Billiards balls.jpg Das Billard () beschreibt ein Ballspiel, das üblicherweise zwei Personen gegeneinander spielen.
Es wird mit Kugeln (heute meist aus hochwertigem Phenolharz) und einem Spielstock, dem Queue, mit dem man die weiße Kugel stößt, auf einem mit Stofftuch überzogenen Tisch gespielt. Das Tuch sorgt für eine definierte Reibung zwischen Kugel und Spielfläche und ermöglicht dadurch ein kontrolliertes Positionsspiel, in dem die Kugeln eine vorhersagbare und beeinflussbare Bahn beschreiben und nicht unkontrolliert über den Tisch rollen. Billard ist allgemein als Freizeitsport sehr bekannt und beliebt und wird in Freizeit-, Amateur- oder Profiligen gespielt (siehe Liga (Sport), Deutsche Billard-Union).
Allerdings wird der Billardsport in der Öffentlichkeit immer noch mit verrauchten Kneipen in Verbindung gebracht. Filme wie „Haie der Großstadt“ (Jungstar Paul Newman), seine Fortsetzung „Die Farbe des Geldes “ mit ebenfalls Paul Newman und Tom Cruise oder "Poolhall Junkies" prägen bis heute das Image des „Zockersports“. Billiard chalk 20050724 001.jpg
Eine Unterart des Karambol-Spiels ist das Billard Artistique (auch Artistik-Billard oder Kunststoß), bei dem die zu lösenden Spielfiguren auf dem Tuch markiert werden. Jeder Spieler erhält bis zu 3 Versuche, die aufgesetzte Figur zu lösen. Es handelt sich dabei um ein extrem schwieriges Programm aus 75 vorgegebenen Figuren und Phantasiestößen, deren Lösung ein enormes Können und viel Übung erfordert. Diese Disziplin des Billards wurde bis vor kurzer Zeit noch mit Elfenbein-Bällen gespielt.
Poolbillard wird mit 9 oder 15 farbigen Kugeln und einer weißen Kugel gespielt; die weiße Kugel wird als einzige direkt gespielt (durch Stoß mit dem Queue). Die Spieler haben abwechselnd je eine Aufnahme. Das heißt, dass jeder Spieler spielt, solange er mindestens eine Kugel korrekt versenkt und kein Foul begangen hat (zum Beispiel die weiße Kugel versenkt). Billard ist eine Sportart, die nicht nur in Vereinen, sondern auch in sehr vielen Kneipen zu spielen ist (jedoch muss man dort meist pro Spiel oder für die Dauer der Benutzung bezahlen).
PoolTablewithEquipment-non.jpg Die bekanntesten Spielarten sind:
Russisches Billard wird auf einem Tisch von der Größe eines Snooker-Tisches und mit 15 Kugeln gespielt, die mit 78mm Durchmesser noch größer sind als Carambolage-Kugeln. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, sind die Taschen des Tisches so geschnitten, dass mit 88mm Breite auf beiden Seiten einer zu versenkenden Kugel nur 5mm Platz sind. Russisches Billard wird von den Regeln her ähnlich wie die Variante 14/1 im Poolbillard gespielt, im Unterschied zu den verschiedenen Poolvarianten existiert in diesem Spiel jedoch keine Trennung zwischen Spielball und Objektbällen: nur beim Anstoß hat der (rote) Spielball eine eigene Bedeutung, danach darf mit jeder der (ansonsten weißen) Bälle jeder andere Ball versenkt werden. Das Spiel wird üblicherweise beendet, wenn einer der Spieler 8 Punkte erreicht (d.h. 8 Bälle versenkt hat). Pyramiden-Billard ist in Russland verbreiteter und populärer als jede andere Billard-Variante, jedoch außerhalb des Landes kaum bekannt.
| Farbe | Wert | |
|---|---|---|
| Rot | 1 Punkt | |
| Gelb | 2 Punkte | |
| Grün | 3 Punkte | |
| Braun | 4 Punkte | |
| Blau | 5 Punkte | |
| Pink | 6 Punkte | |
| Schwarz | 7 Punkte |
Trifft man die Kugel in der (vertikalen und horizontalen) Mitte, so schiebt man die weiße Kugel zunächst ein wenig, nach kurzer Laufdistanz beginnt sie jedoch wegen der Reibung auf dem Tuch zu rollen. Ein Stoß, der die weiße Kugel außerhalb der Mitte trifft, führt zu einer Drehung der Kugel um ihre eigene Achse. Zusätzlich zum Impuls, mit dem man die primäre Laufrichtung bestimmt, versetzt man die Kugel in Rotation. Je nachdem, wo man die Kugel mit dem Queue trifft, hat dies unterschiedliche Wirkungen:
In beiden genannten Fällen, wie auch beim Rechts- bzw. Linkseffet, wird annähernd die gesamte Translationsenergie (die Energie, die in der Vorwärtsbewegung steckt) auf den getroffenen Ball übertragen, während die im Spielball enthaltene Rotationsenergie zu dem beschriebenen Effekt führt. Wird nicht völlig zentral getroffen, teilt sich – in Relation zur Abweichung des Anspielpunktes von der Mitte – die Translationsenergie zwischen den Bällen auf und diese laufen in unterschiedliche Richtungen. Das ruhige Nachführen des Queues ist hierbei unabdingbar. Ein kurzer, abgehackter Stoß führt dazu, dass der Effet nur kurz anhält und vor Erreichen des Zielballs in zusätzliche Translationsenergie übergegangen ist (Nachläufer) oder von der Reibung kompensiert wurde (Rückläufer). Solange der Effet wirkt, rollt der Ball nicht seinen Umfang auf dem Tuch ab, sondern rutscht im Idealfall über das Tuch bis zum Erreichen des angezielten Balls.
Alle diese Möglichkeiten lassen sich kombinieren, um beispielsweise der weißen Kugel nach dem Versenken einer anderen Kugel eine ganz bestimmte Laufrichtung zu geben. Nur so lassen sich exakte Positionen erreichen, um das Spiel fortzusetzen.
Zu beachten ist, dass sich ein gutes Poolspiel dadurch auszeichnet, dass man so wenig wie möglich von diesen „Möglichkeiten“ Gebrauch macht. Die höchste Treffwahrscheinlichkeit erreicht man immer, wenn man die Kugel in der Mitte anspielt.
Weiterhin gibt es sogenannte Kopfstöße, die besonders bei Trick-Shots und beim „Kunststoß“ (heute: Billard Artistique), aber auch regelmäßig bei den technischen Disziplinen des Carambolage Anwendung finden. Kopfstöße (Massé, Piqué) bewirken beispielsweise, dass die Kugel einen deutlich sichtbaren Bogen beschreibt, sich zunächst vorwärts und dann ohne weiteren Ball- oder Bandenkontakt rückwärts bewegt, die selbe Bande oder angrenzende Banden gleich mehrfach hintereinander berührt oder gar von der Tischplatte abhebt. Die weiße Kugel wird hierzu mit einem Winkel von ungefähr 30 bis 90° von oben gestoßen. Es gibt jedoch Regeln, die diese Trick-Shots begrenzen.
Ab dem 13. Jahrhundert finden sich Hinweise auf Ball- und Sportspiele, die dem Billard ähnlich sind. In dieser Zeit wurde aber noch auf dem Boden gespielt, die Kugeln schlug man noch mit einem Stock. Erst ab der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts spielte man auf Tischen. Der Pfandleiher Bill Knew spielte mit drei Kugeln auf einem Tisch. Er befestigte Leisten, damit die Kugeln nicht vom Tisch herunterfielen. Es entstand der Name Billard aus dem französischen Bille, was so viel heißt wie Kugel und aus dem Wort Art de Bille, frei übersetzt also Kunst der Kugeln. Daher übrigens auch der Name Queue als Ableitung aus dem Namen Knew. Dies gilt als die Geburtsstunde des Billard. Die Möglichkeiten waren natürlich beschränkt, da der Billardstock gebogen war und die Kugeln auch nicht am Queue hafteten. Dies änderte sich mit der Einführung des Leders an der Spitze des Queues.
Das Queue hatte mittlerweile (ab ca. 1750) seine gerade Form erhalten. Einen Defekt an der Queuespitze reparierte der Franzose Mengaud, während er im Gefängnis eine Haftstrafe verbüßte, mit einem Stück Leder aus seinem Stiefel. Da die Queuespitze nun an den Bällen haftete, war es jetzt möglich, die Kugeln mit Effet zu spielen. Seine Forschungen und Entwicklungen auf diesem Gebiet verhalfen ihm später zum Titel Professeur de Billard. Das Billardspiel entwickelte sich im Laufe der Zeit weiter, doch war es vor allem den Adligen vorbehalten. 1854 wurde das Spiel durch die Erfindung einer gummigepolsterten Bande von Michael Phelan revolutioniert (siehe Bandenholz).
Anfang 1900 wurden bereits erste Amateurweltmeisterschaften ausgetragen. Ebenfalls entstanden verschiedene Verbände, in erster Linie der Weltbillardverband. Die beiden Weltkriege warfen die Entwicklung wieder zurück. Heutzutage hat Billard einen hohen Bekanntheitsgrad und ist weltweit verbreitet.
Mit der Zeit entstanden verschiedene Spielarten, die sich in durchaus grundlegenden Details voneinander unterscheiden.
Zum zweiten Mal ist Billard ein Bestandteil der Asienspiele, stattfindend in Busan, Korea. 2001 brachte Jeanette Lee als Vertreterin der USA Gold von den World Games in Akita, Japan, nach Hause und auch in Duisburg, Deutschland war Billard im Programm der World Games 2005World Games 2005 (Duisburg) – Billiard. Andere wichtige Events, bei denen Billard im Gespräch ist: Die Commonwealth Games, die African Games und die Pan Am Games.
Zusatz ab Febr. 2006: Billard ist ein anerkannter Turniersport, der olympisch anerkannt ist und in nächster Zeit seinen ersten Auftritt bei einer Olympiade hat. Ab Saison 2006/2007 dürfen Spieler offiziell keinerlei Doping einnehmen. Im Jahre 2008 wird erstmals im Billard um olympische Medaillen gespielt werden.
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