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Die Bioinformatik (englisch bioinformatics, auch computational biology) ist eine Wissenschaft, die sich mit den informatischen Grundlagen und Anwendungen der Speicherung, Organisation und Analyse von biologischen Daten befasst. Anfangs stammten diese Daten hauptsächlich aus der Genetik, inzwischen wird die Bioinformatik aber auch in der Pharmazie, zur Vorhersage von Proteinstrukturen und -interaktion uvm. verwendet. Die Simulation und Berechnung von biologischen Experimenten und Daten wird auch als in silico-Berechnung bezeichnet.
Eine große Rolle spielt die Bioinformatik auch bei der Genomanalyse. Die in kleinen Einheiten sequenzierten DNA-Bruchstücke werden mit Hilfe bioinformatischer Methoden zu einer Gesamtsequenz zusammengefügt.
Des Weiteren wurden Methoden zum Auffinden von Genen in unbekannten DNA-Sequenzen entwickelt (Genvorhersage, engl. gene finding oder gene prediction). Dieses Problem wird mit verschiedenen Rechenmethoden und Algorithmen angegangen, darunter statistische Sequenzanalyse, Markow-Ketten, künstliche neuronale Netze zur Mustererkennung, etc.
Sowohl anhand von DNA- als auch von Aminosäuresequenzen lassen sich phylogenetische Bäume erstellen, die die evolutionäre Entwicklung der heutigen Lebewesen aus größtenteils unbekannten und daher hypothetischen Vorfahren darstellen.
Ein wesentlicher Punkt neben fehlerbehafteten Einträgen und doppelter Datenhaltung unter unterschiedlichen Schlüsseln ist die weitgehende Abwesenheit von kontrollierter Vokabularien und Ontologien, die eine Zuordnung von Funktionsbezeichnungen quer durch alle Ebenen ermöglichen. Das Gene Ontology-Konsortium (GO) versucht derzeit, eine konsistente Nomenklatur für die Funktion, den Prozess und der Zelllokalisation von Gen-Produkten zu erstellen.
Forschungsinstitute im deutschsprachigen Raum, die sich mit Bioinformatik beschäftigen, sind u.a. die Max-Planck-Institute für Biochemie, Molekulargenetik und Informatik, das Deutsche Krebsforschungszentrum, das European Molecular Biology Laboratory und das Biozentrum der Universität Basel. In Österreich bietet die Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik Tirol (UMIT) neben breit gefächerten Forschungstätigkeiten u.a. Magister- und Doktoratsstudien in den Bereichen Medizinische Informatik und Biomedizinische Informatik an.
Der Bioinformatik wird im englischen Sprachraum oft die computational biology gegenübergestellt, die einen weiteren Bereich als die klassische Bioinformatik abdeckt, meist benutzt man beide Begriffe jedoch synonym.
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