BirtenKircheFront.JPGBirtenKircheStatue.JPG an der Seite der Kirche]]
Birten ist der südöstliche Stadtteil
Xantens.
Geographie
Birten.JPGBirten liegt wenige Kilometer südöstlich von Xanten und teilt sich in die zwei Ortsteile Oberbirten und Unterbirten, die durch die
Bundesstraße 57 voneinander getrennt werden. Oberbirten liegt am Fuße des
Fürstenbergs inmitten von
Laub- und
Nadelwald, Unterbirten am
Altrhein in direkter Nähe des Naturschutzgebiets
Bislicher Insel.
Geschichte
Erste Belege menschlichen Lebens im heutigen Ortgebiet stellen Beile dar, die aus der
Jungsteinzeit stammen.
Antike
Um
15 v. Chr. wurde das
römische Legionslager Castra Vetera auf dem Fürstenberg nahe dem heutigen Birten gegründet. Zu diesem Zeitpunkt bestand das Umland des Lagers vor allem aus
Sumpf- und
Moorlanschaften, was in Verbindung mit der erhöhten Lage des Fürstenbergs einen
strategischen Vorteil darstellte. Das Lager sollte als Ausgangspunkt für Feldzüge in das rechtsrheinische
Germanien dienen (so waren auch an der
Varusschlacht beteiligte Legionen hier stationiert) und wurde bis zu seiner Vernichtung im Rahmen des
Bataveraufstands im Jahr
70 n. Chr. dauerhaft durch 8.000 bis 10.000
Legionäre besetzt.
Nach der Vernichtung der Castra Vetera wurde unweit von diesen auf der
Bislicher Insel ein neues
Legionslager errichtet, das den Namen Vetera fortführte.
Beide Lager sind heute nicht mehr erhalten, allerdings existiert als einziges noch das Erdwalltheater von Vetera I, das heute als Freilichtbühne für Orchester oder Comedians genutzt wird. Hier soll auch im 4. Jahrhundert Viktor von Xanten als Angehöriger der Thebäischen Legion das Martyrium erlitten haben.
Mittelalter
Zu einer Besiedlung des Gebiet des heutigen Birtens kam es erstmals im
5. Jahrhundert nach dem Untergang des
weströmischen Reiches, als sich
Franken abseits der ehemals römischen Niederlassungen ansiedelten. Diese erste Siedlung wurde „Bertunense“, später auch „Beurtina“ oder „Bertuna“, genannt. Hieraus entwickelte sich der heutige Ortsname Birten. Eine erste urkundliche Erwähnung Birtens stammt vom
Bischof Gregor von Tours. Dieser berichtet über Bischof
Everigisil von Köln, der um
590 n. Chr. eine
Kapelle bei
Bertunense zu einer
Kirche erweitern ließ. Da diese Kirche in Birten archäologisch nicht nachweisbar ist, scheint eine Errichtung über dem Friedhof der
Colonia Ulpia Traiana und somit im heutigen Xanten wahrscheinlich, wo eine solche bereits für das
4. Jahrhundert nachgewiesen werden konnte.
Im Jahr 1557 sowie abermals zum Ende des Dreißigjährigen Krieges und 1764 verlagerte sich das Flussbett des Rheins, so dass weite Teile Birtens entweder unterspült oder überflutet und schließlich aufgegeben wurden. Die Bewohner Birtens gründeten darauf neue Siedlungen unweit südwestlich im höher gelegenen Gelände am Fuße des Fürstenbergs.
Im Jahr 863 überfielen Normannen den Xantener Kirchenstift und plünderten dabei auch Birten, das sich zu diesem Zeitpunkt bereits zu einem Markt weiterentwickelt hatte. 880 überfielen abermals Normannen den Ort und brannten ihn vollständig nieder. Im Jahr 939 wurde Birten Schauplatz einer Schlacht, die in Verbindung mit der Schlacht bei Andernach die Zugehörigkeit des Rheinlandes zum Reich Ottos des Ersten besiegelte.
Ende des 14. Jahrhunderts wurde nahe dem heutigen Birten die Burg Winnenthal, heute die älteste erhaltene Wasserburg des Niederrheins, errichtet. Heute dient sie als Seniorenheim.
Neuzeit
Nachdem Birten aufgrund der Verlagerung des Rheinbetts von
1557 bis
1764 bereits dreimal aufgegeben worden war, erhielt die nun vierte Siedlung
1788 erstmals einen „Schutz“ vor weiteren Fluten, als für den
Rhein durch einen
Kanal auf der
Bislicher Insel ein neues Bett errichtet wurde. Die mittlerweile fünfte Kirche der Ortschaft wurde
1767 fertiggestellt, als
Schutzpatron ersetzte St. Viktor den Heiligen St. Peter, dessen Namen die Birtener Kirchen zuvor getragen hatten. Bereits
1905, damals lebten in Birten circa 1.000 Einwohner, wurde jedoch eine neue Kirche eingeweiht, da der bisherige Kirchenbau nicht mehr genug Platz für alle Bewohner Birtens bot. Diese, ebenfalls St. Viktor genannte Kirche, wurde am Ende des
Zweiten Weltkrieges von den verteidigenden
Fallschirmjägern der
Wehrmacht vor Übergabe der Ortschaft an
alliierte Truppen
gebrandschatzt und der Kirchturm gesprengt, obwohl sie von
Fliegerbomben bisher verschont geblieben war.
Im Zuge der kommunalen Neuordnung 1969 wurde die Gemeinde Birten, die bis dahin Teil des Amtes Alpen gewesen war, in die Stadt Xanten eingegliedert.
Sehenswürdigkeiten
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