Die Gestaltung des Bildes ist die entscheidende Tätigkeit bei der Malerei, beim Zeichnen oder beim Fotografieren, die aber auch durch besondere Anwendungen der künstlerischen Technik bestimmt wird.
Bei Malerei und Zeichnung ist die Komposition wesentlich freier als beim Fotografieren, wird aber z. B. durch die Wahl der Farb-Qualität (Aquarell, Tempera, Öl oder Kunststoff) beeinflusst, bei Collagen kommt ggf. die (leichte) Dreidimensionalität dazu, wenn (flache) Objekte einbezogen werden. Auch die Malgründe spielen eine Rolle (Papier, Leinwand, Holz ...). Wieder andere Bedingungen ergeben sich bei Radierungen oder Stichen.
In der Fotografie kann – mittels der Kameraeinstellung – z. B. sowohl der Vordergrund vor dem scharf abzubildenden Objekt als auch/oder der Hintergrund unscharf gehalten werden. Mit der Balgenkamera und deren beweglichen Film- und Objektiv-Ebenen sind vielfältiger Bilder zu gestalten als mit starren Kamerakonstruktionen. Dies gilt insbesondere in der Tiefe des aufzunehmenden Objekts/Motivs, in Richtung der Objektivachse, also bei der Umsetzung des dreidimensionalen Motivs in ein zweidimensionales Bild (Schärfebereich).
Die entscheidende Größe bei der Gestaltung eines Bildes ist (auch in der Fotografie meist) die zweidimensionale Bild-Ebene, also simpel „Breite zu Höhe“. Eine Formel für die Bildgestaltung gibt es nicht. Gute Bilder sind - abgesehen auch von der Zeit/Epoche ihrer Entstehung – mit völlig unterschiedlichen Gestaltungsprinzipien zu erzielen. Hier zählt vor allem die – lernbare! – Begabung der ausführenden Personen, das, was sie 1. sehen und 2. davon wie abbilden wollen, in den Rahmen des Bildes hinein zu komponieren (und ggf. mit den Möglichkeiten der Kamera zu synchronisieren).
Es gibt aber Hilfsmittel auch für die Gestaltung. Das bekannteste, oft verabsolutierte Maß der Bildgestaltung kommt aus der Architekturtheorie, das ist der Goldene Schnitt, ein bestimmtes Verhältnis von Breite zu Höhe des Bildes (ca. 3:5), und dazu kommt die Lage des Hauptmotivs innerhalb des Bildes (z. B. an den Drittelspunkten, den vier Goldenen Punkten). Der Goldene Schnitt gilt als Schablone für harmonische Flächenaufteilung, eine Stimmung, die jedoch keineswegs immer erzielt werden soll, weshalb völlig andere (Auf-) Teilungen sinnvoll sein können. Sinnvoll ist es auch, bei der Motivsuche nach (grafischen) Strukturen zu suchen, etwa die Motivelemente in die Bilddiagonale zu legen, oder in eine Dreiecksform usw.
Billedkomposition | Composition (visual arts) | Composition photographique | Compositie (beeldende kunst)
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