Billy Wilder (* 22. Juni 1906 in Sucha Beskidzka, Galizien, Österreich-Ungarn, heute Polen; † 27. März 2002 in Beverly Hills/Los Angeles; eigentlich Samuel Wilder) war ein US-amerikanischer Drehbuchautor, Regisseur und Produzent österreichischer Herkunft. Sein nachweisbares Werk umfasst in mehr als 50 Jahren über 60 Filme. Er wurde insgesamt 21 Mal für einen Oscar nominiert - sechs davon gewann er auch.
Er erhielt 1945 für Das verlorene Wochenende und 1960 für Das Appartement den Oscar als bester Regisseur.
Im Jahr 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, zog die Familie aus Angst vor der herannahenden russischen Armee nach Wien. Nach seiner Matura ergriff Billie den Beruf eines Reporters. Er arbeitete für die Wiener Boulevardzeitung „Die Stunde“, welche 1923 vom ungarischen Geschäftsmann Békassy gegründet wurde. In reißerischer Manier machte er aus scheinbar einfachen Berichten wahre Sensationen. So wurde beispielsweise aus einer Würstelbude am Wiener Stephansplatz der „Würstlkönig von Wien“, und der Besuch eines Eislaufvereins wurde mit „Interviews bei 12 Grad unter Null“ tituliert. Als er 1926 den berühmten Jazzmusiker Paul Whiteman interviewte, war dieser von ihm so begeistert, dass er ihn einlud, nach Berlin mitzukommen um ihm die Stadt zu zeigen. Dies war eine Woche bevor aufflog, dass „Die Stunde“ Wiener Geschäftsleute und Prominente erpresste, mit der Drohung unvorteilhafte Artikel über sie zu veröffentlichen. Die Angelegenheit wurde zum größten Medienskandal der Ersten Republik und Billie Wilder beschloss in Berlin zu bleiben und bei einer anderen Zeitung anzuheuern. Dabei lebte er in ärmlichen Verhältnissen.
Als Ghostwriter für bekannte Drehbuchautoren wie Robert Liebmann und Franz Schulz konnte er sich neben seiner Tätigkeit als Reporter eine zusätzliche Einkommensquelle erschließen. So trug er seinen Teil bei zu dem Filmklassiker Menschen am Sonntag (u. a. mit Curt Siodmak, Robert Siodmak, Fred Zinnemann und Edgar G. Ulmer). Alle Beteiligten an diesem filmischen Zeitdokument aus Berlin waren damals noch Filmamateure. Gemeinsam mit Erich Kästner schrieb er 1931 das Drehbuch für die Erstverfilmung von Emil und die Detektive.
Hier nannte er sich jetzt "Billy" und wurde 1936 von der Paramount Pictures unter Vertrag genommen. Er schrieb die Drehbücher zu überaus erfolgreichen Komödien wie Ninotschka, bei dem sein Vorbild Ernst Lubitsch Regie führte, und Enthüllung um Mitternacht (beide 1939). Da er aber mit der Umsetzung seiner Ideen zunehmend unzufrieden war, setzte er alles daran, um selbst den Regisseurssessel zu erobern. Dies gelang ihm erstmals 1942 mit dem Film Der Major und das Mädchen.
Nach 1950 war Wilder meist auch als Produzent an seinen Filmen beteiligt. Er schuf Klassiker wie Boulevard der Dämmerung (1950), mit Gloria Swanson als verblendeter Ex-Diva, Das verflixte 7. Jahr (1955) und Manche mögen's heiß (1959), beide mit Marilyn Monroe, Zeugin der Anklage (1958), erneut mit Marlene Dietrich, sowie Das Appartement (1960) und Das Mädchen Irma la Douce (1963), beide mit Shirley MacLaine.
Unter Wilders männlichen Hauptdarstellern ist Jack Lemmon hervorzuheben, der außer in Manche mögen's heiß, Das Appartement und Das Mädchen Irma la Douce auch in Der Glückspilz (1966), Avanti, Avanti (1972), Extrablatt (1974) und Buddy, Buddy (1981) eine Hauptrolle spielte; in Der Glückspilz und den letztgenannten beiden Filmen an der Seite Walter Matthaus, den Wilder ebenfalls sehr schätzte.
Wilders spätere Werke konnten an die Erfolge seiner Glanzzeit nicht anknüpfen. Ab Mitte der 80-er Jahre beschränkte er sich auf die Tätigkeit eines Beraters bei United Artists. 1989 ließ er seine Gemäldesammlung versteigern. Der Erlös betrug 32,6 Millionen Dollar.
Billy Wilder war von 1936 bis 1947 mit Judith Coppicus-Iribe verheiratet (Tochter Victoria, *1939) und ab 1949 mit der Schauspielerin und Sängerin Audrey Young.
Sein Leitspruch lautete: „Langweile dich nicht und langweile andere nicht.“
Laurel Awards
PGA Golden Laurel Awards
Fotogramas de Plata
gemeinsam mit "Atlantic City (1980)Italian National Syndicate of Film Journalists
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