Biwak (frz. bivouac = Feldlager, Nachtlager) bezeichnet ein Lager im Freien, aber auch in Zelten oder Hütten vor allem durch Soldaten oder Bergsteiger.
Antoine_Watteau_Biwak.jpg (Biwak - Camp volant, Öl auf Leinwand, wohl 1709, Staatliches Puschkinmuseum in Moskau); die Soldaten haben es sich mit diversen Frauenspersonen am Feuer bequem gemacht, rauchen oder spielen Karten.]]
Ursprünglich gab es in Städten und Festungen, die meisten Städte waren ja zumindest seit dem 17. Jahrhundert befestigt (z.B. Mannheim, Dresden, Wien), eine innerhalb der Mauern befindliche Hauptwache und eine auf dem Glacis, also der freien, schussfeldgewährenden Fläche vor der Mauer, befindliche Beiwache. Als Gebäude für die Hauptwache sind heute noch etwa die Frankfurter oder die Dresdner (Schinkel) Wachgebäude erhalten. Da es auf dem Glacis keine Gebäude gab, musste die Beiwache in Zelten campieren. Die Beiwache hatte dabei die Aufgabe, schon frühzeitig einen nachts anrückenden Feind auszumachen und Alarm zu schlagen, oder aber verspätete Ankömmlinge abzufertigen. Über das Niederländische wurde der Begriff der Beiwache/Biwake nach Frankreich entlehnt, wo er als "Bivoque", "Bivouac" oder ähnliches zur Bezeichnung eines jeden Campierens von Soldaten im freien Feld diente.
Dieses Biwak im weiteren Sinne wurde ins Deutsche zurückentlehnt, oft ohne zu wissen, dass es sich eigentlich um ein verballhorntes deutsches Wort handelt. Und als solches Biwak im weiteren Sinne wird das Wort heute noch gebraucht, konnte also seinen eigentlichen, mit der Schleifung der meisten Befestigungen im 19. Jahrhundert untergegangenen, historischen Zusammenhang überleben. Die inzwischen gebräuchliche Ausdehnung, auch auf Nichtsoldaten, mag auf der weiten Streuung des Wortes beruhen, die durch die allgemeine Wehrpflicht und somit der Berührung weiter Kreise der männlichen Bevölkerung mit dem soldatischen "Biwak" bewirkt wurde.
Mit dem Biwak der Militärsprache wird der Aufbau und Betrieb eines "Zeltlagers" meist im Wald durch Soldaten bezeichnet, der oft mit einer Geländeausbildung verbunden ist. Es gibt (inoffiziell) verschiedene Formen des militärischen Biwak:
Die im Bundeswehrjargon anzutreffende scherzhafte Deutung des Wortes Biwak als Abkürzung, die zu verschiedenen Langformen wie etwa "Bundeswehr im Wald außer Kontrolle", "Bundeswehr im Wald am Kämpfen", "Bundeswehr im Wald am Kotzen", "Besonders im Winter arsch kalt" oder auch "Bekloppte Idioten warten auf Krieg" scherzhaft aufgeschlüsselt wird, beruht i.d.R. auf der Unkenntnis der eigentlichen Wortbedeutung.
Bei Bergsteigern ist ein Biwak oder Biwaksack eine extrem leichtgewichtige Alternative zum Zelt. Sehr populär unter Kletterern und beim Ultraleichtwandern kann ein Biwaksack nur aus einer wasserdichten Stoffhülle bestehen, die über den Schlafsack gezogen wird. Diese isoliert um weitere Grad und bietet einen Schutz gegen Wind und Regen. Heutzutage gibt es auch Biwakzelte, die einen Kompromiss zwischen einem Biwaksack und einem Einpersonenzelt darstellen. Mit Bogen oder Stangen wird der Biwaksack der Länge nach unterstützt, gerade genug um den Stoff zu trennen und zusätzlichen Raum zum Atmen für den Kopf zu schaffen (der traditionelle Biwaksack geht üblicherweise direkt bis an das Gesicht und lässt nur ein kleines Loch zum Atmen oder raus schauen). Viele Camper akzeptieren daher das zusätzliche Gewicht eines Biwakzeltes für den zusätzlichen Komfort den es bietet. Dennoch spielt der traditionelle Biwaksack eine Rolle bei Bergsteigern und Rucksacktouristen und wird häufig bei längeren oder gefährlichen Aufstiegen als Notschutz mitgeführt.
Bei den neuen Biwaksäcken des Deutschen Alpenvereins muss man darauf achten, ihn richtig herum zu platzieren, da auf einer Seite der Schriftzug "HELP" abgebildet ist, welcher ein Notrufzeichen für u. a. Hubschrauber ist.
In Polen wird so ein einfachster Zeltplatz bezeichnet (Pole biwakowe). Zum Teil nur ausgewiesene Flächen, auf denen Zelten erlaubt ist, zum Teil private oder von Gemeinden betriebene kleine Zeltplätze mit einfachster Ausstattung. Immer billig, oft an Wasserwanderrouten oder Wanderstrecken. Manchmal mit einer Kasse des Vertrauens, in die man einen kleinen Obolus einwirft.
In der Sächsischen Schweiz (Elbsandsteingebirge) bezeichnen die Bergsteiger das Übernachten in der freien Natur als Boofen. Diese Freiübernachtungsstelle besteht meist aus einem Überhang am Sandsteinfels oder einer Felshöhle, der sogenannten Boofe. Diese sind oftmals schon mit einer Schlaf- und Feuerstelle ausgebaut.
Das umgangssprachliche sächsische Wort boofen wurde von pofen = tief und fest schlafen abgeleitet. Der Sinn des boofen besteht zum einen darin, ein günstiges Quartier zum erholsamen Schlaf nach getaner Bergfahrt zu besitzen, zum anderen im Erleben und Genießen der Natur.
Scherzhaft: BIWAK = Bundeswehr im Wald außer Kontrolle.