Birmenstorf (AG) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Baden im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt an der Reuss, rund vier Kilometer westsüdwestlich von Baden.
Das Gemeindegebiet ist 780 Hektaren gross, davon sind 285 bewaldet, 10 sind mit Reben bepflanzt und 122 überbaut. Die höchste Stelle befindet sich auf dem Stutz auf 573 Metern, die tiefste auf 340 Metern an der Reuss.
Nachbargemeinden sind Gebenstorf im Norden, Baden im Osten, Fislisbach und die Badener Exklave Rütihof im Südosten, Wohlenschwil im Süden, Birrhard im Südwesten sowie Mülligen und Windisch im Westen.
Landesherren waren ab 1172 die Grafen von Lenzburg, nach deren Aussterben die Kyburger und schliesslich die Herren von Liebegg (bei Gränichen). 1363 gelangte das Dorf in den Besitz von Königin Agnes von Ungarn, die die Neuerwerbung sogleich an das Kloster Königsfelden in Windisch vergab. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Birmenstorf war fortan der Hauptort eines Amts in der Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft.
Die Einführung der Reformation im Jahr 1528 hatte grosse Auswirkungen auf das Dorf. Ein Drittel der Bevölkerung hatte sich dem neuen Glauben zugewandt, was das Dorfleben bis weit ins 20. Jahrhundert hinein prägte. Die reformierte Stadt Bern übernahm die Grundherrschaft vom aufgelösten Kloster Königsfelden und damit auch das Patronatsrecht für die Birmenstorfer Kirche, was oft zu Spannungen mit der katholischen Bevölkerungsmehrheit führte. Die alte Dorfkirche wurde paritätisch von beiden Konfessionen benutzt, bis 1935 die Katholiken neben der alten Kirche eine neue bauten, die Reformierten 1936 ihre Kirche auf einem nahe liegenden Rebberg. Von der alten Kirche blieb der Chor mit alten Fresken von 1440 erhalten.
1743 zerstörte eine Feuersbrunst 15 Häuser. 1757, nur wenige Jahre nach dem Wiederaufbau, brannten diese erneut ab. Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus. Birmenstorf wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden; seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau. Einen weiteren Grossbrand, allerdings an einer anderen Stelle, gab es im Jahr 1843.
Im 18. Jahrhundert gab es einen markanten Bevölkerungszuwachs. Da neue Erwerbsmöglichkeiten fehlten, verarmten die Dorfbewohner. Viele wanderten nach Übersee aus und gleichzeitig wurde der Zuzug erschwert; dadurch stagnierte die Bevölkerungszahl während des gesamten 19. Jahrhunderts bei rund 900. Erst als die Maschinenindustrie Fuss fasste, begann sie wieder leicht zu steigen. Nach der Eröffnung der Autobahn im Jahr 1970 setzte eine rege Bautätigkeit ein, die Einwohnerzahl stieg um mehr als zwei Drittel.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1620 | ca. 250 |
| 1844 | 897 |
| 1900 | 919 |
| 1930 | 1069 |
| 1950 | 1197 |
| 1960 | 1330 |
| 1970 | 1390 |
| 1980 | 1446 |
| 1990 | 1953 |
| 2000 | 2313 |
Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Baden zuständig. Birmenstorf gehört zum Friedensrichterkreis Mellingen.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Aargau | Schweizer Gemeinde
Birmenstorf, Aargau | Birmenstorf (Argovie) | Birmenstorf | Birmenstorf | Birmenstorf (kommun, CH-AG)
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