Asia_minor_p20.jpg Bithynien (griech. Βιθυνία, Bithynia) ist eine antike Landschaft und Königreich im nordwestlichen Kleinasien.
Bithynien wird gegen Westen und Norden vom Marmarameer und dem Pontos Euxinos (Schwarzes Meer), gegen Süden vom Olympos (Keşiş Dağ) bei etwa 40° n. Br. begrenzt. Gegen Osten trennt es der Parthenios (jetzt Bartan Su) von Paphlagonien; im Süden sind die anstoßenden Länder Galatien, Phrygien und Mysien.
Das Land ist im Osten und Süden von waldreichen Gebirgen geprägt (außer dem Olympos bei Bursa, der Orminios, jetzt Işik Dağ, im Osten); die niedrigere und von fruchtbaren Tälern durchschnittene Westhälfte enthält einige große Landseen, wie den Askanischen See (İznik Gölü) bei Nikäa (İznik) und den Artynischen See (Uluabat Gölü ), an dem Apollonia liegt.
Hier im Westen schneiden auch zwei Meerbusen tief ins Festland ein: der von Astakos (beim heutigen İzmit) und der von Kios (beim heutigen Gemlik). Größter Fluss ist der Sangarios (Sakarya); außerdem der Billäos (jetzt Filias) in der Osthälfte.
In Bithynien waren thrakische Stämme angesiedelt Thynier und Bithyner genannt.
Die politische Bildung Bithyniens erfolgte um 430 v. Chr. unter Doidalses, der ein Dynastengeschlecht gründete. Gegen die persischen Satrapen konnte das Land seine Unabhängigkeit behaupten.
Den Satrapen Alexanders des Großen Kalas konnte der bithynische Dynast Bas 333/28 v. Chr. abwehren. Antigonos Monophtalmos hielt die Expansionsbestrebungen Zipoites' gegenüber den griechischen Städten dieses Gebietes auf. Zipoites stellte Geiseln und scheint mit Antigonos verbündet gewesen zu sein, wie stark die Abhängigkeit von diesem war, ist in der Forschung umstritten In der Folgezeit konnte sich Zipoites gegen Lysimachos und zwei seiner Generäle behaupten. Einen Sieg über diesen selbst nahm er wohl im Herbst 297 v. Chr. zum Anlass, den Königstitel anzunehmen. Kurz nach der Schlacht von Kurupedion (281 v. Chr.) starb Zipoites. Sein Sohn und Nachfolger Nikomedes I. setzte die Politik seines Vaters fort, sich der jeweiligen politischen Großwetterlage anpassend territoriale Gewinne anzustreben. Er kämpfte mit Glück gegen Antiochos I. Soter, verbündete sich 277 v. Chr. mit den Galatern und erweiterte sein Reich durch die Eroberung des nordöstlichen Teils von Phrygien. 264 v. Chr. gründete er die Hauptstadt Nikomedia.
Unter Prusias I. erreichte Bithynien seine größte Ausdehnung und nahm 184 v. Chr. den flüchtigen Hannibal auf, den es aber nicht gegen die Römer schützen konnte. Der letzte König, Nikomedes IV., wurde von Mithridates VI. von Pontus zweimal vertrieben, von den Römern aber jeweils neu eingesetzt. Bei seinem Tod 74 v. Chr. vermachte er sein Reich den Römern, die es auch unter Lucius Licinius Lucullus gegen Mithridates behaupteten
Bithynia wird römische Provinz, die Hauptstadt bleibt Nicomedia, und bildet zunächst mit der Provinz Asia einen Zollbezirk. 64 v. Chr. wird die Doppelprovinz Bithynia et Pontus eingerichtet.
Die Provinz stand zeitweise unter direkter kaiserlicher Verwaltung, so war etwa Plinius der Jüngere hier 109-111 Legat.
Bei der Provinzreform des Kaisers Diokletian 295 wurde sie in die Provinzen Bithynia, Paphlagonia und Diospontus geteilt; 384/7 werden Teile zur neuen Provinz Honorias geschlagen.
Dadurch war Bithynien schon im byzantinischen Reich keine administrative Einheit mehr und wurde bei der Provinzreform im 7. Jahrhundert dem Thema Opsikion zugeteilt, später noch einmal zwischen diesem und dem Thema Optimatoi geteilt.
1074–1097 war das Land im Besitz der Seldschuken, die es im 1. Kreuzzug an die Christen verloren. Während der Dauer des lateinischen Kaisertums in Konstantinopel (1204–1261) war Nikäa in Bithynien Sitz des griechischen Kaisers. 1298 brach Osman I. in Bithynien ein, und 1326 wurde das eroberte Prusa (Bursa) Hauptstadt des Osmanischen Reiches.
Dynasten:
Könige:
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