Mit Datenübertragungsrate (auch Datenrate, Kapazität oder umgangssprachlich fälschlich Bandbreite) bezeichnet man die Menge der Daten, die innerhalb einer Zeiteinheit auf einen Übertragungskanal geschickt werden können, jedoch nicht die Geschwindigkeit, mit welcher die Daten auf dem Kanal übertragen werden. Sie ist zusammen mit der Latenzzeit (Antwortverzögerung) das Maß für die Leistungsfähigkeit eines Kanals. Ein Kanal kann beispielsweise eine Verbindung im Rechnernetz, die Verbindung zum Internetdienstanbieter oder die Schnittstelle zu einem Speichermedium sein.
Die Datenübertragungsrate wird gemessen durch das Zählen von Dateneinheiten pro Zeiteinheit. Die kleinste Dateneinheit ist das Bit, weshalb sie meist als Bitrate angegeben wird und als Einheit bit/s (oder englisch bps) mit den üblichen Vorsilben für Maßeinheiten wie Kilo- und Mega- verwendet wird. In der abgekürzten Form wird oftmals zwischen dem kleinen "k" für den Faktor 1000 und dem großen „K“ (oder auch „Ki“ für binäres Kilo) für den Faktor 1024 (210) unterschieden.
In Bereichen, in denen eine parallele Datenübertragung eingesetzt wird (vor allem beim Zugriff auf Speichermedien über einen Datenbus), wird die Übertragungsrate auch häufig in Byte pro Sekunde angegeben, also in 8 Bits pro Sekunde; man muss also darauf achten, ob eine Übertragungsrate z. B. mit 1 MB/s oder mit 1 Mbit/s angegeben wird (letztere Angabe entspricht nur etwa einem Achtel der Geschwindigkeit der ersten).
Höhere Datenraten bieten höhere Qualitäten und werden zunehmend durch neue Technologien ermöglicht.
Weiter hat der Begriff Datenrate (Bandbreite) auch nichts mit der Geschwindigkeit zu tun, mit welcher die Daten auf den Kanal übertragen werden. Letzteres wird von Internetdienstanbietern fälschlicherweise oft suggeriert. Entsprechend der vorigen Analogie bezeichnet dies die Geschwindigkeit des Wassers in der Röhre. Die Geschwindigkeit kann in Übertragungskanälen mithilfe von Latenzzeit und Länge des Kanals bestimmt werden.
Die nachrichtentechnische Bandbreite hingegen gibt an, innerhalb welcher Frequenzspanne die Bits parallel übertragen werden können. Üblicherweise nimmt ein digitales Signal zwei Zustände ein, die man mit „0“ und „1“ bezeichnen kann. Dies nennt man dann binär. Bei der Übertragungstechnik werden aber auch Codierungen verwendet mit mehr als zwei Zuständen. Drei Zustände bezeichnet man mit ternär. Eine Schreibweise der Zustände ist „−1“, „0“ und „1“. Hierbei beträgt die Bandbreite bei gleicher Bitrate idealerweise etwa 63 % der Bandbreite (Shannon-Hartley-Gesetz: ), die für binäre Übertragung benötigt wird.
Beispiel: Das ISDN-Primärmultiplex-Format „S2M“ überträgt Daten bei 2 Mbit/s. Da die Leitungscodierung ternär ist, wird dafür nur etwa 1 MHz Bandbreite benötigt.
Die Übertragungsgeschwindigkeit ist abhängig von der Schrittgeschwindigkeit und der Anzahl der Wertebereiche der Signalparameter. Sie ist das Produkt aus Schrittgeschwindigkeit und Anzahl der Binärzeichen pro Schritt.
Die Datenrate bei der Audio- und Videokompression kann entweder konstant sein (CBR) oder variabel (VBR). Bei VBR wird die Datenrate dynamisch an die zu kodierenden Daten angepasst. So wird zum Beispiel bei der MPEG-Videokompression bei ruhigen Szenen die Videobitrate reduziert, während sie bei aktionreichen Szenen angehoben wird. Dies erlaubt eine optimale Nutzung des Speicherplatzes und eine höhere Bildqualität, als sie mit CBR erreichbar wäre.
Bit rate | Bit rate | Tiedonsiirtonopeus | Débit binaire | Przepustowość | Битрейт | Bit rate
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