Als Bindungslehre bezeichnet man in der Weberei die Lehre von der Systematik der möglichen Verkreuzungen von Kette und Schuss in Geweben.
Die drei grundlegenden Bindungen, aus denen man alle übrigen konstruieren kann, sind folgende:Leinwandbindung.png
Beispiele für Köperstoffe sind Fischgratköper, dessen Reliefmuster an Fischgräten erinnert und Diamantköper, der mit seiner Rautenform an den Edelstein erinnert.
Leinwand- und Köperbindung ergeben feste strapazierfähige Stoffe. Köperbindung kann etwas weicher sein als Leinwandbindung.
Bei der dritten Grundbindung, der Atlasbindung, führt der Schuss unter einem Kettfaden hindurch, danach über mehr als zwei Kettfäden hinweg, und so weiter. Der nächste Schussfaden verlagert dies um mindestens zwei Kettfäden. Auf diese Weise entsteht ein Stoff auf dem auf der Oberseite die parallelen Schussfäden bei weitem überwiegen, was dem Stoff einen vom Lichteinfall abhängigen Glanz verleiht. Der Stoff ist zweiseitig, auf der Rückseite überwiegen entsprechend die Kettfäden (man unterscheidet daher wie bei der Köperbindung zwischen Kettatlas und Schussatlas).
Atlas ist ein Stoff der gewissermaßen für gutes Aussehen optimiert wurde. Er ist schön, aber wenig beanspruchbar. Ein Wechsel zwischen Schuss- und Kettatlas ermöglich eine Musterung des Stoffes. Komplizierte Musterungen erfordern allerdings eine Steuerung der einzelnen Kettfäden am Webstuhl, was erst durch die Jaquardmaschine im 19. Jahrhundert möglich wurde, übrigens der ersten industriellen Anwendung von Lochstreifen.
Um Bindungen darzustellen verwendet man die Bindungspatrone.
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