Einige der unterlegenen Kandidaten kündigten Klagen gegen das Ergebnis an.
Mann | Staatsoberhaupt | Politiker (Burkina Faso) | Burkiner | Geboren 1951
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