Biblis ist eine Gemeinde in Süd-
Hessen im
Kreis Bergstraße (
Deutschland).
Geografie
Geografische Lage
Es befindet sich in der
Oberrheinischen Tiefebene westlich des
Odenwalds zwischen
Darmstadt im Norden und
Mannheim im Süden bzw. nördlich von
Bürstadt. Biblis liegt direkt nördlich vom Unterlauf der
Weschnitz, die nur wenige Kilometer nordwestlich der Gemeinde in den
Rhein mündet.
Nachbargemeinden und -kreise
Biblis grenzt im Norden an die Gemeinde
Groß-Rohrheim, im Osten an die Gemeinde
Einhausen, im Süden an die Städte
Bürstadt und
Lampertheim, sowie im Westen an die kreisfreie Stadt
Worms (
Rheinland-Pfalz).
Gemeindegliederung
Biblis besteht aus den drei Ortsteilen Biblis, Nordheim und Wattenheim.
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr
| Biblis Ortsteil
| Nordheim
| Wattenheim
|
| 1600
| 500
|
|
|
| 1.806
| 1.355
| 762
| 283
|
| 1980
| 5.888
| 1.450
| 930
|
| 2002
| 6.350
| 1.755
| 1.146
|
Politik
Gemeindeversammlung
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 ergab folgende Sitzverteilung:
| CDU | 12 Sitze
|
| SPD | 8 Sitze
|
| FLB (Freie Liste Biblis) | 2 Sitze
|
| BBF (Bibliser Bürgerforum) | 1 Sitz
|
Bürgermeisterin
Dr. Hildegard Cornelius-Gaus wurde am 28. Oktober 2001 mit 53,9 % der Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt.
Geschichte
Biblis wurde im Jahre
836 zum ersten Mal urkundlich im Codex des Lorscher Klosters als
„Bibifloz" (Siedlung am Wasser) erwähnt, als König
Ludwig der Deutsche seine Güter in Biblis, Wattenheim und Zullestein seinem getreuen Vasallen Wernher schenkte, der sie 846 dem
Kloster Lorsch vermachte. Von 1461 bis 1623 war das Gebiet an die Pfalz verpfändet und wurde im Gefolge der Reformation protestantisch, nach der Rückgliederung rekatholisiert. Während des
Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort mehrfach verwüstet und die Bewohner durch die Pest stark dezimiert. Im Gefolge der
Säkularisation 1803 fiel der Ort an das spätere
Großherzogtum Hessen und wurde dem rheinhessischen Kreis Worms unterstellt. 1945 wurde es von Worms, das zum neuen Bundesland Rheinland-Pfalz kam, abgetrennt und dem späteren Kreis Bergstraße angegliedert. Die vormaligen Gemeinden Biblis,
Wattenheim und
Nordheim schlossen sich
1970 zur Großgemeinde Biblis zusammen.
Wappen
Das Wappen wurde 1950 der Gemeinde Biblis gewährt und zeigt oben einen silbernen Pflug und unten eine silberne Wasser-Lilie (Seerose) auf blauem Grund.Das alte Bibliser Wappen stellt den zähen Kampf der Bibliser Vorfahren gegen den Sumpf dar. Sie machten mit damals noch primitiven Gerätschaften schilfiges Gelände urbar. Die Wasserrose versinnbildlicht den Sumpf, während der Pflug die Rodung des Landes symbolisiert.
Die Farben entstammen dem Wappen der
Wittelsbacher, die die Pfalz regierten, zu der Biblis von 1461 bis 1623 gehörte.
Religionen und Konfessionen
Die jüdische Gemeinde
In Biblis bestand vom 18. Jahrhundert an bis 1938 eine jüdische Gemeinde. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gehörten etwa 200 Einwohner der jüdischen Gemeinde an (ca. 8 % der Gesamteinwohnerschaft). Unter Rabbiner Salomon Bodenheimer (1813-1886) wurden eine Talmud-Tora-Schule und weitere Einrichtungen gegründet, die für die Judenschaft einer weiteren Umgebung große Bedeutung hatten. Die Synagoge der Gemeinde (Grundstück Enggasse 6) wurde 1832 erbaut, beim Novemberpogrom 1938 durch SA-Leute geschändet und im Inneren völlig verwüstet, danach zweckentfremdet genutzt und 1981 abgebrochen. Mindestens 13 frühere jüdische Einwohner von Biblis wurden nach den Deportationen in Vernichtungslagern ermordet.
Wirtschaft und Verkehr
Biblis liegt an der B 44 und der Landesstraße 3261. Autobahnanschlüsse sind in Lorsch, Heppenheim und Gernsheim in ca. 10 km Entfernung. Bahnstation in Biblis mit Direktverbindung nach Mannheim, Frankfurt und Worms.!
Kernkraftwerk
Biblis ist Standort eines
Kernkraftwerks mit zwei Blöcken
Biblis A und Biblis B. Daneben befindet sich in der Nähe von Biblis noch eine
Kurzwellen-Sendeanlage des US-amerikanischen Auslandsrundfunkdienstes
Radio Free Europe.
Persönlichkeiten
Weblinks
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