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Billie Holiday 1949 b.jpg)]] Billie Holiday (* 7. April 1915 in Philadelphia, Pennsylvania; † 17. Juli 1959 in New York), auch Lady Day genannt, gilt als eine der bedeutendsten Jazzsängerinnen aller Zeiten.

Biografie


Holiday wurde als Eleanora Fagan Gough geboren. Die Informationen über ihre Kindheit beruhen überwiegend auf ihrer Autobiografie Lady sings the Blues von 1956, deren Wahrheitsgehalt jedoch umstritten ist. Bereits der erste Satz deutet die Lebensumstände ihrer Kindheit an: „Mam und Dad waren noch Kinder, als sie heirateten. Er war achtzehn, sie war sechzehn, und ich war drei.“

Der Vater verließ die Familie als Holiday noch ein kleines Kind war. Sie wurde von der Mutter und anderen Verwandten erzogen. Zur Großmutter hatte sie ein inniges Verhältnis. Bei deren Tod war Billie Holiday sechs Jahre alt. Nach eigenen Angaben wurde sie im Alter von zehn Jahren vergewaltigt, arbeitete mit zwölf in einem Bordell als Putzhilfe und auch als Prostituierte. Sie lernte auf dem Grammophon des Etablissements die Musik von Louis Armstrong kennen.

1930 begann sie in Clubs aufzutreten. Ihren Künstlernamen übernahm sie von einem von ihr bewunderten Schauspieler: Billie Dove. Drei Jahre später entdeckte sie der Plattenproduzent John Hammond. Er organisierte für sie einige Aufnahmen mit Benny Goodman. Später arbeitete sie zusammen mit Jazzlegenden wie Lester Young, Count Basie und Artie Shaw. Mit Young verband sie eine lebenslange, enge Freundschaft - eine der wenigen engeren Beziehungen zu Männern, die unproblematisch verliefen.

Als eine der ersten Jazzsängerinnen trat sie mit weißen Musikern auf und überwand damit Rassenschranken. Trotz dieser Vorreiterrolle war sie weiterhin gezwungen, Hintereingänge zu benutzen. Sie berichtete, dass sie in dunklen, abgelegenen Räumen auf ihre Auftritte warten musste. Auf der Bühne, verwandelte sie sich in Lady Day mit der weißen Gardenie im Haar. Sie erklärte die Dramatik ihres Gesangs einmal so: „Ich habe solche Songs gelebt“. 1939 sang sie erstmals den Song „Strange Fruit“, der eindringlich die Lynchjustiz an Schwarzen thematisierte. Seither verband das Publikum Billie Holiday mit diesem Stück und wollte es immer wieder von ihr hören. Billie litt unter ihrer Diskriminierung als Schwarze. Vor allem bei den Touren mit gemischten Bands machten sie und die schwarzen Musiker täglich entwürdigende Erfahrungen. Der ersehnte Auftritt im Film „New Orleans“ (1946) neben ihrem Idol Louis Armstrong war für sie und ihre Fans höchst enttäuschend. Sie durfte nur die Rolle spielen, die Hollywood damals für Schwarze vorsah: das Dienstmädchen.

Schon als sie in ihrer Jugend triviale Popsongs interpretierte, zeichneten sich ihre Auftritte durch ihre einzigartige Stimme und ihre gefühlsbetonte Interpretation aus.

Ihren größten Triumph erlebte sie, als sie 1944 in der Metropolitan Opera in New York als erste Jazz-Sängerin gefeiert wurde. Billie nahm ca. 350 Titel auf, darunter waren einige kommerzielle Erfolge: Z. B. neben „Strange Fruit“ auch „Fine and Mellow“ oder „Lover Man“. 1954 ging sie mit Leonard Feathers auf eine äußerst erfolgreiche Europatournee. Sie war dreimal verheiratet: mit Johnie Monroe, mit dem Trompeter Joe Guy und mit Louis McKay. Keine der Ehen war glücklich – die Männer nutzten sie aus. Seit Anfang der vierziger Jahre war Billy heroinabhängig. Die Sucht brachte sie immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Mehrfach wurde sie verhört und verhaftet. Sie machte mehrere Entziehungsversuche durch und wurde wieder rückfällig. Aufgrund der damaligen Antidrogengesetze war es ihr untersagt in Kneipen zu singen, in denen Alkohol ausgeschenkt wurde. Das wirkte sich auch auf ihre Stimme aus und in ihren späteren Aufnahmen weicht ihr jugendlicher Elan zusehends einem Anflug von Schwermut.

Holidays letzte Jahre waren eine Tragödie. Sie wurde um ihre beträchtlichen Einkünfte betrogen und verarmte. Mit nur 44 Jahren starb sie unter entwürdigenden Umständen in einem New Yorker Krankenhaus an Hepatitis. Sie wurde auf dem Saint Raymonds Cemetery, Bronx, Bronx County, New York, USA bestattet.

Einfluss


Holiday hatte in allen Phasen ihrer Karriere einen großen Einfluss auf andere Künstler. Nach ihrem Tod beeinflusste sie Sängerinnen wie Janis Joplin und Nina Simone.

Ihre späten Aufnahmen beim Schallplattenlabel Verve sind genauso gut in Erinnerung wie die Aufnahmen bei Commodore und Decca Records, die 20 Jahre früher entstanden sind. Einige ihrer Stücke, unter anderem ihr Markenzeichen „God Bless the Child“, George Gershwins „I Loves You Porgy“ und ihr reuevoller Blues „Fine and Mellow“ sind Jazzklassiker.

Billie Holiday hatte eine ganz besondere Stimme: Sie war nicht technisch trainiert. Ihre besondere Interpretation, Phrasierung und die Intensität ihres Ausdrucks machten sie zu einer ganz außergewöhnlichen Sängerin — zugleich herb und zerbrechlich, sowohl unterkühlt als auch leidenschaftlich. Einige der bekanntesten Standards, die sie mit ihrer Interpretation geprägt hat, sind A Fine Romance, All of Me, But Beautiful, Do you know what it means, Fine and Mellow, God Bless the Child, Good Heartache, I Gotta Right To Sing The Blues, I Loves You, Porgy, Lover Come Back To Me, Lover Man, The Man I Love, Mean To Me, Nice Work If You Can Get It, Solitude, Stormy Weather, There Is No Greater Love, Willow Weep For Me.

Das Leben von Billie Holiday wurde 1972 unter dem Titel „Lady Sings The Blues“ verfilmt. Die Hauptrolle spielte die amerikanische Soul-Sängerin Diana Ross, die für ihre Rolle für den Oscar als beste Schauspielerin nominiert wurde. Billie Holiday wurde 1991 in die Blues Hall of Fame aufgenommen.

Die irische Sängerin Mary Coughlan hatte im Jahr 2000 mit ihrer Hommage an Billie Holiday Lady sings the Blues in Dublin und London Erfolg.

Eine weitere Sängerin, die US-Amerikanerin Madeleine Peyroux mit Wahlheimat in Frankreich, dem Land ihrer Vorfahren, sieht sich selber in den Fussstapfen von "Lady Day". Curtis Stigers möchte in die Fußstapfen seiner Helden Ella und Billie Holiday treten.

Siehe auch


Literatur


  • Donald Clarke: Billie Holiday - Wishing on the Moon. Eine Biographie, Piper Verlag 1995 ISBN 3-492-03756-9
  • Billie Holiday, William Dufty: Lady sings the Blues. Autobiographie. Edition Nautilus, Hamburg 1999 ISBN 3-89401-110-6
  • Robert O´Meally: Billie Holiday - Lady Day. Hannibal Verlag 1995 ISBN 3-85445-111-3
  • Studs Terkel: Giganten des Jazz. Zweitausendeins, Frankfurt 2005 ISBN 3-86150-723-4

Weblinks


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