Ein Bidet (Aussprache: Bihdeh) ist ein niedrig angebrachtes Sitzwaschbecken. Es dient der Reinigung von After und Genitalien.
Bidets werden generell dazu benutzt, um sich die äußeren Genitalien und den After, sowie die intimen Hautbereiche zu waschen und zu reinigen. Außerdem können auch andere Teile des Körpers, wie die Füße beispielsweise, sehr bequem gereinigt werden. Früher nahm man an, ein Bidet könne, nach dem Geschlechtsverkehr genutzt, durch Auswaschen des männlichen Ejakulats aus der Vagina Schwangerschaften verhindern helfen - dies ist jedoch nicht korrekt. Obwohl das Bidet dem Aussehen nach der Toilette ähnelt, wäre der Vergleich mit Waschbecken oder Badewanne angebrachter. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die Probleme haben, die Badewanne zu benutzen oder Angst vor dem Ausrutschen in der Dusche haben, stellt das Bidet die beste Möglichkeit dar, die persönliche Hygiene sicherzustellen.
Personen, die nicht mit dem Gebrauch des Bidets vertraut sind, verwechseln dieses meistens mit einem Urinal oder einer Toilette. Vor Gebrauch sollte die Toilette benutzt werden, um den Stuhlgang zu erledigen, und um sich danach mit dem Bidet zu säubern. Generell sitzt man dem Wasserhahn zugewandt auf dem Bidet. Dies ist aber nicht zwingend notwendig, man kann das Bidet auch anders herum benutzen. So wird das Sitzen mit dem Rücken zum Wasserhahn von einigen bei der Reinigung als angenehmer und einfacher empfunden.
Bidets werden in verschiedenen Bauformen hergestellt. Sie besitzen meist eine Armatur, mit der sich (normalerweise warmes) Wasser in ein Porzellanbecken füllen lässt. Wenn man einen Stöpsel in den Abfluss steckt, kann das Bidet gefüllt werden, oder man lässt das Wasser während der Benutzung einfach abfließen. Andere Bidets besitzen eine Düse, aus der das Wasser gesprüht wird. Das Wasser spritzt dabei in Richtung der Genitalien.
Ein Bidet kann auch nur aus einer Düse bestehen, die an der Hinterseite der Toilette befestigt ist. In diesem Fall ist seine Benutzung auf die Reinigung der Genitalien und des Afters beschränkt. Einige Bidets dieser Bauform haben sogar 2 Düsen, eine kürzere, genannt Familiendüse, welche für die Reinigung um den After vorgesehen ist, und eine längere (Bidetdüse), welche bei Frauen die Aufgabe hat, die Schamgegend zu säubern. Oftmals wird diese Art elektronisch gesteuert, einige haben sogar beheizte Sitzflächen oder einen eingebauten Lufttrockner, der nach der Reinigung die Genital- und Schamgegend trocknet.
Obwohl die Benutzung eines Bidets die Verwendung der Hand miteinschließt, welche die Genitalien und den Anus berühren, kann die Benutzung hygienischer sein als mit Toilettenpapier. In der Praxis benutzen die meisten Leute beides, erst das Toilettenpapier, um sich grob zu säubern, und danach das Bidet für die persönliche Hygiene.
Bidets sind darüber hinaus sehr nützlich für ältere Leute und für Menschen mit Bewegungseinschränkungen oder mit Hämorrhoiden.
In Japan wurde 1980 die "papierlose Toilette" vorgestellt. Sie besteht aus einer Kombination von Toilette und Bidet und trocknet nach Benutzung auch den After und die Genitalien. Diese Bidet-Toiletten, zusammen mit speziellen Toilettenbrillen, bei denen die Bidetdüse eingebaut ist (um herkömmliche Toiletten einfach umzurüsten), werden in viele Länder exportiert.
Einwohner von Ländern, in welchen kaum Bidets in Privathäusern anzutreffen sind (Deutschland oder Großbritannien beispielsweise), sind oft unvertraut mit Bidets und haben meist auch keine Vorstellung, wie diese benutzt werden, sollten sie bei Auslandsreisen auf ein solches treffen. Man sagt, dass viele US-Männer das erste Mal auf ein Bidet in französischen Bordellen während des 2. Weltkriegs trafen und daher dachten, sie wären Reinigungsbecken für die Prostituierten nach dem Geschlechtsakt. Es ist für Hersteller von Bidets oft schwer, Vorurteile auszuräumen, da es in etlichen Ländern ein Tabu ist, über persönliche Hygiene offen zu reden. Andererseits ist es für Südeuropäer meist kaum vorstellbar, wie man nach dem Toilettengang ohne Bidet eine angemessene persönliche Hygiene gewährleisten will; Deutsche, Briten und US-Amerikaner gelten daher in ihren Augen oft als "Schmutzfinken".
Das Bidet scheint eine Erfindung französischer Möbelbauer im späten 17. Jahrhundert oder frühen 18. Jahrhundert zu sein. Es ist kein genaues Datum oder der Name des Erfinders bekannt. Die früheste literarische Fundstelle eines Bidets kann mit dem Jahr 1710 angegeben werden.
Um 1900 wanderten aufgrund der fortgeschrittenen Sanitärinstallationstechnik der viktorianischen Zeit das Bidet und der Nachttopf vom Schlaf- ins Badezimmer.