Die Biennale di Venezia ist eine seit 1895 zweijährlich stattfindente internationale Kunstausstellung in Venedig.
Der Hauptschauplatz sind die Giardini im Stadtteil Castello, wo sich 28 Länder in ihren nationalen Pavillons präsentieren. Mehrere Dutzend anderer Staaten, die auf diesem Areal keinen eigenen Pavillon erbaut haben, stellen während der Biennale in über dem gesamten Stadtgebiet verstreuten, angemieteten Räumlichkeiten aus. Unabhängig von den Länderrepräsentationen gibt es im Arsenale eine durch Kuratoren/innen zusammengestellte Themenausstellung. Zur Biennale gehören auch die Filmfestspiele von Venedig, die Festivals für Musik, Theater und Tanz, sowie die zweijährlich alternierend zur Kunstbiennale stattfindende Architekturbiennale.
Venice giardini.jpg Der erste Nationalpavillion auf einer Biennale wurde 1907 in den Giardini Pubblici vom belgischen Architekten und Designer Léon Sneyers für sein Heimatland entworfen. Die ersten international bedeutenden Künstler waren 1910 zu sehen: Ein Raum war Gustav Klimt gewidmet, Renoir wurde ausgestellt und Courbet eine Retrospektive gewidmet. Im selben Jahr ließ Antonio Fradeletto, der erste Generalsekretär der Biennale, eine Arbeit von Pablo Picasso aus dem spanischen Salon entfernen, da er befürchtete, das seine Neuartigkeit die Öffentlichkeit schockieren könnte. Es dauerte bis 1948, als erstmals Werke des spanischen Künstlers zu sehen waren.
Bis zur letzten Biennale vor dem Ersten Weltkrieg waren bereits sieben Nationalpavillions errichtet worden. Dem 1907 errichteten Pavillon Belgiens folgten Ungarn, Deutschland und Großbritannien (1909), Frankreich (1912) und Russland (1914). Auf die erste Nachkriegsbiennale des Jahres 1920 wurden durch den neuen Generalsekretär Vittorio Pica erstmals Künstler der Avantgarde eingeladen (Impressionismus, Postimpressionismus, Die Brücke). 1922 waren in einer Retrospektive die Werke Amedeo Modiglianis und eine Ausstellung von Skulpturen Afrikanischer Künstler zu sehen. An dieser Auswahl wurde teils heftige Kritik laut. Um die "Dreistigkeit" Picas zu zügeln, wurde ein 1930 wieder aufgelöster Verwaltungsausschuss ins Leben gerufen, der die Arbeit "begleiten" sollte.
Bei der 50. Internationalen Kunstausstellung der Biennale von Venedig 2003 ließ der Künstler Santiago Sierra den Haupteingang des spanischen Pavillons zumauern. Nur gegen Vorlage eines spanischen Passes durfte das leere Gebäude durch den bewachten Hintereingang betreten werden. Dadurch sollte die globalisierte Welt und der Umgang mit Migration entlarvt werden. Der deutsche Pavillon zeigte Arbeiten von Candida Höfer und Martin Kippenberger, im österreichischen Pavillon wurde Bruno Gironcoli ausgestellt.
Im Januar 2004 wurde die Biennale in eine Stiftung umgewandelt um das Potential der Biennale als Zentrum zeitgenössischer Kunst durch ein effektiveres Management besser auszuschöpfen. Wirtschaftlich ist der US-amerikanische Kultursektor Vorbild, in dem 30% des Budgets von privaten Sponsoren, 30% aus eigenen Einkünften, 30% aus öffentlichen Zuwendungen und 10% aus Einnahmen aus der Zunahme der Aktiva.
Auf der 51. Biennale zeigte der deutsche Pavillon 2005 Arbeiten der Künstler Thomas Scheibitz und Tino Sehgal. Der österreichische Pavillon wurde von Hans Schabus in einen von innen begehbaren Berg verwandelt.
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