Universitaet_Helsinki.jpg]] Das Bildungssystem in Finnland wird durch ein Schulgesetz und in Verordnungen festgehalten. Die Regierung beschließt die nationalen Ziele und Stundentafeln. Die Rahmenpläne und Standards werden vom Zentralamt für Unterrichtswesen (finn. Opetushallitus) vorgegeben. Oberste Schulbehörde in Finnland ist das Bildungsministerium. Das Bildungssystem gilt als besonders vorbildlich und beschert den Finnen ein hohes Ausbildungsniveau. In Finnland gibt es keine spezielle Aufsichtsbehörde. Die Koordinierung und Sicherstellung der Qualität obliegt den Bildungseinrichtungen selbst. Gesetzlich festgesetzte Ziele und die statistische Erhebung ermöglichen eine effiziente Kontrolle über die Qualität.
Besonders hervorzugehen ist die niedrige Analphabetenrate in Finnland. Diese war bereits im 20. Jahrhundert mit weit unter 1% die niedrigste weltweit.
In Finnland gibt es etwa 4000 Gesamtschulen mit insgesamt etwa 580.000 Schülerinnen und Schüler. An den finnischen Universitäten studieren etwa 150.000 Studenten (Ausländeranteil: 2,5 %) mit dem Ziel eines Studienabschlusses. An den finnischen Fachhochschulen sind es etwa 114.000 Studenten. (Stand: 2000)
| Akademisch | Berufsbildend | Alter | |
|---|---|---|---|
| Doktor Tohtori | Berufsleben | ||
| Lizenziat Lisensiaatti | |||
| Master Maisteri | |||
| Bachelor Kandidaatti | Fachhochschule Ammattikorkeakoulu | Berufsleben | |
| Abitur Ylioppilastutkinto | Berufsfachschule Ammattikoulu | 18-19 | |
| Gymnasium Lukio | 17 | ||
| 16 | |||
| Gesamtschule, Sekundärstufe Peruskoulun yläaste | 15 | ||
| 14 | |||
| 13 | |||
| Gesamtschule, Primärstufe Peruskoulun ala-aste | 12 | ||
| 11 | |||
| 10 | |||
| 9 | |||
| 8 | |||
| 7-8 | |||
| Vorschule Esikoulu | 6-7 | ||
Nach der vorschulischen Erziehung ist das Bildungssystem in Finnland in drei Stufen aufgeteilt:
Nach dem Ende der Schulpflicht bestehen im wesentlichen zwei Bildungswege. Übergänge in beide Richtungen sind dabei möglich.
Jede Berufsausbildung umfasst mindestens 20 Studienwochen Ausbildung am Arbeitsplatz sowie Kurse in den Kernfächern sowie Wahlfächer. Träger der beruflichen Bildung sind 55 Gemeinden, 70 Verbände, 95 private Gesellschaften und Stiftungen sowie fünf berufliche Sonderschulen. In Finnland werden die Auszubildenden auch Studenten genannt und können sich nach einer drei Jahre dauernden beruflichen Grundausbildung für ein nachfolgendes Studium an einer Hochschule befähigen. Der Berufsausbildungsabschluss umfasst eine größere Abschlussarbeit.
Charakteristisch für das finnische Berufsausbildungssystem sind neben der theoretischen Ausbildung Abschnitte in eigenen Werkstätten sowie ein Werkspraktikum.
Helsinki University of Technology auditorium.jpg in Espoo. Das Gebäude wurde von Alvar Aalto entworfen]]
Das finnische Hochschulsystem besteht aus zwei parallelen Sektoren: den Universitäten und den Fachhochschulen. Die Dauer eines Studiums beläuft sich auf etwa vier bis fünf Jahre. Fachhochschulen sind praxisorientierter; in den Universitäten liegt der Schwerpunkt auf der wissenschaftlichen Forschung und Lehre. In der Universität können sowohl niedere Bachelor-Examen und höhere Master-Examen sowie Lizenziaten- und Doktorprüfungen abgelegt werden. Universitäten sind zur Wahrung der gleichen Studienmöglichkeiten über das ganze Land verteilt. Universitäten gibt es in Helsinki, Joensuu, Jyväskylä, Kuopio, Rovaniemi, Oulu, Tampere, Turku, Vaasa und Espoo. Von den 20 Universitäten sind 10 multidisziplinäre Universitäten, drei Technische Universitäten, drei Wirtschaftsuniversitäten und vier Kunstuniversitäten. In Helsinki gibt es darüber hinaus eine Militärhochschule (finn. Maanpuolustuskorkeakoulu).
Siehe auch: Universität Helsinki, Technische Universität Helsinki, Hochschule für Kunst und Design Helsinki
Das Fachhochschulwesen ist relativ jung in Finnland. Erst in den 1990er Jahren wurde es geschaffen. Voraussetzung für ein Studium an einer Fachhochschule ist das Abitur oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Im Gegensatz zu den Universitäten befinden sich die Fachhochschulen nicht im staatlichen Besitz sondern werden von den Kommunen oder privaten Institutionen getragen. Die Basisfinanzierung in Höhe von 57% gewährleistet jedoch auch der Finnische Staat. Die berufsorientierten Studiengänge dauern zwischen 3,5 und 4 Jahren.
An den Fachhochschulen wird in den Bereichen Technik und Verkehr, Verwaltung und Handel, Sozial- und Gesundheitssektor, Tourismus-, Ernährungs- und Hauswirtschaftssektor, Ressourcenwirtschaft sowie dem geisteswissenschaftlichen Unterrichtssektor Lehren erteilt.
An den Universitäten und Fachhochschulen gibt es für 65% der Angehörigen eines Jahrgangs Anfängerstudienplätze. Bildungspolitisches Ziel ist es, dass ein immer größer werdender Anteil der Bevölkerung einen höheren Ausbildungsabschluss absolviert.
Das Interesse an diesem Angebot ist groß. Jährlich nehmen etwa eine Million Menschen aus eigenem Antrieb an den organisierten Kursen für Erwachsene teil.
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